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Test
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05.04.2018

Alesis Vortex Wireless 2 Test

Keytar USB/MIDI Controller

Der Trend geht zum Umhängekeyboard!

Bereits zu Beginn 2018 hat Alesis den Nachfolger des Vortex Wireless Umhängekeyboards auf der NAMM Show vorgestellt. Das neue Vortex Wireless 2 gehört damit zur dritten Generation der Keytar-Serie aus dem Hause Alesis, welche erst 2012 ihr Debut auf dem Markt gab. Neben zahlreichen Pads und neun neuen Fadern besitzt das Vortex Wireless 2, ebenso wie sein Vorgänger, einen „Beschleunigungssensor“, welcher je nach Neigung des Keyboards MIDI-Daten sendet und optional auch ausgeschaltet werden kann. Einer imposanten Bühnenperformance steht also nichts mehr im Weg!

Zugegeben: Umhängekeyboards haben in der Keyboarderszene schon immer polarisiert. Die einen mögen es, die anderen haben damit ihre Schwierigkeiten. Oft wird das Umhängekeyboard zu Unrecht als „Modern Talking“-Keyboard abgestempelt oder gar in die Schublade des 80er-Jahre-Kitsch geschoben. Es mag wohl vor allem daran liegen, dass wir als Keyboarder doch eher etwas zurückhaltender sind, vor allem wenn es um die Performance auf der Bühne geht. Dabei bekommt man als Spieler mit der Keytar vor allem eines: Die Aufmerksamkeit des Publikums! 

Jedenfalls geht es mir persönlich so, obwohl ich bekennen muss, dass ich noch nie ein solches Umhängekeyboard besessen habe. Mit der Lieferung des Vortex Wireless 2 ist für mich also der Tag gekommen, an dem auch ich nun endlich in den Genuss dieser Tasten-Gitarre komme. Und wenn ich an dieser Stelle kurz darüber sinniere, wer ein solches Keyboard schon benutzt hat, dann fallen mir neben Dieter Bohlen tatsächlich einige doch sehr profilierte Musiker ein: Herbie Hancock, Jan Hammer und George Duke sind nur einige davon. Und auch heute kann man die Keytar noch gelegentlich auf der Bühne finden - sie ist also keinesfalls ausgestorben. Ich sehe diesen Test also Herausforderung an, welche ich gerne annehme. Hier gibt es mit Sicherheit noch einiges zu entdecken - fangen wir damit an!

Details

Erster Eindruck

Wie schon die beiden Vorgängermodelle, so versprüht auch das neue Vortex Wireless 2 pures Selbstbewusstsein. Das schwarz-glänzende Gehäuse mit der leicht schrägen Form ist geradezu prädestiniert um auf sich aufmerksam zu machen. Sobald das Keyboard per USB verbunden ist oder mittels vier AA-Batterien mit Strom versorgt wird, leuchten die Bedienelemente Blau auf - das ist sehr stylisch und verleiht dem Instrument einen futuristischen Touch. Mein erster Eindruck der neuen Keytar ist angenehm positiv. Das Vortex Wireless 2 ist jedenfalls nichts für schüchterne Keyboarder! 

Neben dem 3 kg schweren Keyboard ist im Lieferumfang natürlich auch ein verstellbarer Umhängegurt sowie eine zugehörige Gurtschlaufe zur Kabelsicherung enthalten. Für den drahtlosen Empfang der MIDI-Daten hat Alesis einen eigenen USB-Empfänger-Stick entwickelt, der auf einem Bluetooth-ähnlichen Prinzip basiert und nach dem Einstecken in den Rechner sofort erkannt wird. Daneben liegt dem Vortex Wireless 2 auch noch ein USB-Kabel bei sowie zwei Downloadkarten für die kostenlose Software, zu welcher mehrere Programme gehören: Ableton Live 9 in der Lite-Version, der Software-Synth timeWarp2600 sowie die AIR Vortex Wireless 2 Suite. Letztere besteht aus den vier Software-Plugins AIR Hybrid, AIR LoomII, AIR VacuumPro und AIR Xpand!2 aus dem Hause AirMusicTech und bietet eine große Soundvielfalt, um den sonst zunächst klanglosen Vortex Wireless 2 mit einer gehörigen Portion an Klängen zu füttern. Neu am Vortex Wireless 2 ist auch der Alesis-eigene Preset-Editor, den man kostenlos herunterladen kann. Damit können die zahlreichen Controller wie z. B. Fader und Pads einfach entsprechenden MIDI-Kanälen und -Befehlen zugewiesen werden. Das erspart dem neuen Vortex Wireless 2 auch jegliche aufgedruckten Bedienungshilfen, die beim Vorgänger noch nötig waren, um vormals die Zuweisungen vorzunehmen. Daneben können 25 Presets mit individuellen Controller-Zuweisungen im Instrument abgespeichert werden.

Controller

Die Vortex Wireless 2 Keytar ist ein reines Controllerkeyboard und besitzt keine eigene Klangerzeugung. Dafür ist es neben seiner anschlagdynamischen Tastatur mit Aftertouch mit einer Vielzahl an zuweisbaren MIDI-Controllern ausgestattet. Die Bedienelemente lassen sich Aufteilen in die Bereiche unterhalb der Tastatur und den Halsbereich des Keyboards. Unterhalb der Tastatur finden acht anschlagdynamische Triggerpads, acht Fader und ein kleines Display ihren Platz. Die etwas weniger intuitiven Drehregler beim Vorgänger gibt es hier nicht mehr. Am Hals des Keyboards hingegen finden wir ein kaum verändertes Bedienfeld, bestehend aus Pitch-Wheel, Volume-Fader, einem Ribbon-Controller sowie weitere Buttons. Die Knöpfe Lower, Split und Upper verraten, dass die Tastatur in zwei Zonen unterteilt werden kann. Über die drei Buttons Ribbon Modes, kann man mit dem Ribbon Controller auf die Schnelle drei verschiedene Quellen steuern. Eine Besonderheit stellt der spezielle Beschleunigungs-Sensor dar: Dieser registriert die Neigung des Keyboards und schickt entsprechende MIDI-Werte, die man im Editor zuweisen kann. Neu am Vortex Wireless 2 ist der Tilt-Button am Halsbereich, über welchen dieser Sensor auch ganz einfach abgeschaltet werden kann.

Anschlüsse

Die Anschlussmöglichkeiten des Vortex Wireless 2 befinden sich auf der rechten Seite des Keyboards. Hier finden wir neben einer USB-Buchse und einem klassischen MIDI-Out auch einen Wahlschalter für die Stromversorgung (Batterien / Aus / USB). Beim Vortex Wireless 2 gibt es allerdings keinen Anschluss für ein Sustain-Pedal mehr. Auch die Anschlussmöglichkeit eines externen Netzteils ist nicht mehr vorhanden: Das Vortex Wireless 2 kann nur noch per USB oder Batterien betrieben werden. Insgesamt vier AA-Batterien werden auf der Rückseite des Keyboards in ein Fach eingesetzt. Gleich daneben gibt es sogar noch ein weiteres, länglicheres Fach, das Platz für beispielsweise ein paar Ersatzbatterien oder z. B. ein Kabel mit sich bringt. Sehr praktisch!

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