Gitarre
Test
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17.04.2021

Audient iD14 MKII Test

USB3.0-Audiointerface

Upgrade des beliebten Recording-Tools

Der englische Hersteller Audient unterzieht seine beliebte Interface-Serie einem Upgrade. Das Audient iD4 sowie das Audient iD14 werden nun mit dem Namenszusatz „MKII“ versehen. Die größeren Versionen iD22 und iD44 sind bisher noch nicht aktualisiert wurden, was sich vermutlich in naher Zukunft ändern könnte.Das Audient iD14 MKII ist das ausstattungsmäßig zweitkleinste Interface der iD-Serie, das wir einem Praxis-Check unterzogen haben. Was ist uns im Test aufgefallen und wie klingt es?

Details

Gerätekonzept

Das Audient iD14 MKII ist ein Desktop-Audiointerface mit USB 3.0 zur Verwendung mit macOS- und Windows-Rechnern, dessen Spannungsversorgung ausschließlich über den USB-C-Anschluss erfolgt. Die I/O-Ausstattung bietet drei analoge Inputs, bestehend aus zwei XLR/TRS-Kombibuchsen und einem Instrumenteneingang für Gitarre und Bass. Weiterhin steht ein optischer Digitaleingang zur Verfügung, der zwischen S/PDIF und ADAT umschaltbar ist, wodurch mit entsprechendem Equipment bis zu acht weitere Inputs im Hostprogramm aufgenommen werden können! Vier TRS-Klinkenbuchsen stehen rückseitig zum Anschluss von bis zu zwei Monitorpaaren oder sonstigen Studiogeräten bereit. Dies könnte beispielsweise auch ein separater Monitorcontroller sein, obwohl das iD14 MKII bereits einige Features dieser Gerätegattung bietet und über die mitgelieferte Software nach Benutzerpräferenz auf verschiedene Weise konfiguriert werden kann.

Unterschiede zum Audient iD14 MKI

Was ist neu an der MKII-Version? Zunächst einmal der Schritt von USB 2 auf USB 3. Im Gegensatz zum Vorgänger steht somit beispielsweise die Phantomspeisung ohne externes Netzteil zur Verfügung. Ein Netzanschluss des ausschließlich per USB betriebenen Interfaces ist außerdem gar nicht mehr vorhanden. Weiterhin verfügt die neue Interface-Generation über neue Wandler, die laut Hersteller für eine verbesserte Dynamik und eine höhere Linearität des Frequenzgangs sorgen. Geblieben ist die maximale Abtastfrequenz von 96 kHz, während manche Mitbewerber bereits im preiswerten Preissegment marketingwirksame 192 kHz anbieten. Darin sehe ich als professioneller Anwender allerdings überhaupt keinen Nachteil, da selbst bei sehr ambitionierte Produktionen selten die 48kHz-Grenze überschritten wird… nur mal so am Rande bemerkt.

Analogeingänge

Stolz betont der Hersteller die Verwendung der diskreten Class-A Preamps aus seinem Recording-Mischpult ASP8024-HE, die neben einem gutem Rauschverhalten (101 dBu, A-gewichtet), THD-Werten von weniger als 0,04% und einer soliden 58dB-Verstärkung „analoge Wärme“ liefern sollen. Sofern es der Musik dient, scheint man also subtilen Klangfärbungen gegenüber aufgeschlossen zu sein, was ebenfalls für den Instrumenteneingang gilt. Der vorderseitig positionierte JFET-Input sorgt laut Hersteller bewusst für eine röhrenähnliche Anreicherung des Eingangssignals.

Gehäuse und Bedienelemente

Das komplett aus Metall gefertigte Gehäuse des iD14 MKII ist optisch sehr ansprechend und macht einen seriösen Eindruck. Weder an den einzelnen Bedienelementen noch an den Anschlussbuchsen gibt es etwas zu bemängeln, wenngleich letztere nicht so bombenfest im Gerät sitzen wie beispielsweise verschraubte Buchsen. Hier sollte man jedoch nicht vergessen, dass es sich bei dem Audient-Interface um ein äußerst preiswertes Gerät handelt. Vor einigen Jahren bekam man für das gleiches Geld noch Plastik-Interfaces mit „Wackelbuchsen“. Beim iD14, das zudem ein tolles Format für den mobilen Einsatz besitzt, hätte ich jedenfalls keine Bedenken, es für eine Outdoor-Session in meinen Rucksack zu schmeissen. Dank seiner vier Gummifüsse steht das 1,25 kg schwere Interface außerdem standfest und sicher auf meinem Arbeitstisch und lässt sich einwandfrei bedienen. Nicht ganz optimal zum Einpegel von Stereosignalen sind allerdings die ungerasterten Input-Potis, deren Einstellung in einem solchen Fall etwas mehr Feingefühl erfordert.

Lieferumfang

Zusätzlich zum USB-C-Kabel gehört das sogenannte ARC-Softwarepaket zum Lieferumfang (das übrigens nichts mit IK Multimedias Raumkorrektur-Software ARC System 3 zu tun hat). Das Audient-Bundle enthält unter anderem „LE-Software“ von Steinberg, Waldorf und G-Force, die nach einer Produktregistrierung heruntergeladen werden kann.

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