Gitarre
Test
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11.06.2018

Praxis

Ich verbinde das Pedal mit meinem Marshall JVM 410 und nehme die angeschlossene, mit Vintage 30 bestückte 2 x 12" Box mit einem SM 57 ab. Als Gitarre kommt erst einmal eine Music-Man-Reflex zum Einsatz. Für die Beispiele aktiviere ich das Gate und betreibe das Pedal mit aktiviertem High-Gain-Schalter, der noch Thema sein wird.

Im ersten Beispiel spiele ich ein Riff erst ohne, dann mit dem Pedal in der Thrash-Einstellung.

Das Pedal geht schon mit allen Reglern in der Mittelstellung ausgesprochen deftig ans Werk und erzeugt den bei Metalbands beliebten Scooped-Sound, bei dem die Mitten heraus-, dafür aber die Bässe und Höhen hereingedreht werden.

Wie unterschiedlich die Thrash- und die Mid-Einstellungen klingen, lässt sich anhand der nächsten Beispiele heraushören. Erst schalte ich in die Thrash-, anschließend in die Mid-Einstellung.

Hier sind die beiden unterschiedlichen Klang-Anmutungen. Fehlen in der Thrash-Einstellung weitestgehend die Mitten, mischen diese sich in der Mid-Einstellung deutlich in das Klangbild und sorgen für mehr Durchsetzungskraft, wobei der Sound im Vergleich traditioneller klingt.

Nun möchte ich herausfinden, wie sich der Gain-Regler bei unterschiedlichen Einstellungen im Thrash und im Mid-Mode verhält. Dabei positioniere ich ihn erst in die Minimal-, dann in die Mittel- und abschließend in die Maximalstellung.

Hier erst einmal im Thrash-Mode:

Und hier im Mid-Mode:

In beiden Fällen liefert das Pedal ein breites Feld unterschiedlicher Gain-Strukturen, was das Einsatzgebiet erheblich erhöht! Allerdings ist schon bei Linksanschlag des Gain-Reglers mehr Gain im Spiel, als die meisten Pedale in der Maximalstellung liefern. Der Unterschied zeigt sich aber in der Tightness beim abgedämpften Spiel auf den tiefen Saiten, die Attacks werden bei höheren Gain-Settings erheblich breiter und beginnen schon ab der Mitteleinstellung zu pumpen, was durchaus gewollt und vor allem gefragt ist.

Für das nächste Beispiel stimme ich die E-Saite herunter auf D und erzeuge das bekannte Drop-D-Tuning. Dabei interessiert mich, wie sich der Tone-Regler verhält und drehe ihn, wie schon den Gain-Regler, erst auf Linksanschlag, dann auf 12 Uhr und abschließend in die Maximalstellung. Der Gain-Regler steht hier wieder in der Mittelstellung.

Erst ist die Mid-Einstellungen zu hören, dann der Thrash-Mode.

Der Tone-Regler zeigt sich ausgesprochen wirkungsvoll und ist in der Lage, den Sound in verschiedene Richtungen zu formen. Dabei bleibt die Durchsetzungskraft glücklicherweise erhalten. Nach links gedreht wird der Sound fetter und breiter, nach rechts gedreht aggressiver und aufdringlicher.

Für das nächste Beispiel schließe ich eine Cyan Hellcaster Baritongitarre an und drehe am Tight-Regler. Dafür positioniere ich den Gain-Regler in die Maximalstellung, um den Effekt besser heraushören zu können. Wieder schalte ich erst in den Mid-Mode, anschließend dann in die Thrash-Einstellung.

Auch der Tight-Regler arbeitet höchst effektiv. Hier werden die tiefen Töne bearbeitet und das Resultat geht von warm und dick bis hin zu aggressiv und direkt. So lässt sich je nach Geschmack und Spielweise der individuelle Sound optimieren.

Um die Wirkungsweise des Gain-Schalters zu erkunden, drehe ich alle Regler auf 12 Uhr und aktiviere den Schalter im zweiten Durchgang. Erst hören wir die Thrash-, im nächsten Beispiel dann die Mid-Einstellung.

Der Sound verändert sich für meinen Geschmack nur marginal, allerdings ist beim Spielen ein Unterschied zu bemerken. Der Klang wird insgesamt fetter, vor allem in den Bässen ist ein Schub zu vernehmen und die Gainstruktur verdichtet sich.

Wie sich das Gate verhält, hört man im nächsten Beispiel sehr deutlich.

Für mich arbeitet das Gate sehr effektiv und schneidet das Signal genau richtig ab, um so akzentuierte Riffs selbst bei High-Gain-Settings auf den Punkt zu spielen.

In den nächsten Beispielen möchte ich auf die Effektmöglichkeiten eingehen und diese mit beiden Einstellmöglichkeiten aufnehmen. Dafür schleife ich ein Delay ein und spiele das erste Beispiel im Pre-Mode ein. Anschließend nehme ich ein Audiofile mit dem Delay im Post-Modus des FX-Weges auf.

Das Resultat ist exakt so, wie man es erwartet. Wird das Delay vor der Zerrstufe betrieben, werden die Wiederholungen ebenfalls verzerrt und treten im Vergleich zum Betrieb hinter der Zerrstufe wesentlich mehr in den Vordergrund. Das hat zur Folge, dass der Sound eher verwäscht, was kein Manko sein muss! Gary Moore beispielsweise hat in seiner Rockphase oft das Delay vor seinem Amp betrieben.

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