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KI-Musik im Jahr 2026: So viel generierte Musik hören wir im Alltag (ohne es zu merken)

In der modernen Musikbranche wird künstlich generierte Musik immer prominenter. Laut einer aktuellen Studie aus Amerika hören vor allem junge Menschen regelmäßig KI-Musik, häufig ohne sich dessen bewusst zu sein. Zudem wächst aber auch der Widerstand innerhalb der Musikbranche. Streamingplattformen gehen gezielt gegen KI-Musik vor und zum ersten Mal verbietet ein Land einen KI-Hit aus den Charts.

© Canva

KI-Musik im Mainstream

Dass KI-Musik mittlerweile von Massen konsumiert wird, zeigt sich anhand einer brandneuen Morgan-Stanley-Studie. Laut der Studie konsumieren etwa 50 bis 60 Prozent der 18- bis 44-Jährigen Amerikaner wöchentlich zwischen zweieinhalb und drei Stunden von KI-generierter Musik. Über alle untersuchten Altersgruppen hört ein Anteil von etwa 36 Prozent KI-Musik und das durchschnittlich 1,7 Stunden pro Woche.

Jedoch ist auffällig, dass KI-generierte Musik nur selten über klassische Streamingdienste wie Spotify oder Apple Music gespielt wird. Die zentralen Plattformen, über die KI-Musik verbreitet und konsumiert wird, sind YouTube und TikTok. Die generierten Lieder dienen hierbei oftmals als Hintergrundmusik, Meme-Content oder als Teil eines viralen Clips.

© Wikimedia Commons: Editantpv

In diesen Kontexten dient KI-Musik primär als einfache Begleitung für entsprechende Videos, nicht als Kunstwerk an sich. Wer aktiv Musik hören möchte tendiert also weiterhin zu Liedern und Alben, die menschlich komponiert wurden.

Hörer erkennen KI-Musik kaum

Dennoch scheint KI-Musik immer präsenter und zugleich immer besser zu werden. Mittlerweile kann fast niemand mehr KI-generierte Musik zuverlässig erkennen. Aus einer Ipsos-Studie aus dem November 2025 ergab sich, dass 97 Prozent der Befragten nicht unterscheiden konnten, ob ein Song von einem Mensch oder einer KI produziert wurde.

Dazu zeigte eine andere Studie, dass der Großteil der befragten Musiker und Musikerinnen bereits Künstliche Intelligenz in ihren kreativen Prozessen verwenden. Diese Ergebnisse unterstreichen die enorme Unsicherheit, die mit moderner KI-Entwicklung einhergeht. Womöglich wird KI bereits viel stärker konsumiert, als in der Morgan-Stanley-Studie angenommen. Die Dunkelziffer kann schließlich nicht genau ergriffen werden.

Streamingdienste unter Druck

Im Herbst 2025 versprach Spotify stärker gegen massenhaft produzierten KI-Songs, sogenannter “AI Slop”, vorzugehen. Bis jetzt waren die Erfolge bei diesem Vorgehen jedoch gering. Immer wieder entstehen KI-Profile die, mithilfe von gekauften Streams, bei Spotify viral gehen. Teilweise werden sogar gezielt Bands, Musiker und Musikerinnen imitiert, was Millionen von Streams generieren kann.

Der Streamingdienst Deezer gab bekannt, dass über 50.000 KI-generierte Lieder pro Tag hochgeladen werden. Das entspricht rund 34 Prozent aller neuen Songs auf der Seite. Deezer versucht zwar mithilfe von neuer Erkennungstechnologie und gezielter Kennzeichnung dieser Entwicklung entgegenzuwirken, doch die Menge an KI-Content wächst stetig weiter.

