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Test
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04.04.2018

BeatSkillz Beatfactory Drums Test

Freeware Plug-in für MacOS und Windows

Kostenloses Drum Spielzeug zum Spaß haben!

Die Liste der Drum Plug-ins ist lang und enthält unter anderem große und soundgewaltige Namen wie Arturias Spark, Rob Papens Punch und Native Instruments Maschine. Braucht die Welt da noch mehr Drum VSTs?

Definitiv, denn Drums kann man nie genug haben! Das wird sich wohl auch die amerikanische Soundschmiede BeatSkillz gedacht haben. Die vom Komponisten und Produzenten Gaurav Dayal gegründete Firma stellt nach eigener Aussage Tools für den modernen elektronischen Produzenten her. Auf sich aufmerksam gemacht hat sie besonders durch VSTs wie Slam Dawg, That Thing oder vor kurzem auch mit Dark KZ. Jetzt hat sie ein kostenloses Drum Plug-in namens Beatfactory Drums veröffentlicht.

Noch mehr kostenlose Plug-Ins findet ihr in unserem großen Freeware Software Synths und Plug-Ins Special.

Details und Praxis

Allgemeines

Und auch dieses Tool richtet sich vor allem an Produzenten, die sich mit modernem Sound beschäftigen: Hip-Hop, EDM, Dubstep usw. Die im kostenlosen Tool enthaltenen Sounds wurden von einer MPC2500 gesampelt und mit High End OutBoard Gear verfeinert. Das sind bereits genug Gründe, sich das Teil in unserer Freeware-Rubrik mal genauer anzusehen und anzuhören.

Beatfactory Drums gibt es für Mac im AU- und VST-Format und für Windows jeweils in 32 und 64 Bit. Nach Eingabe der Email-Adresse auf der BeatSkillz-Seite bekommt ihr den Download-Link per Mail zugeschickt, die außerdem noch detaillierte Installationsanweisungen enthält. Der OSX Ordner hat 149 MB, die Windows Version nur 126 MB.

GUI

Insgesamt ist die GUI sehr übersichtlich gestaltet und in Schwarz und Orange gehalten, was sehr ansprechend und hochwertig wirkt und definitiv zum modernen Style des Herstellers passt. 

Unter dem Schriftzug erwartet euch nun die erste Funktion. Hier lassen sich das Kit und das Preset wählen. Im Falle der Freeware gibt es nur ein Kit, G’s Edition Free Kits, das aber aus zehn Presets besteht.

  • 808 Kit
  • 80s Kit
  • Dubstep Kit 1
  • Dubstep Kit 2
  • Hip Hop Kit 1
  • Hip Hop Kit 2
  • Indian Kit
  • Sample Kit 1
  • Sample Kit 2
  • Trap Kit

Direkt darunter befinden sich zwölf Lautstärkeregler, die mit den eigentlichen Drum-Pads korrespondieren. So lässt sich also die Lautstärke jedes Sounds direkt und schnell einstellen. Dabei sind alle Regler genau wie die Pads und Drum-Sounds benannt, was die Zuordnung noch leichter macht. Wieder eine Etage tiefer folgen zwölf Pan-Drehregler. Damit lässt sich jeder Sound kinderleicht und individuell im Stereofeld verteilen.

Im nächsten Segment hat man nun die Möglichkeit, globale Einstellungen vorzunehmen. Hierbei handelt es sich zunächst um die üblichen Einflussmöglichkeiten der Hüllkurve mit Attack, Decay, Sustain und Release. Danach folgen ein globaler Pan-, Reverb- und Volume-Regler, alle beziehen sich aber immer auf das gesamte Kit und somit auch auf jeden Sound. 

Im letzten Teil der GUI kommen wir nun zu den eigentlichen Drum Pads, zwölf Stück an der Zahl. Bei Betätigung leuchten diese auf, so, wie es heute eben üblich ist. Außerdem zeigen die Pads neben dem Namen des Sounds auch die Taste, mit der sie getriggert werden, von C1 bis B1 (Ton H in der deutschen Musikwelt).  

Sound

Hört man die Kits und ihre Sounds durch, wird schnell klar: Lo-Fi war hier das Ziel. Die Sounds kommen manchmal ziemlich schmal daher, meistens haben sie aber richtig Bums, fast alles klingt ziemlich dreckig, fies und düster – genau das wünscht sich jeder Hip-Hop-Produzent!  Das Trap Kit enttäuscht durch viel zu weiche Sounds, dafür sind die ersten sechs Drum Kits absolut top. Die beiden Sample Kits liefern zusätzlich originelle Hits und Stabs, interessante Drum- und Bass-Fills, komplette Percussion-Grooves und Charakter-Sounds en masse! Das absolute Highlight ist aber definitiv das 808 Kit. Die darin verwendeten Sounds können mit jeder anderen virtuellen Drum Maschine mithalten.

Die Sounds sprechen auch sehr gut auf die Dynamik der Anschläge an, so lassen sich auch feinste Velocity-Nuancen direkt beim Einspielen programmieren, spätere Griffe zum Lautstärkeregler sind so meist überflüssig. 

Fazit

Insgesamt handelt es sich bei Beatfactory Drums von BeatSkillz um ein kostenloses Tool, das sehr viel Spaß macht, vor allem durch die vielen interessanten Lo-Fi-Sounds mit ordentlich Punch. So lassen sich ganz schnell Beat-Skizzen erstellen, für den Fall, dass ein Rapper unangemeldet vorbeischaut und direkt aufnehmen möchte. Etwas umständlicher wird es, wenn man die Sounds in ernsthaften Produktionen verwenden will, da die Pads nicht neu belegt werden können, es keine Multi Output Funktion gibt und sich ADSR und Reverb nur auf alle Pads gleichermaßen legen lassen. Wem das nicht zu umständlich ist, kann solche Probleme allerdings leicht mit mehreren Instanzen des VSTs lösen. Absolute Download Empfehlung!

  • PRO
  • Hammer Sounds mit viel Charakter und Punch
  • Lautstärke und Pan der Sounds im internen Mixer einzeln regelbar
  • Sieht ansprechend aus
  • Großer Spaßfaktor
  • CONTRA
  • Pads lassen sich nicht neu belegen
  • ADSR und Reverb nur im Master regelbar

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