Test
2
18.01.2021

Fazit
(4.5 / 5)

Avid Pro Tools Carbon ist dank der Hybrid Engine sehr innovativ und ein Produkt, dessen Zielgruppe sich klar definieren lässt: Musikschaffende, die sich der Latenzproblematik entledigen wollen, ohne in einem zusätzlichen Programm des Audio-Interfaces fürs Monitoring sorgen zu müssen – beziehungsweise, die sich ein HDX nicht leisten wollen oder können.

Darüber hinaus ist es natürlich auch für jeden anderen Pro-Tools-Anwender sinnvoll, sofern fehlendes Surround-Mixing, das Limit auf 128 Spuren und ein Video in einer Session keine Rolle spielen.Pro Tools Carbon ist ein bisschen teurer als das noch verfügbare HD Native (mit der Thunderbolt-2-Box) mit einem HD-Omni-Interface, kann aber erheblich mehr, auch wenn es nicht erweiterbar ist. Das Zusammenspiel mit dem Betriebssystem ist endlich gut organisiert, sodass Audio aus anderen Programmen auch dann über Carbon laufen kann, wenn Pro Tools aktiv ist. Etwas schade finde ich, dass die Softwareumgebung noch nicht vollständig fertig ist. So gibt es ein wenig Nachholbedarf am Front Panel (mehr Funktionen für Fußschalter etc.) und die EuCon-Integration fehlt auch noch. Ich bin mir jedoch sicher, dass Avid die versprochene Funktionalität nachliefern wird und dann ist Carbon aus meiner Sicht noch mächtiger.

Wer einmal mit einem DSP-Pro-Tools gearbeitet hat und die Sorglosigkeit kennt, die einem das zum Thema Latenz beschert, wird verstehen, dass dieses Produkt von mir eine klare Kaufempfehlung bekommt, auch wenn ich durchaus meine Kritikpunkte habe. Viele davon betreffen jedoch Software und die kann sich ja zum Glück verbessern.

  • Pro
  • das günstigste Pro Tools mit DSPs
  • cleveres Hybrid-Konzept
  • solide Verarbeitung
  • sehr guter Klang der Preamps
  • viele Anschlüsse
  • Pro-Tools-Software-Lizenz enthalten
  • Contra
  • nicht erweiterbar
  • bislang keine Windows- und Eucon- Integration
  • minimal zu lauter Lüfter
  • Features und Spezifikationen
  • All-in-one-Paket aus Audio-Interface, DAW und Plug-ins
  • acht HDX-DSPs (ingesamt 2,8 GHz)
  • nahezu latenzfreies Monitoring
  • 24 Kanäle plus integriertes Talkback-Mikrofon bis 48 KHz (16 bis 96 KHz, 12 bis 192 KHz)
  • acht Mikrofoneingänge mit bis zu 60 dB Verstärkung, variable Impedanz für Kanäle 5-8
  • acht symmetrische Line-Eingänge (über Kombibuchse XLR/TRS oder D-Sub)
  • zwei unsymmetrische Instrumenteneingänge mit variabler Impedanz
  • maximal acht Analogeingänge gleichzeitig nutzbar
  • 10 analoge Ausgänge
  • 16 ADAT-Ausgänge bei bis zu 48 KHz (8 bis 96 KHz, 4 bis 192 KHz)
  • vier unabhängige Kopfhörerwege
  • Breite: 483 mm, Format 19“
  • Höhe: 44 mm, eine Höheneinheit
  • Tiefe: 335 mm
  • Gewicht: ca. 5 Kilogramm
  • Systemvoraussetzungen: Intel i5 oder besser empfohlen, 16 GB RAM, macOS 10.15.7 oder neuer, iLok erforderlich
  • Preis: € 4209,– (Straßenpreis am 18.1.2021)
3 / 3

Verwandte Artikel

User Kommentare