Test
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23.03.2020

Praxis

Im folgenden Video könnt ihr verschiedene Kits des 2Box SpeedLight Kits hören und euch einen Eindruck von der Dynamik der Sounds verschaffen:

Das Rack: Leicht und stabil, aber umständlich beim Aufbau

Mangelnde Standfestigkeit kann man dem Rack schon aufgrund seiner kräftig dimensionierten Rohre nicht vorwerfen, und dass die Konstruktion dennoch relativ leicht ausfällt, ist ein weiterer Pluspunkt. Allerdings kostet der Aufbau des Gestänges Zeit und auch Nerven, denn die Verbindungsklammern müssen beim Zusammenstecken der Stangen, selbst nachdem die Flügelschrauben vollständig gelöst wurden, etwas aufgebogen werden, um über die Rohre zu passen, und selbst dann geht die Sache ziemlich hakelig vonstatten und braucht mehrere Versuche, bis die Klammer endlich auf dem Rohr sitzt. Auf der Unterseite des Kickpads ist ein Gummistreifen aufgeklebt, der das Pad am Verrutschen hindern soll. Leider funktioniert das nicht auf meinem Proberaumteppich und vermutlich auch nicht auf anderen Teppichen. Klett wäre hier sinnvoller gewesen, somit muss ich mich voll und ganz auf die Wirkung der Dornen verlassen. Diese verhindern ein Verrutschen der sehr leichten und leider auch etwas wackeligen Konstruktion allerdings erst, nachdem ich sie wiederholt und mit Nachdruck in den Teppich gebohrt habe.

Das Ratespiel mit der Verkabelung

Wenig Freude kommt auch bei der Verkabelung der Pads auf, denn anstelle von Bezeichnungen wie „Snare“ oder „Kick“ sind die Kabel – die in vier verschiedenen Längen vorliegen, was übrigens nirgends erwähnt ist – lediglich mit Zahlen versehen. Also: Rausfinden, welches die längsten Kabel sind, diese dann an die am weitesten vom Modul entfernten Pads anschließen und so weiter, bis alle Kabel stecken. Dann beim Einstöpseln der Kabel in die Pads immer schauen, in welchem Modulkanal das Kabel steckt… Das hätte man durch eine simple Beschriftung nun wirklich einfacher lösen können. Nachdem endlich alles aufgebaut und verkabelt ist, bin ich gespannt, wie sich das Kit spielt und wie es klingt. 

Sounds und Play-Along Songs können sich hören lassen

Das Spielgefühl auf den Mesh Head Pads ist gut, unterscheidet sich aber auch nicht von vergleichbaren Pads der meisten anderen Hersteller. Gleiches gilt für die Gummispielflächen der Beckenpads. Die Sounds gefallen mir insgesamt gut, unter den 90 überschreibbaren Presets finden sich zahlreiche akustische und elektronische Drumkits sowie Percussion Kits, wobei einzelne Pads in einigen Kits auch mit Loops bestückt wurden. Übungsfunktionen bietet das DrumIt Three Modul nicht, dafür sind aber zehn Play-Alongs an Bord, die verschiedene Stilistiken beinhalten und zeitgemäß klingen. Leider sind diese aber wenig variabel, denn das Tempo lässt sich lediglich verringern (bis auf 50%), wobei sich auch die Tonhöhe verändert. Hier bietet die Konkurrenz definitiv mehr... 

Hier folgen nun einige Klangbeispiele ausgewählter Kits:

Im Folgenden könnt ihr einen Querschnitt durch die zehn Play-Along Songs hören:

Das Dynamikverhalten der Sounds fühlt sich angenehm an, und die Latenz, für die Kollege Aggi Berger in seinem Test einen hervorragenden Wert von vier Millisekunden ermittelt hat, macht sich beim Spielen nicht bemerkbar. Hier könnt ihr Snare, Toms und Becken solo hören, um die Dynamik und Authentizität der Sounds zu beurteilen: 

Ein kleines Problem gibt’s beim Triggern... 

Zwei Dinge fallen mir allerdings nach längerem Spielen auf dem Kit auf. Zum einen passiert es immer wieder, dass laute Schläge auf die Schlagfläche des Snarepads den Rimsound anstatt den dem Fell zugeordneten Sound auslösen. Das ist noch verschmerzbar, wenn der Rim mit einem Rimshot-Sound bestückt ist, stört aber massiv, wenn dort ein Percussion-Sound programmiert wurde, der dann plötzlich mitten im Groove zu hören ist, wenn es mal etwas heftiger zur Sache geht. Das Modul ist, wie im DrumIt Three Test nachzulesen, an die Pads verschiedener Hersteller anpassbar, allerdings soll laut Hersteller beim Speedlight Kit ab Werk alles optimal aufeinander abgestimmt sein, weshalb ich den Fehler zunächst beim Snarepad vermute. Tatsächlich stellt sich aber nach einigem Herumprobieren heraus, dass das Anheben des „X-ADJ“-Wertes für den Felltrigger des Snarepads in den globalen Einstellungen („Unit / Spec“) von 0 auf 6 dB das Problem vollständig und ohne „Nebenwirkungen“ löst. 

...und ein größeres bezüglich der Isolation

Ein echtes Problem ist allerdings die äußerst schlechte Isolation zwischen dem Rack und den Pads. Bereits leichte Schläge auf das Gestänge lösen die Tom- oder Beckensounds aus, und auch wenn man mit dem Stick versehentlich das Kunststoffgehäuse eines Drumpads trifft, ertönt der diesem Pad zugeordnete Sound in maximaler Lautstärke. Fatal kann sich dieser Umstand auswirken, wenn ein Tompad mit einem Loop bestückt ist, der dann plötzlich unvermittelt startet.

Das mitgelieferte Hi-Hat Pad, bei dem der Controller übrigens direkt ins Pad integriert ist, macht, was es soll und erfordert keine Kalibrierung – was bei der Verwendung der Hi-Hat Pads anderer Hersteller aber unbedingt erforderlich ist und nicht immer ohne Probleme vonstatten geht, wie Aggi Berger in seinem Test feststellen musste. Gelöst wurde offenbar das in der Version 1.32 existierende Problem, dass die Hi-Hat nach dem Umschalten eines Kits immer als geöffnet interpretiert wird. Dies ist bei der Version 1.36 nicht der Fall. Gut funktioniert auch die Trennung der drei Anschlagzonen des Ridebecken-Pads, sodass die Wechsel zwischen Kuppen-, Flächen und Crashsounds homogen und natürlich klingen.

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