Test
8
16.12.2019

Allen & Heath DX012 und GX4816 Test

Audio-Expander

Digitales Multicoresystem und Stagebox

Nicht alles in der Netzwerktechnik muss kompliziert und umständlich sein. Dass es auch anders geht, zeigen die neusten digitalen Stageboxen aus dem Hause Allen & Heath. Diese sollen nach dem Motto „einstecken und geht“ funktionieren. Kein Setup-Wahn, keine manuelle IP-Vergabe. Man steckt einfach ein CAT5e-Kabel zwischen Stagebox und Mixer, um sich an einer sauberen Signalübertragung zu erfreuen. So steht es zumindest im Prospekt. Der Praxistest wird zeigen, wie anwenderfreundlich die frischen Signalsammelstellen aus dem Hause Allen & Heath sind.

Details

Es ist schon eine erstaunliche Entwicklung. Betrachtet man die Allen & Heath GX4816 Stagebox, dann grenzt es immer noch an ein kleines Wunder. Stolze 48 Inputs und 16 Outputs mit einer Samplerate von 96 kHz lassen sich bis zu hundert Meter mit nur einem CAT5e-Netzwerkkabel übertragen.

Ein vergleichbares analoges Multicore würde nicht nur deutlich teurer, sondern auch wesentlich größer und schwerer ausfallen. Ein Hoch auf die moderne Technik. Zumindest in diesem Fall ein deutlicher Gewinn für alle Beteiligten.

Was die Stageboxen von Allen & Heath zudem auszeichnet, ist deren gute Erweiterbarkeit und dass auch die günstigeren Modelle nicht nur auf eine Mixerserie beschränkt sind. So kann der Anwender, wenn er das nächst größere Mixermodell wählt, oftmals noch die bereits vorhandenen Stageboxen weiternutzten. Im Falle unserer Test-Stageboxen lassen sich diese mit den Mixern aus der SQ- und dLive-Serie sowie dem gerade neu vorgestellten Avantis-Mixer nutzen. Klasse Sache! Schauen wir uns zunächst die große GX4816 genauer an.

Allen & Heath GX4816

Die Stagebox wird im Karton geliefert. Das 5 HE große 19-Zoll-Gehäuse ist durch großzügige Schaumstoffeinlagen bestens für den Versand geschützt. Mit im Karton befinden sich ein Kaltgerätekabel und eine gedruckte Gebrauchsanweisung. Die Orientierung fällt leicht, denn alle Ein- und Ausgänge befinden sich auf der Vorderseite. Die Rückseite beherbergt lediglich einen massiven Lüfter nebst Öffnung für ein Kensington-Schloss.

Auf der Vorderseite befinden sich auf der linken Seite gleich 48 Mikrofoneingänge. Als Anschlussarmaturen kommen ausschließlich Produkte aus dem Hause Neutrik zum Einsatz. Die 48 Preamps sind durchnummeriert und werden zudem von 48 LEDs begleitet, die eine anliegende Phantomspeisung anzeigen. Unterhalb der Eingänge ist eine Kaltgerätebuchse für die Stromversorgung angesiedelt. Damit sich das Kaltgerätekabel nicht unfreiwillig löst, hat man der Stagebox noch ein Zugentlastung für das Kaltgerätekabel spendiert.

Die rechte Seite der Stagebox gehört den Ausgängen und den Netzwerkanschlüssen. Gleich 16 Line-Ausgänge bietet die GX4816. Die Ausgänge sind durchweg analog und spielen die Signale im symmetrischen XLR-Format aus.

Unterhalb der Ausgänge notiert der Autor gleich drei Netzwerkbuchsen, die mit professionellen EtherCON-Buchsen bestückt sind. Wie es sich gehört, finden wir an gleicher Stelle auch eine Reihe von Status-LEDs wieder. Die „Power LED“ zeigt eine korrekte Stromversorgung an, während die „Ready LED“ die generelle Betriebsbereitschaft der Netzwerk-Ports signalisiert.