Dies wirft die Frage auf, ob man KI-Musik überhaupt aufhalten kann. Selbst wenn KI-Musik noch nicht ganz im Mainstream angekommen ist, scheint diese Entwicklung unvermeidbar. Doch eben den Risiken erkennt Morgan Stanley zudem auch mehrere Chancen, wie KI-Musik die Branche verbessern kann. Beispielsweise könnten Streamingplattformen mithilfe von KI Inhalte besser an die Hörer und Hörerinnen personalisieren. Auch behaupten die Analyst:innen, dass Konzerte und Festivals dadurch an Bedeutung gewinnen könnten.

Bandcamp im Kampf gegen KI

Bandcamp hingegen vertraut auf einen anderen Ansatz. Die Plattform bietet die Möglichkeit Musik und Merch hochzuladen, den Fans sich direkt kaufen können. Ein Großteil der Einnahmen geht dabei an die Künstler:innen selbst, weshalb die Seite besonders bei Indie- und Underground Musiker:innen beliebt ist.

© Wikimedia Commons: Bandcamp

Am 13. Januar setzte Bandcamp ein klares Zeichen, indem die Plattform KI-generierte Inhalte vollständig verbieten möchte. In einem Statement erklärte Bandcamp:

“Bandcamps Mission ist es, die heilende Kraft der Musik zu verbreiten, indem eine Gemeinschaft aufgebaut wird, in der Künstler:innen durch die direkte Unterstützung ihrer Fans wachsen können. Wir glauben, dass die menschliche Verbindung, die durch Musik entsteht, ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesellschaft und Kultur ist – und dass Musik weit mehr ist als ein Produkt zum Konsumieren. Sie ist das Ergebnis eines menschlichen kulturellen Dialogs, der lange vor der Erfindung der Schrift begonnen hat.”

“”Ebenso sind Musiker:innen mehr als bloße Produzenten von Klang. Sie sind wichtige Mitglieder unserer Gemeinschaften, unserer Kultur und unseres sozialen Gefüges. Bandcamp wurde geschaffen, um Künstler:innen direkt mit ihren Fans zu verbinden und es Fans zu ermöglichen, Musiker:innen fair zu unterstützen, damit sie weiterhin Musik machen können.”

Ziel sei es dabei eine Umgebung zu schaffen, in der Musik frei geschaffen werden kann und Fans sicher sein können, dass sie Musik von realen Menschen unterstützen. Jede Form der KI-gestützten Imitation anderer Künstler oder Stile ist untersagt. Verdächtige Inhalte können gemeldet und ohne Nachweis entfernt werden.

Schweden verbannt KI-Hit aus den Charts

Ein weiteres Beispiel für den Umgang mit KI zeigt ein aktueller Fall aus Schweden. Vor einigen Wochen erlangte der Folk-Pop Song “I Know, You’re Not Mine” große Aufmerksamkeit in den Spotify-Charts. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Song des vermeintlichen Musikers Jacub, teilweise mithilfe von KI erstellt wurde. Genauer scheinen die Stimme und Teile der Instrumente KI-generiert zu sein.

Anschließend wurde der Song aus den offiziellen schwedischen Charts ausgeschlossen. Der schwedische Branchenverband IFPI erklärte dazu, dass Lieder, die überwiegend KI-generiert sind, nicht für die offiziellen Charts zugelassen werden. Der Song bleibt dafür weiterhin auf Spotify verfügbar. Dennoch ist es das erste Mal, das ein Lad eine klare Grenze für KI-Streaming und den Charts zieht.

Fazit

Somit zeigen sich klare Bewegungen gegen KI-Musik, sowohl auf Streaming-Plattformen, als auch in den Charts. Mehrere Stimmen setzten sich dafür ein, dass KI-generierte Musik nicht den Mainstream erlangt. Womöglich werden weitere Länder dem Beispiel von Schweden folgen. Vielleicht orientieren sich andere Streaming-Dienste an den Maßnahmen von Bandcamp.

Wie sich KI-Musik in der Musikbranche im Jahr 2026 entwickeln wird bleibt abzuwarten. Doch während auch die Technik stets besser wird, wachsen auch die Stimmen für ein gerechtes und menschliches Umfeld für Künstler und Fans.

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