Mit dem Synergy SYN-20IR 1×12 Combo präsentiert der amerikanische Hersteller die passende All-In-One-Lösung im kompakten Format, nachdem er die Gitarrenwelt im letzten Jahr mit dem SYN-20IR Head begeisterte. Unser Testkandidat ist mit einem 12“ Celestion Vintage 30 Speaker bestückt und optisch in sehr vielen Varianten erhältlich. Laut auf der Bühne, leise im Studio, flexible Sounds mit den Synergy-Modulen und ein Line-Out mit hochwertigen IRs: Das sind nur wenige von diversen Argumenten, die für den Synergy SYN-20IR Combo sprechen.

- modulares Konzept
- 3 speicherbare Kanäle
- druckvoller und ausgewogener Sound über den integrierten Lautsprecher
- Preamp-Module – ausgezeichnete Soundqualität, dynamische Ansprache & Spielgefühl
- sehr guter Sound auch über den Line-Out mit Cab-IRs
- eigene IRs können geladen werden
- MIDI
- vielfältige Anschlüsse/Ausstattung
- Rückseite von unten etwas schwerer zugänglich
- Bedienfeld steht auf dem Kopf, wenn man den Amp von der Front her bedient
- kein Standby-Schalter

Was macht den Synergy SYN-20IR Combo so besonders?
Herzstück des SYN-20IR Combos sind die inzwischen 26 variablen Preamp-Module, von denen die meisten in Lizenz mit Herstellern wie Friedman, Soldano, Bogner, Diezel, Engl und anderen entstanden sind. Der neueste Zugang ist ein Marshall JMP-Modul, das ihr auch hier im Test hören könnt. Mit diesem flexiblen Konzept ist man in der Lage, sich selbst den Lieblings-(Pre-)Amp und damit auch den Basissound zusammenzustellen.
Das Montieren der Module ist denkbar einfach: Sie werden in die vorgesehenen Schienen eingeführt, bis zum Anschlag eingeschoben und mit zwei seitlichen Schrauben befestigt. Der Wechsel eines Moduls dauert lediglich eine knappe Minute und ist damit auch ein Argument für den Einsatz mehrerer Einheiten: So wird zum Beispiel der Z.Wreck beim Blues-Gig eingesteckt und der Diezel Herbert, wenn es mal richtig knattern soll. Das Konzept bietet sich natürlich auch für den Recording-Einsatz an.

Allerdings stört mich beim Combo die Tatsache, dass die Module auf dem Kopf stehen, wenn man ihn von der Front aus bedient. Erfahrungsgemäß stehen die meisten Gitarristen beim Spielen vor und nicht hinter dem Amp. Natürlich gibt es klassische Vorbilder wie der AC30, aber Tradition hin oder her – praktischer wäre meines Erachtens eine umgekehrte Positionierung.
Flexible Master-Sektion mit Reactance-Control und Power-Structure
Auf der rechten Seite des Panels findet man die Regelmöglichkeiten für die Master-Sektion mit Master-Volume und Reactance-Regler. Letzterer justiert Presence, Depth und Sagging in einem Rutsch. Über den Power-Structure-Taster können drei unterschiedliche Modes für die Endstufenstruktur ausgewählt werden, die der Hersteller folgendermaßen beschreibt:
- Mode A: Bietet eine ausgewogene Gegenkopplung für einen klaren und druckvollen Sound.
- Mode B: Hat einen Vintage-Phaseninverter, der sanfte Mitten und betontere Höhen liefert.
- Mode C: Bietet eine HiFi-Phaseninversion mit geringer Gegenkopplung für einen modernen Sound mit vollen Bässen und gedämpften Höhen
Der Amp hat keinen Standby-Schalter, was aus meiner Sicht etwas schade ist, auch wenn es andere Meinungen gibt: Ein Röhrenamp bietet erst bei Betriebstemperatur die volle Klanggüte. Im Standby-Betrieb kann man diesen Zustand erhalten und der Amp liefert ab dem ersten Ton. Schaltet man ihn nach dem Soundcheck oder in Pausen aus, benötigt er anschließend wieder einige Zeit zum „Warmlaufen“.
Wie flexibel arbeitet der Line-Out mit IRs?
Seine 20-Watt-Röhrenpower bläst der Combo über den Vintage 30 Speaker ins Freie, aber er ist auch dann parat, wenn es ganz leise zugehen soll. Über den Line-Out (XLR) kann ein Monosignal mit integrierten Cab-IRs ausgegeben werden. Der Amp besitzt vier Speicherplätze für IRs, über den Editor können zwei weitere hinzugeladen werden – auch von Drittanbietern. Bei Bedarf lässt sich jedem Amp-Kanal eine andere IR zuweisen. Auch die Einstellungen für Power-Structure sind für jeden Kanal unterschiedlich speicherbar.
Kopfhörer-Anschluss und FX-Loop sind ebenfalls an Bord
Für entspanntes Üben zu Hause hat man dem Amp einen Headphones-Out mit 6,3-mm-Klinkenanschluss spendiert, dazu einen seriellen FX-Loop zum Anschließen von Effektgeräten zwischen Preamp und Endstufe. Weitere Anschlüsse sind ein USB-B zum Bedienen des Editors am Computer und ein MIDI-In für den mitgelieferten Dreifach-Fußschalter.

Gewöhnungsbedürftig ist die Position dieser Anschlüsse. Die befinden sich nämlich an der Unterseite des Amp-Chassis oberhalb des Speakers und sind nur von unten erreichbar. Das heißt, man muss entweder quasi unter den Amp kriechen, um zu sehen, wo welche Kabel angeschlossen werden, oder man stellt den Amp auf den Kopf. Vorteil: Keine überstehenden Stecker und die Platzierung des Combos näher an der Wand ist möglich. Und mit der Zeit hat man auch die Positionen für die am meisten genutzten Anschlüsse im Griff.
Ist der Synergy SYN-20IR Combo seinen Preis wert?
Der Synergy SYN-20IR Combo ist kein Schnäppchen, aber für etwas mehr als 1600 Euro und rund 400 Euro für ein Preamp-Modul nach Wahl erhält man einen sehr gut klingenden dreikanaligen Combo-Amp, bei dem man den Preamp und damit den Grundsound selbst wählen kann. Dazu kommen Features wie Reactance-Control, Power-Structure, ein FX-Loop sowie ein Line-Out mit IRs. Das bedeutet, dass der Combo komplett flexibel einsetzbar ist, vom Kopfhörer übers Wohnzimmer bis zur Bühne mit Speaker und IRs.