Die drei Ethernet-Ports unterteilen sich wie folgt: Die GX4816 verfügt über zwei DX- und einen GX-Port. Der GX-Port trägt die Audiosignale von der Stagebox zum Mixer über ein CAT5e-Kabel. Der Job der beiden DX-Ports ist es, die Anzahl der Ein- und Ausgänge durch zusätzliche Stageboxen aus der DX-Reihe (z. B. DX168 oder unsere DX012) zu erweitern oder die A&H-ME-Personalmixer mit Signalen zu versorgen.

Eine GX4816 verbindet sich mit einem CAT5e-Kabel an einen SLink-Anschluss einer Allen-&-Heath-SQ- oder Avantis-Konsole oder an eine gigaACE-Netzwerkkarte eines dLive-Mixers. Aber da geht noch mehr. Bis zu zwei GX4816 können simultan an einer SQ- oder Aventis-Konsole andocken, während ein dLive-S-Class-Pult gleich fünf GX4816 verwalten kann. Eine dLive C Class spielt immerhin noch mit drei GX4816-Stageboxen. Somit empfiehlt sich die GX4816 als zentrale Signalsammelstelle für unterschiedlichste Szenarien.

Allen & Heath DX012

Nicht nur eine Nummer kleiner, sondern gleich vier Höheneinheiten kleiner präsentiert sich die Allen & Heath DX012. Wie der Name schon andeutet, bietet diese 1 HE und 19 Zoll große Stagebox keine Eingänge, dafür aber zwölf Ausgänge. Was die DX012 besonders macht, ist die Tatsache, dass sich die insgesamt zwölf XLR-Ausgänge von analog auf digital (AES/EBU) umschalten lassen!

Folgende Kombinationen stehen zur Verfügung: zwölf analoge Line-Ausgänge, acht analoge Line-Ausgänge und vier Stereo-AES-Ausgänge oder vier analoge Line-Ausgänge und acht Stereo-AES-Ausgänge. Coole Geschichte! Wie die GX4816 kann auch die DX012 mit einem CAT5e-Kabel an einem dLive Surface, einem dLive Mixrack oder einen SQ- bzw. Avantis-Mixer andocken. 

Wie beim großen Bruder befinden sich auf der Rückseite des sauber verarbeiteten 19-Zoll-Gehäuses lediglich ein Netzschalter und eine Kaltgerätebuchse samt Zugentlastung. „Anschluss“ findet der User ausschließlich auf der Vorderseite. Hier finden wir die zwölf Ausgangsbuchsen in Vierergruppen angeordnet. Wieder kommen Neutrik-Buchsen zum Einsatz. Die vier Ausgänge auf der linken Seite sind fix analog, die beiden anderen Vierergruppen lassen sich mit zwei Schaltern separat von analog auf digital umschalten.

Ganz rechts sind zwei EtherCON-DX-Buchsen angebracht. Die erste nutzt man für die Verbindung zu einem Mischpult, während die zweite DX-Buchse zum Durchschleifen an weitere Einheiten dient oder via Schalter für eine redundante Verkabelung nutzbar wird. Ein weiterer Schalter bestimmt die Samplerate, die sich nur global für alle digitalen AES-Ausgänge bestimmt lässt. Die Auswahl umfasst Samplerates von 44.1 kHz, 48 kHz, 88.2 kHz und 96 kHz. Je nachdem, welchen Mixer von Allen & Heath man mit der DX012 verbindet, ist die Anzahl der maximal kaskadierbaren Einheiten unterschiedlich. 

Bis zu 16 DX012 spielen an einer SQ- oder Avantis-Konsole, während ein dLive-C -Class-Mixer bis zu 22 DX012 verwaltet. Am meisten geht natürlich mit dem Flaggschiff dLive S. Ganze 46 x DX012 können dort andocken. Für den Praxistest kommt ein Allen & Heath SQ5 zum Einsatz.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare