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Test
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18.03.2013

AKG Perception 170 Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofon

Pastellstäbchen

AKG zählt zu den ganz großen Namen der internationalen Mikrofongeschichte. Im nichtprofessionellen Bereich sind die Österreicher sogar bekannter als die "Piefkes" Neumann und Schoeps. Seit Einführung der Perception-Serie im Jahr 2005 werden preiswerte Mikrofone verschiedenster Bauarten angeboten, um günstige Alternativen zu C 414, D 112 und – wie im Falle der 170er – zum C 451 anbieten zu können.

Ob das Perception 170 dem großen Namen etwas entgegenzusetzen hat oder nicht, muss ein Pärchen der beiden im bonedo-Testmarathon unter Beweis stellen. Auffällig: Ein einzelnes Mikro ist mit einem unverbindlichen Preis von 119 Euro außerordentlich preiswert!

Details

"Nee, nix Elektret": Das Herzstück eines AKG Perception 170 ist eine Echtkondensatorkapsel, deren 0,5" durchmessende, goldbedampfte Membran auch für rückseitig eintreffenden Schall zugänglich ist – es handelt sich also um einen Druckgradientenempfänger. Durch den Umweg, den der Schall durch die seitlichen Eintrittsöffnungen und am breiten Kegelfuß vorbei zurücklegen muss, entsteht die beliebteste und am weitesten verbreitete aller Richtcharakteristiken, die Niere. Ein genauer Blick in das Polar Pattern zeigt jedoch, dass es sich trotz Benennung "Niere" eher um eine "Breite Niere" oder eine "Offene Niere" handelt: Die 180°-Dämpfung geht nicht gegen unendlich (bei 1 kHz sind es nur etwas mehr als 15 dB), bei Besprechung aus 90° sind es bis hinauf zu 10 kHz sogar nur 5 dB. Anders als bei den üblichen Breiten Nieren (wie der Colette-Kapsel MK 21 von Schoeps etwa) kann man aber eine sehr kleine, frequenzunabhängige Pegelanhebung von etwa 5 dB mit 30° Öffnungsradius von der Hauptaufsprechrichtung feststellen. Der grafische Frequenzgang zeigt eine deutliche Höhenanhebung um 10 kHz und leichte Dips bei 5 kHz und 300 Hz. Bei 135 dB SPL liegt der Anteil der im Mikrofon entstehenden Verzerrungsprodukte bei 0,5%, schaltet man das Pad hinzu, gewinnt man 20 dB und kann entsprechend höherpegelige Schallquellen miken. Die Empfindlichkeit des phantomgespeisten Pastellmikrofons liegt mit 12 mV/Pa im Rahmen des Üblichen, das äquivalente Eigenrauschen ebenfalls, wenn man die Membrangröße im Hinterkopf behält: 21 dB(A) sind es dort.

Nicht so schnell unterkriegen lassen wird sich das 170 bei "mechanischer Beanspruchung", wie es so schön heißt. Widrigen Einflüssen entgegenzusetzen hat das 16 cm lange Mikrofon nämlich einen Messingkorpus mit stabilen Gittern über der Membran, die – besonders in Kombination mit dem mutigen Türkis-Metallic – für einen gewissen Fifties-Touch sorgen.

Das Stereo-Set beinhaltet zwei "factory-matched" 170er mit Klemmen. Geliefert werden die Schallwandler in einer Faltschachtel mit ausgeformtem Schaumstoff und allerhand Papierwerk.

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