Test
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26.02.2016

AKG DSR800 Band 2 DE

Digitaler True-Diversity Zweikanal-Empfänger

Obere Mittelklasse

Das DMS800 läutet bei AKG die Wachablösung bei den digitalen Funksystemen der oberen Mittelklasse ein. Der Nachfolger des AKG DMS700 möchte noch vielseitiger sein und so präsentiert sich sein Empfänger DSR800, Gegenstand dieses Testberichts, mit DSP-Effekten, grafischer Frequenzbandanalyse und DANTE-Kompatibilität. Ja, in der gehobenen Mittelklasse muss man schon einiges bieten, um seinem Verkaufspreis gerecht zu werden. Dieser beträgt 1649 Euro UVP und was der digitale, zweikanalige Rack-Receiver zu leisten vermag, erfahrt ihr im nachfolgenden Artikel.

Details

Auftritt und Features

Der Drahtlosempfänger steckt in einem robusten, schwarzen 19-Zoll-Gehäuse mit 1HE. Die Bedienelemente auf der Front sind sicher, weil vertieft untergebracht. Gut ein Drittel der Front nehmen Display und HF-Level-Meter ein. Auf der Rückseite sind die beiden analogen Ausgänge verstaut, jeweils als XLR- und unsymmetrische Klinkenbuchse. Für die XLRs lässt sich individuell der Ground Lift aktivieren. Eine weitere XLR-Buchse gibt ein AES/EBU-Signal (48 kHz) aus, für die Synchronisation ist ein Wordclock-Eingang mit klassischer BNC-Buchse zuständig. Über den Ethernet-Anschluss findet der DSR800 Anschluss an ein DANTE-Netzwerk, der Datendurchsatz beträgt 100 Mbit/s gesendet werden. Die gerätespezifische MAC-Adresse ist zum Glück auf einem Aufkleber vermerkt. Besitzt man das optionale HIQNET-Interface HUB4000 Q, lässt sich der Empfänger per RJ10-Buchse mit einem PC verbinden.

Technik und Einsatzgebiete

Das DMS800 setzt auf digitale Diversity und sollte somit auch unter widrigen Umständen eine sichere Funkübertragung gewährleisten. Die Audiobandbreite des Systems reicht von 25 Hz bis 20 kHz und sticht damit einige Kontrahenten aus. Die 24-Bit-Auflösung hingegen ist Standard, ebenso die Audio-Abtastrate von 44,1 kHz. Für die Abhörsicherheit sorgt eine Verschlüsselung im AES-Standard mit 512 Bit. Dank digitaler Frequenzumtastung (FSK, Frequency Shift Keying) arbeitet das System störunempfindlich.

In der getesteten Variante mit der Zusatzbezeichnung „Band 2 DE“ bedient der DSR800 unter anderem den Frequenzbereich von 710,1 bis 789,9 MHz, der seit der ersten digitalen Dividende Profi-Anwendern zur Verfügung steht. Ab 2017 kann die Verwendung dieses Bereichs jedoch durch Geräte beeinträchtigt werden, die den Mobilfunkstandard LTE nutzen. Der Frequenzbereich bis 733 MHz fällt dann für die Nutzung von Wireless-Systemen weg, da er für den LTE-Downlink reserviert ist. Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr hier in unserem Special.

Käufer des AKG DSR800 Band 2 können jedoch unbesorgt sein, denn der Empfänger arbeitet zusätzlich im Frequenzbereich von 823,1 bis 831,9 MHz. Dieser liegt in der sogenannten Duplexlücke und ist noch mindestens bis Ende 2025 anmelde- und gebührenfrei. In Verbindung mit seiner Frequenzwahl in 25-kHz-Schritten und einer Schaltbandbreite von 150 MHz ist der DSR800 deshalb zukunftssicher, auch im internationalen Einsatz.

Ebenfalls erhältlich ist die Version „Band 1“. In dieser Ausführung arbeitet das Gerät mit den Frequenzbereichen 548,1 bis 605,9 MHz sowie 614,1 bis 697,9 MHz. Sie sind nahezu vollständig anmeldepflichtig. 

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