Hersteller_API
Test
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21.09.2012

Praxis

(Fast) quadratisch, praktisch, gut – die Module müssen einfach in einen Träger der Wahl eingeschoben werden und stehen dann unmittelbar zur Verfügung. Ein Manual ist nicht erforderlich, die Bedienung dank der übersichtlichen Funktionalität bis ins letzte Detail selbsterklärend.

Damit also zur eigentlichen Hauptsache, dem Klangverhalten der beiden API-Kassetten. Um hier einen Referenzrahmen zu setzen: Die klassischen Neve-Module im Aufbau des 1073 könnte man als dick, leicht reibelig, sämig-voluminös charakterisieren. Ein Pultec hingegen klingt ähnlich voluminös im Bass, aber noch ein Quäntchen weicher. Von diesen beiden „Persönlichkeiten“ setzt sich der 550a recht deutlich ab. Er klingt direkter, konturierter, weniger sanftmütig, durchaus präziser. Insbesondere Bass-Anhebungen treten mit einer fast schon knochigen Direktheit hervor: stets punchy, aber der Sound geht niemals aus dem Leim, er bordet nicht über, verliert niemals seine Trennschärfe. Solche Eigenschaften prädestinieren die API-EQs natürlich für den Einsatz auf den Drums, und hier ist man keineswegs limitiert auf die rockistischen Genres. Im Gegenteil: Auch und gerade typische Club-Bassdrums lassen sich mit dem API zu einer Größe aufblasen, die schlichtweg begeistert. Und bei aller Schwärze im Frequenzkeller bleibt doch immer die nötige Definition erhalten.

Dieser Charakter zieht sich recht kohärent durch den gesamten Frequenzgang. Man mag dem 550a keineswegs Härte unterstellen, aber die ganz weiche, feingeistige Höhenbearbeitung gelingt mit anderen EQs bisweilen besser. Seidig klingt der 550a gewiss nicht, er bewahrt sich stets diese knochige Direktheit, die überall dort besonders gut kommt, wo Präsenz und Durchsetzungskraft gefragt sind.

Zu den speziellen Klangeigenschaften des API-EQs gehört weiterhin ein gewisser Kompressionseffekt, der auch dann greift, wenn der EQ neutral eingestellt ist. Ein Signal allein schon durch die Kassette zu schleifen kann den Klang gleichzeitig ruhiger und griffiger machen, Impulse werden fein verrundet, das Signal sitzt besser im Mix: ein je nach Material durchaus subtiler Effekt, den man aber keineswegs unterschätzen sollte.

Im Vergleich zu den durchsetzungsfähigen, aber durchaus runden Ergebnissen des 550a geht der 550b ein gutes Stück schärfer zu Werke:

Der Vierband-EQ klingt etwas weniger ausgewogen als sein Dreiband-Pendant – man könnte den 550a leicht überzeichnend als „vintage“ bezeichnen, den 550b als „modern“. Damit bietet sich letzterer immer dann an, wenn noch klarere Kante gefahren werden muss. Insbesondere im Heavy-Segment, beispielsweise auf den Gitarren, schwören selbst Tontechniker auf den 550b, die ansonsten dem 550a den Vorzug geben würden. Somit sollte man diese Frage keineswegs nur aufgrund der Funktionalität entscheiden, sondern vor allem auf Basis des unterschiedlichen Charakters. Wer „digital“ klingende DAW-Signale glätten und verrunden möchte, der fährt sicherlich mit dem 550a besser, wer allerdings auf maximale Durchsetzungsfähigkeit setzt, der sollte sich wahrscheinlich für den 550b entscheiden. Auch nebeneinander machen beide EQs eine gute Figur – als Variationen des selben Themas ergänzen sie sich blendend.

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