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27.10.2016

Ableton Live Set Export überträgt Musik aus iOS Apps

Ableton hat sich schon mit Ableton Link um die plattformübergreifende Vernetzung von Musik-Apps verdient gemacht. Nun hat Ableton still und heimlich ein Software Development Kit (SDK) zum Importieren von Audiodateien aus iOS-Apps herausgegeben. Programmierer können dieses SDK nutzen, um ihre Apps Ableton Export-fähig zu machen. Und User können Musik in iOS Apps beginnen und später in Ableton Live beenden.

Die iOS App Novation Blocs Wave (für iPad + iPhone) verfügt bereits über die Möglichkeit, in der App erstellte Patterns nach Ableton Live zu exportieren. Nun sind weitere Apps hinzugekommen. In diesem offiziellen Ableton Video zeigen Ben Kamen von Patterning und Sebastian Schatz von TriqTraq, wie man via Ableton Link mit den Apps gemeinsam jammt, die jeweiligen Ergebnisse dann nach Ableton Live exportiert und dort weiterverarbeitet.

Auch Novation zeigt in einem Video den Export aus Blocs Wave. Im Selbstversuch lief der Link-Sync supertight, nur der Export von Blocs Wave auf meinem iPhone 6 zu Ableton Live wollte noch nicht so recht klappen. Gebt dem Update eine Chance!

TriqTraq auf dem iPhone funktioniert allerdings einwandfrei so wie es sein soll: schnell einen pfiffigen Loop basteln, als Ableton-File in die Dropbox exportieren, das Zip-File auf dem MacBook öffnen und schon steht das TriqTraq-Pattern aufgebrochen in einzelne Audiodateien in Live zur Verfügung. Wenn Ableton und TriqTraq via Link synchronisiert sind, laufen beide Apps parallel – nun ja, mit dem gleichen Material.

Warum das gut ist

Bisher habe ich bei langweiligen Zugfahrten gern Loops auf der iElectribe oder anderen iPhone Apps gebaut und als WAV exportiert, um diese dann später in Live zu laden. Ableton Export geht den entscheidenden Schritt weiter: hier liegt jede Spur einzeln als Audiofile vor, auch die Spur des Delay-Send-Effects wird einzeln berechnet. Die bis zu 16 TriqTraq-Patterns erscheinen in Ableton Live als genauso viele Scenes. Jetzt macht es also doppelt Spaß, mit iOS-Apps Loops zu erstellen und Sounddesign zu betreiben, denn durch Ableton Export hat man später im Studio sehr detaillierten Zugriff auf die unterwegs entstandene Idee.

Ableton Link

Wer Link noch nicht kennt: Link ist ein Protokoll, mit dem Computer- und Tablet/Smartphone-Apps miteinander synchronisiert werden, so sie sich im gleichen WLAN-Netzwerk befinden. Plattformübergreifendes synchronisiertes Jammen ist so ganz einfach drahtlos möglich.

Die Liste der Link-fähigen Apps wird immer länger. Als kompatible Desktop-Anwendungen stehen Reason, Serato DJ, Max und natürlich Ableton Live selbst zur Verfügung.

Auch Native Instruments Traktor bietet in der brandneuen Version 2.11 Link an. Dabei muss Ableton Live selbst gar nicht in die Session involviert sein, Link funktioniert eigenständig. Mehrere Link-fähige Instanzen können auf einem Gerät geöffnet sein, z.B. Ableton Live und Traktor auf dem Laptop.

Die Verbindung zur Hardware-Welt muss bislang allerdings zumeist noch durch MIDI-Clock aus Apps wie Ableton Live geschaffen werden. Es gibt aber auch glorreiche Ausnahmen: KORGs kostenlose iOS-App SyncKontrol ist Link-kompatibel. Damit lässt sich ganz unkompliziert KORG Hardware wie die Monotribe- und die Volca-Serie im Link-Verbund synchronisieren. 

Das besondere an Link im Gegensatz zu anderen drahtlosen Sync-Verbindungen wie KORG WIST ist, dass es bei Ableton Link kein Master/Slave-Verhältnis gibt: jeder kann in die Session an einem beliebigen Punkt ein- und aussteigen und auch am Tempo drehen. Die 80s Synth-Pop-Legende Thomas Dolby hatte schon Recht: „The Golden Age of Wireless“ ist endlich da. Und es macht einfach Spaß!

Eine stets aktualisierte Liste aller Link Apps findet ihr hier.

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