Test
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25.11.2013

Audio Technica ATH-A900X Test

Hifi-Kopfhörer

Wie studiotauglich ist der geschlossene Hi-Fi Kopfhörer aus Japan?

Als ich vor Jahren zum ersten Mal den für einen Hersteller von Audioprodukten wenig originellen Namen Audio Technica gehört habe, hatte ich Bilder von portablen CD-Playern auf Lidl-Wühltischen vor Augen – weit gefehlt! Die 1962 in Japan gegründete Firma genießt auf internationalem Profi-Parkett höchstes Ansehen. Nicht wenige Weltklasse Engineers zählen beispielsweise das Röhrenmikrofon AT 4060 zu ihren Favoriten. Seit einigen Jahren erfreuen sich Mikrofone und Kopfhörer der Marke auch in Deutschland größerer Bekanntheit und Beliebtheit.

Mit dem geschlossenen, ohrumschließenden ATH-A900X präsentiert Audio Technica ein exotisch anmutendes, als audiophiler Hi-Fi Kopfhörer ausgewiesenes Modell. Da die Grenzen zwischen Studio und Hi-Fi Kopfhörer nicht selten fließend verlaufen, bin ich sehr neugierig, wie sich der ATH-A900X in unserem Testmarathon schlägt.

Details

Bauweise

Der ATH-A900X von Audio Technica ist ein geschlossener, dynamischer Kopfhörer mit Ohr-umschließenden Ohrpolstern. Der recht eigenwillig erscheinende Kopfhörer hat inklusive Kabel ein Gewicht von 402 Gramm, laut Hersteller beträgt dies, vermutlich ohne Kabel, 350 Gramm.

Verarbeitung

Was ist denn nun so exotisch am ATH-A900X? Ein Merkmal von Exoten ist, dass man sie selten sieht. Ein weiteres Merkmal ist ein ungewöhnliches Erscheinungsbild. Ich denke, beides trifft in diesem Fall zu. Mit seinen wuchtigen Wandlern/Ohrmuscheln und seinem, nennen wir es mal ungewöhnlichen, Kopfbandersatz fällt er trotz dezentem Schwarz sofort auf. Die Kleinteile bestehen überwiegend aus Kunststoff und hinterlassen einen soliden Eindruck und durch das matte Schwarz wirkt der Audio Technica Kopfhörer fast schon ein wenig edel. Laut Hersteller hat der Kopfhörer ein Aluminiumgehäuse, womit sicherlich die Seitenteile gemeint sind, was mir aufgrund der farblichen Gestaltung allerdings erst später auffiel.

Die Ohrpolster sind wiederum aus Kunstleder gefertigt. Insgesamt macht der ATH-A900X einen gut verarbeiteten Eindruck, allerdings ohne einen „WOW-Effekt“ zu erzeugen – immerhin kostet er fast 400 Euro! Auffälliger sind die freischwebenden, das Kopfband ersetzenden „Fühler“, die aussehen, als würden sie Gehirnströme messen, wobei sie da bei mir lange warten können. Ich bin mir nicht sicher, wie langlebig eine derartige Konstruktion ist, aber man wird sich schon was dabei gedacht haben – hoffentlich.

Mitgelieferte Kabel & Co.

Das fest montierte, glatte Kabel befindet sich wie bei den meisten Kopfhörern auf der linken Seite und hat eine schicke textile Ummantelung. Diese wirkt optisch auf jeden Fall sehr edel, stellt mich aber vor die sinistre Frage, ob dies für die Langlebigkeit von Vor- oder von Nachteil ist. Am unteren Ende befindet sich selbstverständlich der obligatorische 3,5mm-Klinkenstecker mit abschraubbarem Adapter auf 6,35mm.

Technik und Kennzahlen

Wie es um die inneren Werte des ATH-A900X steht? Mit angegebenen 5Hz bis 40.000Hz wird im Übertragungsbereich eher geklotzt als gekleckert. Ob diese großzügige Bandbreitenangabe gleichbedeutend mit mehr Klangqualität ist, dazu lieber später mehr. Laut ist er auf alle Fälle! Die Impedanz fällt mit 40 Ohm entsprechend recht niedrig aus, sodass man sich hier mit einem mobilen Player schon ordentlich die Ohren freiblasen kann. Der Schalldruck ist mit rund 115dB/V angegeben. Bezüglich der Nennbelastbarkeit konnte ich keine Angaben finden, allerdings wirbt AT mit einer „maximalen Eingangsleistung“ von 2W(!). Mit Worten des einfachen Mannes gesprochen: Es ist leichter, das Gehör als den Kopfhörer zu schädigen! Der Wandlerdurchmesser übertrifft den von mir bereits ebenfalls schon getesteten recht großen AKG K267 Tiesto mit 53mm, noch mal um ganze 3mm. Ob sich daraus ein klanglicher Vorteil ergibt, erfahrt ihr dann im Praxisteil.

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