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Test
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13.10.2017

Antares Harmony Engine EVO Test

Harmonizer-Plug-in

Harmonien für Vocals und Instrumente auf Knopfdruck!

Antares gehört zu den Global Playern, wenn es um die Bearbeitung von Vocals geht. Bekannt geworden durch das berühmt-berüchtigte AutoTune, das so ziemlich jeden schiefen Gesang ins rechte Licht rückt, hat der Hersteller diverse Plug-ins im Sortiment, mit denen sich Vocals und Instrumente künstlich doppeln, Pitch-shiften und in der Dynamic bearbeiten lassen.

Harmony Engine EVO ist ein Harmonizer-Plug-in, das aus einer Stimme Backing Vocals und ganze Chorsätze erzeugen kann, und zwar harmonisch zum Grundton des Songs. Mit dem Namenszusatz „EVO“ bietet der Hersteller die nächste Generation seiner Vocal-Processing-Technologie, welche mit einer verbesserten Tonhöhenerkennung und einem geschmeidigeren, artefaktfreien Pitch-Shifting ausgestattet sein soll. Ob das bei Harmony Engine authentisch klingt und inwiefern sich damit auch Instrumente bearbeiten lassen, haben wir in unserem Praxistest herausgefunden.

Details

Kompatibilität und Verfügbarkeit

Das Plug-in gibt es für Windows ab Version 7 in den Formaten VST3 und AAXnative sowie für macOS 10.6 oder neuer zusätzlich als AU-Plug-in. Der Hersteller bietet eine Testversion, mit der ihr Harmony Engine EVO zehn Tage in vollem Umfang testen könnt. Zur Aktivierung der Lizenz wird ein iLok-Account inklusive USB-Key benötigt.

Aus eins mach fünf!

Harmony Engine bietet vier unabhängige Stimmen inklusive Formantkorrektur, die aus der eigentlichen Hauptstimme generiert werden. Jede Stimme sitzt in einem Kanalzug mit Lautstärke und Panorama sowie einstellbaren Intervallen (-16 bis +16) und umfangreichen Vibrato-Parametern. Damit die Stimmen auch die richtigen Töne erzeugen, besitzt die Engine eine Harmony-Control-Sektion, in der Grundton und Skalen auswählbar sind – so treffen die Chöre immer den richtigen Ton. Die Voices können statt der Skalen auch per MIDI angesteuert werden. Dafür gibt es ein zusätzliches, MIDI-gesteuertes Effekt-Plug-in, das einen Sidechain-Eingang besitzt, in dem das Ausgangsmaterial eingespeist werden kann. Das Schöne ist, dass man somit die Wahl hat MIDI-Noten zu programmieren oder auch live einzuspielen, um den Voices die Noten vorzugeben. Für schnelle Harmoniewechsel on-the-fly hält das Plug-in überdies eine sogenannte „Harmony-Preset-Matrix“, für den Fall, dass innerhalb eines Projektes unterschiedliche Harmonie-Einstellungen abgerufen werden sollen.

Ganz schön human

Beim Doppeln (mehrfaches Einspielen) der Aufnahmen entstehen naturgemäß Abweichungen in Tonhöhe und Timing. Da Harmony Engine die Dopplungen künstlich aus dem Ausgangsmaterial generiert, sitzen sie auch exakt gleich in Tune und besitzen exakt dasselbe Timing wie das ursprüngliche Signal. Das Plug-in erlaubt es Abweichungen zu simulieren und hat dazu passende Parameter am Start, mit denen sich global – also für alle erzeugten Stimmen gleichzeitig – zufällige Unregelmäßigkeiten hinzufügen lassen. Dadurch sind Pitch und Timing der Voices dann nicht mehr ganz „on Point“ – das Resultat sind natürlicher klingende Vocals! Um den Charakter der Voices zu verändern, verfügen diese über einen Throat-Length-Parameter, der eine Veränderung des Rachenraumes simuliert. So soll der Effekt erzeugt werden, dass die Harmonies von unterschiedlichen Sängern performt wurden.

Integriertes Choir-Modul

Ebenfalls mit an Bord ist das Choir-Modul des gleichnamigen Plug-ins; nur eben fünffach –einmal pro erzeugter Stimme. Dieses reichert das Signal wahlweise mit zwei, vier oder acht Unisono-Voices an. Dadurch wird der Effekt erzeugt, dass die Stimmen gedoppelt wurden. Um auch hier für natürlicher klingende Ergebnisse zu sorgen, können die künstlich generierten Dopplungen, im Plug-in „Choirs“ genannt, global in Vibrato, Pitch, Timing und Stereo Spread angepasst werden. Letzterer Parameter sorgt für eine Feinjustierung der Stereobasis. Sechs verschiedene Voreinstellungen lassen sich in der „Voice-Parameter-Matrix“ abspeichern, um sie bei Bedarf schnell abzurufen. Das ist ebenso praktisch wie die Harmony-Presets, da sich mehrere Settings abspeichern lassen und sehr leicht viele A/B-Vergleiche machen lassen. So kann man viel mit den Settings experimentieren und seine besten Settings miteinander vergleichen, ohne das Preset-Menü der DAW nutzen zu müssen!

Presets

Die Harmony Engine kommt mit einer Preset-Library, die bereits voreingestellte Parameter und Chords beinhalten. Nur noch Grundton und Skalen müssen eingestellt werden, um schnell den Sound typischer Harmonies zu erreichen, die bereits im Panorama verteilt und in der Lautstärke angepasst sind. Individueller ist es allerdings, wenn man selbst Hand anlegt und sich seine eigenen – zum Song passenden – Harmonies gestaltet. Auf geht’s in die Praxis!

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