Gear_DJ-Controller Hersteller_Behringer
Test
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10.07.2013

Praxis

Meine erste Anlaufstation für die Steuersignale des CMD Micro ist – das Werbeversprechen von Behringer in Bezug auf die iOS-Kompatibilität hat mich entsprechend neugierig gemacht – der Flachbrettrechner von der Marke mit dem Apfel (iPad 2, iOS 6.1.3). Camera Connection Kit ausgepackt, Batterien in den CMD Micro eingelegt, angestöpselt und augenblicklich signalisiert ein freudiges Leuchten aller Taster (zumindest die elektrische) Funktionsbereitschaft. Der Rundgang durch die einschlägigen DJ-Applikationen (u.a. Deckadance Mobile, Traktor DJ und Djay) liefert dann zum jetzigen Zeitpunkt ein eher ernüchterndes Bild: Keine der Apps mochte auf Anhieb mit dem Controller zusammenarbeiten. Ich mache also einen grundsätzlichen Funktionstest, indem ich Arturias iMini Moog-Emulation öffne, die über einen umfassenden MIDI-Learn-Modus verfügt und siehe da: Alle Kommandos des CMD Micro werden anstandslos empfangen und können zur Steuerung des Synthesizers herangezogen werden. Das Problem liegt also ganz klar im Bereich der noch nicht vorhandenen Mappings. Hier dürfte aber in naher Zukunft von den Herstellern sicherlich rasch Abhilfe geschaffen werden. Als nächste Testplattform kommt das gebündelte Deckadance 2 LE zum Einsatz. Die Inbetriebnahme des Controllers ist hier mit gerade mal drei Mausklicks abgeschlossen: In die Voreinstellungen gehen, nach Controller suchen, CMD Micro auswählen – fertig.

Das dabei geladene Default-Mapping überträgt die Funktionen der Bedienelemente des CMD Micro eins zu eins in die Software und es lässt sich auf Anhieb sehr gut damit arbeiten: Track via Load-Taster in eines der Decks laden, mit dem – in Anbetracht des Durchmessers von gerade mal fünf Zentimetern erstaunlich feinfühlig bedienbaren – Jogwheel den Startpunkt anfahren, Cue-Punkt setzen, Play betätigen und die Sache läuft. Dann noch wahlweise unter Zuhilfenahme von Sync oder mit dem Pitchfader und den Bends das Beatmatching erledigen und es darf gemischt werden. Gestört hat mich allerdings die Zuweisung der beiden Taster "Left“ und "Right". Anstatt sie mit der Funktion des automatischen Crossfades zu betrauen, würde ich mir viel mehr wünschen, dass sie mit Navigationsaufgaben (Hierarchie hoch/runter) belegt wären. Ein halbes Dutzend Mausklicks später ist auch das Problem dank des guten Mapping-Editors von Deckadance 2 (Vollversion) gelöst. Wo wir schon bei den Tastern sind: Gut gefällt mir hier, dass sie eine Änderung des Schaltzustandes mit einem deutlich wahrnehmbaren, eindeutigen Klicken quittieren – versehentliches Auslösen ist somit so gut wie ausgeschlossen. Allerdings ist zum Auslösen dann auch ein nicht minder verbindlicher Druckimpuls seitens des DJs erforderlich.

Als letzter Software-Counterpart in der Testrunde kommt noch Traktor ins Spiel. Hierfür war zum Zeitpunkt des Tests noch kein Mapping verfügbar, sodass sich der Tester höchstpersönlich ans Zuweisen machen musste. In Anbetracht der recht überschaubaren Anzahl von Bedienelementen und der Tatsache, dass sich die Jogwheels ohne Tricksereien zur Befehligung der Decks heranziehen lassen, ist dieser Job allerdings in einer knappen Stunde zu bewerkstelligen. Wer möchte, darf sich gerne das dabei entstandene Basis-Mapping herunterladen.

Hat man Traktor schlussendlich hinreichend mit dem CMD Micro bekannt gemacht, erweisen sich die beiden als Top-Team. Tatsächlich schien mir die Auflösung und Genauigkeit der Jogwheels im Verbund mit der Platzhirsch-Software von NI sogar noch ein Ticken besser zu sein, als mit der mitgelieferten Version von Deckadance.

Beim heiteren Umherwirbeln des Jogwheels fiel mir allerdings unangenehm auf, dass der äußere Abstand zwischen Rand und Pitchfader wirklich sehr gering ist. Wer mit nordeuropäischen Standard-Fingern versucht, den aktuell laufenden Titel geschmeidig abzubremsen, kommt hier in jedem Fall in räumlichen Konflikt mit dem Fader und verstellt ihn dabei unweigerlich – ein halber Minuspunkt dafür.

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