Test
2
22.05.2020

Arturia AudioFuse Studio Test

Verbesserte und vergrößerte Version des AudioFuse

Arturia beweist, dass man sich mit den Wünschen von Musikproduzenten auskennt

Arturia AudioFuse Studio: Die französische Firma Arturia beeindruckt seit der Jahrtausendwende immer wieder mit Entwicklungen, die ein sehr feines Gespür dafür zeigen, was für zeitgenössische Musikproduktion gebraucht wird. Die V-Collection zum Beispiel ist schon seit Jahren ein Muss für jedes Studio, in dem elektronische Klänge eine Rolle spielen. Dabei glänzt der Hersteller nicht unbedingt damit, jeweils Neuland zu betreten, fast immer ist es ein noch etwas feiner abgestimmtes Feature-Set oder eine passgenaue Kombination von Funktionen, die die Produkte von denen der Konkurrenz abhebt. Intuitive haptische Bedienbarkeit mit den flexiblen Möglichkeiten einer Software, die auf dem Host läuft, zu kombinieren hat sich dabei immer ausgezahlt. Arturia hat stets ein großes Geschick dabei bewiesen, den Funktionsumfang ebenso umfassend wie überschaubar zu halten. Seit der der Vorstellung des Audiofuse 2015 ist nun schon unter Beweis gestellt, dass dies auch im Bereich der Audio-Interfaces gilt.

 

Das AudioFuse Studio bietet gegenüber seinem kleinen Geschwisterchen nun wesentlich mehr Kanäle und ein paar kleine Aktualisierungen, wie zum Beispiel digitale Emulationen analoger Hardware und den Umstieg auf USB-C.
Das AudioFuse Studio ist in der Lage, mit 4 Mikrophon-Eingängen, weiteren vier Line-Eingängen, Insertwegen, Word-Clock, USB-Hub und bis zu zehn digitalen Ein- und Ausgängen eine Schaltzentrale eines modernen Tonstudios zu bilden, die alle Verbindungen zwischen Computer und Außenwelt bereit hält, die in der Praxis nötig sind.

 

Details

Wie ein Schmuckstück

Arturia liefert das Audiofuse Studio zeitgemäß aus, also so, als wäre es ein Smartphone. Es thront beim sanften Öffnen des Deckels einer großen Pappschachtel auf einem Schaumstoffkissen und funkelt stolze Besitzer wie ein Schmuckstück an. Die wichtigsten Funktionen sind direkt auf der Oberseite des Gerätes zugänglich und verfügen, ganz Arturia, jeweils über eigene Taster oder Potentiometer. Das Design macht schon beim ersten Blick kein Geheimnis daraus, dass es sich um eine Kombination von Audio-Interface und Monitor-Controller handelt: links prangen vier Mikrofonvorverstärker, rechts ein großer Lautstärkeregler. Nachdem das Gerät nach dem Anschalten erst einmal das erwartbare Lichtorgelkonzert sämtlicher LEDs abgespult hat, dienen diese (und es sind viele!) zum Anzeigen des Status eines jeden Knöpfchens.

Bedienpanel ist aufgeräumt und optisch ansprechend

Oben links beginnt der Reigen mit dem Arturia-Button, der die Software auf dem angeschlossenen Computer starten soll. Darunter befinden sich die Einstellmöglichkeiten der vier Eingangskanäle. Unter einer Status-Anzeige, die Aufschluss über den verwendeten Eingang (Mic, Line oder Instr) gibt, befinden sich jeweils Taster für Phantomspeisung, Eingangsart, 20 dB Pad und Phasenumkehrung hübsch aufgereiht neben einer LED-Kette zur Anzeige des Eingangspegels. Durch langes Drücken des Pad-Tasters lässt sich der Micpre übrigens um zusätzliche 10 dB boosten, was für Bändchenmikrofone oder für ein SM7B sehr praktisch ist. Unter den Tastern sitzt jeweils ein handschmeichelndes Metallpoti zur Aussteuerung und wiederum darunter eine Taste zum direkten Vorhören des Signals. Rechts davon liegt die Mastersektion, mit der sich Studiomonitore und Kopfhörer steuern lassen. Über dem großen Drehregler mit fancy Pegelanzeige zur Kontrolle der Abhörlautstärke befindet sich eine Reihe von LEDs, die anzeigen, zu welcher Clock das Gerät gerade läuft und ein Taster zur Kopplung von Bluetooth-Audioquellen. Unter dem Regler sind Taster für Mute, Dim und Mono, rechts davon lassen sich über vier weitere Taster einer von zwei Ausgängen zur Ansteuerung verschiedener Lautsprecherpaare und drei Quellen (Main Mix, Cue Mix1, Cue Mix2) wählen.Die Kopfhörersektion befindet sich gleich darunter. Dort lassen sich auch beide Kopfhörerwege jeweils den eben genannten Quellen zuweisen, in der Lautstärke regeln und ebenfalls auf Mono schalten. Den Abschluss des Panels bildet rechts unten ein Talkback-Knopf.

Die beeindruckende Vielfalt an Möglichkeiten wird noch einmal richtig deutlich, wenn man sich die Anschlüsse ansieht.

Die Vorderseite bietet vier kombinierte Buchsen für XLR oder Klinke und für jeden Kopfhörerweg jeweils eine große und eine kleine Klinkenbuchse, die übrigens unterschiedliche Ausgangsimpedanzen bieten, um alle eventuellen Erfordernisse optimal abzudecken. Hinten befinden sich neben dem erfreulich stabilen Anschluss für das mitgelieferte Netzteil und einem Power-Schalter die USB-C Buchse zum Anschluss an den Computer ein USB2-Hub mit drei Ausgängen, ein MIDI-Interface, Input und und Outputbuchsen für Word Clock bzw. wahlweise S/PDIF, Klinkenbuchsen für zwei paar Studiomonitore, zwei Reamping-Ausgänge, Insert-Buchsen für alle vier Mikrophoneingänge, vier weitere Line-Eingänge, von denen sich ein Paar auch als Vinylplattenspieler-Eingang über RCA-Buchsen (mit separater Erdung) und das andere Paar auch auf Bluetooth Input schalten lässt und zu allem Überfluss auch noch vier optische Anschlüsse, die den Anschluss weiterer Kanäle via ADAT (bis 96 kHz) oder einer optischen S/PDIF-Quelle ermöglichen.

Das Ding sieht also ein bisschen so aus, als hätte es einmal ausgiebig in einer Wanne voller Taster, LEDs und Anschlussbuchsen gebadet.

Die Software ist schnell heruntergeladen und installiert, macht einen erfreulich aufgeräumten Eindruck und bietet dabei viele durchdachte Einstellmöglichkeiten. In zeitgemäßem Schwarz und Dunkelgrau präsentieren sich hier die Zuweisung der Ein- und Ausgänge, ein kleiner Mixer für Main Mix und beide Cue-Mixe und eine breite Palette von Finetuning-Optionen. Alles, was nicht im Alltag nötig ist, ist auch nicht zu sehen, alle weiteren Optionen sind fein säuberlich jeweils genau dort in Untermenüs geparkt, wo ich sie als Erstes vermutet hätte.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare