Test
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26.06.2018

Praxis

Installation

Bei der Montage unseres japanischen Testprobanden verwendete ich ein Headshell von Numark. Gewiss kein High-End Headshell, doch es sollen ja auch alle Ingredienzien in einem ausgewogenen Preis-Verhältnis zueinander stehen, was bedeutet, dass man für einen DJ-Tonabnehmer, der für 89 Euro zu haben ist, sicherlich kein 70 Euro Headshell anschafft. Dennoch ist das Numarksche Teil schon das Beste, was Phono-Hersteller ihrem Turntable so mitgeben: Voll massiv, weil Druckguss und dafür sehr akkurat hergestellt, besser gefertigt als die Mitbringsel von Technics und Pioneer ist das Headshell also allemal. Als Verbindungskabel zum SME-Verschluss nutze ich ganz simple Strippen, eine ehemalige System-Dreingabe von Firma XY. Als Damper bzw. Spacer verwende ich ein Exemplar aus Carbon von Stanislav Guk (etwa 20 Euro). So kommt man etwa auf 150 Euro für die Bestückung EINES Deejay-Plattenspielers.

Das AT-XP5-System verfügt über gerade, parallele Kanten, die für eine gute Orientierung bei der finalen Positionierung unter dem Headshell sorgen. Der Korpus ist sehr formstabil, bedeutet, er verformt sich nicht unter dem Zug der beiden Schrauben. Da erinnere ich mich nur allzu ungern an die Montage von dem M44G und dem M35X von Shure, die beide beim Festziehen gerne „alle Viere von sich strecken“ und sich dann in der Breite ausdehnen, was bedeutet: Es wird nie richtig fest, sehr zu meinem Unmut. Doch beim AT-XP5 kommt direkt nach „fest“ das „ab“, also ein eindeutiges Feedback beim Arretieren, frei nach dem Motto: Bis hierhin und nicht weiter! – Sehr gut!

Den Tonabnehmer montiere ich so, dass ich auf eine gesamte Systemlänge von 54 Millimetern komme (Pioneer PLX-1000). Nach der Montage stelle ich das Auflagegewicht mit einer Digitalwaage auf 3 Gramm ein. Daraufhin stelle ich mit Hilfe eines Anlageblocks exakte Parallelität zwischen Tonarm und Plattenteller her, um zu guter Letzt den korrekten Antiskating-Wert unter Verwendung eines Rohlings zu ermitteln. Fertig. 

Das Tracking

... des AT-XP5 scheint mir wie seitens des Marketings versprochen. Als Vergleichsreferenz dient mir ein Shure M97XE, das wie alle übrigen Phono-Cartridges von Shure leider nur noch bis Ende Sommer vom Hersteller vertrieben wird (Stand: 18.06.2018). Der Shure Tonabnehmer kommt unter Verwendung eines Top Q Headshells von Nagaoka, Audioquest Kabel und einem Spacer aus Carbon zum Einsatz.

Das Cueing vorwärts wie rückwärts beherrscht das Testsystem mit Leichtigkeit. Sowohl Backspins als auch Baby Scratches gehen tadellos ohne Erhöhung der Auflagekraft von der Hand. Auch meine zwei Testplatten (Vinyl-Platten mit Oberflächenschäden, die bei mäßigem Tracking zu Sprüngen aus der Rille führen können), meistert das AT-XP5 ebenso gekonnt wie mein Favorit – Thumps up!

Sound

Klanglich hat mich das AT-XP5 von Audio-Technica nicht so dermaßen überzeugen können wie seine ausgesprochen guten Fähigkeiten, seine Spur zu halten. Von einem elliptischen Nadelschliff hatte ich mir schon ein wenig mehr versprochen. Dennoch ist die klangliche Darbietung nicht sooo schlecht und hinsichtlich des Verkaufspreises doch durchaus noch angemessen.

Den Gesamtklang würde ich als ausgewogen bezeichnen wollen oder auch als homogen. Vor allem nervt das AT-XP5 selten oder besser: fast nie, vor allem im Hochton nicht, der noch am ehesten ein wenig unterrepräsentiert wirkt. Hinsichtlich der Transparenz gibt es insbesondere im Hochton auch die meiste Luft nach oben. Richtig präzise wird XP5 nur im mittleren Frequenzbereich. Die Basstöne sind mir hier und da auch nicht prägnant genug und versprühen mir zu wenig Drive.

Die Stereobasisbreite ist gut und die Kanaltrennung gelingt dem Japaner durchaus überzeugend. Und auch seine räumliche Darstellung ist gestaffelt und lässt ausreichend viel Tiefe zu, obwohl es im Hochton ein wenig an Transparenz mangelt. Das XP5 kriegt es trotzdem hin. Doch hört selbst

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