Schrottpresse
Feature
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31.01.2020

10 Ausraster von Musikern auf der Bühne

Meistens kommen Ausraster von Musikern aus heiterem Himmel. Keine Ahnung, welchen absurden Gedankentroll sie gerade gefrühstückt haben. Dann wiederum sind die Aufreger bestens begründet, weil ihnen irgendwelche Aggressionen im Publikum nicht gefallen und sie sich das in ihrem „Wohnzimmer“ nicht gefallen lassen wollen. Natürlich gibt’s auch die Heros, von denen die Fans genau dieses Verhalten erwarten. Von Slapstick über couragiert bis vollkommen bescheuert alles dabei.

Zum Brüllen – Axl Rose auf ungebremstem Kamikaze-Kurs

Guns n‘ Roses Frontmann Axl erlebt eine Peinlichkeit und reagiert darauf wie ein eingeschnapptes Kleinkind, das sich im Supermarkt brüllend auf den Boden schmeißt, weil es seine Lieblingsschokolade trotz Bettelei nicht bekommt: Er setzt zum Stage-Diving an, nimmt Anlauf und springt in die Crowd. Die Typen vor der Bühne sind entweder nicht vorbereitet oder haben einfach keinen Bock den exzentrischen Axl aufzufangen. Er klatscht ungebremst auf den Boden, rappelt sich auf, geht wutentbrannt wieder auf die Bühne, schmeißt sein Mikro in eine Ecke und verschwindet ohne einen weiteren Blick im Backstage-Bereich. Heavy-Metal mit Mimimi-Faktor.

Beeindruckende Verantwortung und Zivil-Courage

Dave Grohl von den Foo Fighters hat immer ein Auge auf das Publikum. 1998 schreit er einen Typen in der Menge an, der eine Frau belästigt hat. Er weist den Kerl unmissverständlich darauf hin und lässt ihn von den Ordnern entfernen. Das war’s. Du kannst nach Hause gehen. Die alte Metal-Regel: Respekt für alle! Den hat auch Dave sich durch seine Zivilcourage unbedingt verdient. Das hat übrigens auch bereits Billie Joe Armstrong von Green Day genauso konsequent durchgezogen. Er sieht, wie ein Fan andere Leute attackiert und brüllt ihn an: „Warum kommst du nicht her, Du kleiner Motherf...er? Du willst dich prügeln? Ich kämpfe mit dir, genau jetzt.“ Billie springt von der Bühne und verpasst dem Typen einen Drop-Kick. Sein Ärger über den aggressiven Zuschauer ist mehr als deutlich.

Wenn Musik zur Begleiterscheinung der Zerstörung wird

Kurt Cobain macht das, was er meistens macht. Er zerstört reichlich Equipment. Immer wieder beeindruckend, aber wirklich außergewöhnlich war das nicht. Schließlich war die Zerstörungswut bei Nirvana gewissermaßen Teil der Show. Es gehörte schlichtweg dazu, als wollten die Grunge-Ikonen spätestens im Finale alles kurz und klein trampeln. Die Klampfen werden rabiat zerdeppert. Das Drumset wird mit brachialer Energie in Einzelteilen von der Bühne gefegt. Kein Verstärker, der sich seines Überlebens sicher sein könnte. Ach ja, zuvor hat die Band übrigens auch noch ein paar Songs gespielt.

Ganz schön abgehoben im Star-Status
Die Musiker haben ihre eigenen Vorstellungen vom Ablauf des Gigs und Verhalten des Publikums. Und bei manchen spielt da zweifellos eine gehörige Portion Arroganz mit. Als James Hetfield keine eindeutige Antwort auf die Frage erhält „Wollt ihr Rock’n’Roll oder nach Hause gehen“, geht er eben selbst. Mit beiden Beinen felsenfest in der Luft, kann man da nur sagen.  Vielleicht hätten sie ihre speziellen Anforderungen in den Tour-Rider schreiben sollen. Da passen schließlich die verrücktesten Kuriositäten hinein. Nachlesen könnt ihr das in diesem Artikel über die „10 absurdesten Tour-Rider der Musikgeschichte“.

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