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Test: Kemper Profiler PowerHead MK 2 – Ist Profiling 2.0 der große Wurf?

Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 führt das bewährte Profiling-Konzept in eine neue Generation. Herzstück der Aktualisierung ist neben einem optischen und technischen Facelift das Profiling 2.0, das eine noch genauere Abbildung von Verstärkern verspricht. Mit sieben zusätzlichen Effekten, einer erweiterten USB-Audio-Funktion und neuen Resonance-Parametern im Cab-Block soll der Profiler klanglich und funktional spürbar zulegen. 

Kemper Profiler PowerHead MK2 Test
Unser Fazit:
5 / 5
Pro
  • Soundqualität und Ansprache
  • zusätzliche Effekte
  • verbesserte Dynamik durch Profiling 2.0
  • verbesserter Profiling-Workflow
Contra
  • keins

Kemper Profiler PowerHead MK 2 – das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der Kemper Profiler PowerHead MK 2? Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 ist ein Amp-Profiler und Multi-Effektprozessor mit integrierter 600-Watt-Endstufe.
  • Was unterscheidet die Kemper MK 2-Serie vom MK 1? Neben kosmetischen Detailverbesserungen bietet die MK 2-Serie vor allem einen leistungsstärkeren Prozessor, der schnellere Boot-Zeiten ermöglicht und die Basis für das neue Profiling 2.0 bildet. Hinzu kommen eine um sieben Effekte erweiterte FX-Sektion, 8-Kanal-USB-Audio, ein Looper mit bis zu zwei Minuten Aufnahmezeit sowie zwei neue Resonance-Parameter im Cab-Block.
  • Was bietet das Profiling 2.0? Profiling 2.0 ermöglicht eine noch präzisere und dynamischere Abbildung von Amp- und Cabinet-Sounds, da Verstärker und Box detailreicher erfasst werden. Neu ist zudem, dass sich die Cabinet-Resonanz anpassen lässt.
  • Welche Kemper-Modelle können das Profiling 2.0 nutzen? Alle Kemper-Modelle der MK 2-Generation sowie der Profiler Player unterstützen Profiling 2.0. Auf der ersten Kemper-Generation lassen sich 2.0-Profile zwar laden, sie werden dort jedoch mit geringerer Auflösung wiedergegeben.
  • Was sagt der Test? Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 punktet mit klanglichen Fortschritten, fantastischer Effektqualität und praxisnahen Neuerungen. Auch wenn Profiling 2.0 keinen radikalen Quantensprung markiert, stellt es gegenüber dem bisherigen Classic Profiling eine klar wahrnehmbare Verbesserung dar.

Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 im Detail: Das neue Erscheinungsbild

Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 präsentiert sich weiterhin im klassischen „Toaster“-Format und misst 385 × 160 × 210 mm (B × T × H). Auch wenn die optische Identität erhalten bleibt, fallen einige Detailverbesserungen sofort auf: Das Design wirkt minimal zeitgemäßer und auch die Potis hinterlassen einen haptisch wertigeren Eindruck. Auf der Front bietet der MK 2 im Wesentlichen die bekannten Bedienelemente der MK 1-Generation, lediglich die Stomps- und Effects-Tasten wurden gestrichen. 

Auf der Rückseite belässt Kemper dagegen alles beim Alten, sodass der Profiler dem gewohnt umfangreichen Anschlusskonzept treu bleibt. 

Weiterhin im klassischen „Toaster“-Format – die MK 2-Version des PowerHead.
Weiterhin im klassischen „Toaster“-Format – die MK 2-Version des PowerHead.

Mehr Power, mehr Feinschliff: Die neuen inneren Werte der MK 2-Version 

Da die grundsätzliche Funktionsweise des Kempers bereits im ersten Review ausführlich behandelt wurde, soll der Fokus hier vor allem auf den Neuerungen der MK 2-Version liegen. Neben dem dezenten kosmetischen Facelift und einem geringeren Gewicht bietet der MK 2 vor allem einen leistungsstärkeren Prozessor. Dieser sorgt nicht nur für schnellere Reaktions- und Boot-Zeiten, die beim Test ab Werk bei etwas über 20 Sekunden lagen. Er bildet auch die Grundlage für das neue Profiling 2.0, auf das wir bei den Klangbeispielen noch genauer eingehen werden.

Ebenfalls neu sind die beiden Resonance-Parameter im Cab-Block: Während Resonance-Frequency festlegt, bei welcher Frequenz die eingefangene Boxenresonanz sitzt, bestimmt Resonance-Intensity, wie stark diese ausgeprägt ist, also wie viel Druck und „Thump“ die Box erhält. Ergänzt wird das Ganze durch einen erweiterten Looper, der nun bis zu zwei Minuten Aufnahmezeit ermöglicht.

Kemper Profiler PowerHead MK 2: Was ist neu in der Effektsektion?

Der neue Kemper bringt sieben zusätzliche „Pedalboard Essential“-Effekte mit, die in den Fixed FX-Blocks vor und hinter der Amp-Sektion platziert sind. Insgesamt sind damit nun 20 Blöcke in Serie möglich. Darunter zeigen sich bekannte Effekte wie Compressor, Pure Booster, Wah-Wah, Vintage Chorus, Air Chorus und Double Tracker. Einige davon sind auch in den regulären Effektblöcken vorhanden, allerdings fallen die Parameter der Fixed FX etwas rudimentärer aus. Wirklich neu ist hingegen das Palm Ninja Noise-Gate, das vor allem für Metal-Gitarristen interessant sein dürfte. 

Fotostrecke: 6 Bilder Neben kosmetischen Detailverbesserungen bietet die Mk 2-Serie vor allem einen leistungsstärkeren Prozessor,…

Kemper Profiler PowerHead MK 2: Was ist neu im Workflow?

Arbeitsweise und Bedienung orientieren sich weiterhin stark an der ersten Kemper-Generation, sodass Nutzer eines MK1-Gerätes nicht bei null anfangen müssen. Lediglich der Profiling 2.0-Prozess wurde vollständig überarbeitet: Der Profiler muss nun an einen Computer angeschlossen werden, die Testsignale wurden angepasst und die Dauer des Profiling-Zyklus verkürzt. Ein Refining ist nicht mehr erforderlich, und auch die Pegeleinstellung wird nun vom Profiler mit übernommen. Kemper-Neulinge, die den Workflow klassischer Multieffekt-Systeme von Line 6, Boss, Fractal Audio oder Neural DSP gewohnt sind, dürften aufgrund der etwas eigenständigen Bedienlogik zunächst eine kurze Einarbeitungsphase benötigen. Die zahlreichen Tutorials schaffen hier jedoch eine solide Grundlage und erleichtern den Einstieg.

Kemper Profiler PowerHead MK 2: Was bringen Rig-Manager und USB-Upgrade in der Praxis?

Deutlich zugänglicher präsentiert sich dagegen die Arbeit mit dem Rig Manager, der als zentrale Editor- und Verwaltungssoftware für den Profiler fungiert und die Organisation, Bearbeitung sowie Synchronisation von Rigs merklich vereinfacht. Dass manche Nutzer das Layout als etwas „oldschoolig“ empfinden, ist durchaus nachvollziehbar, aber nach kurzer Eingewöhnung lässt sich die Software zügig bedienen. 

Zum Testzeitpunkt lag mir der aktuelle Rig-Manager in einer Beta-Version vor, die sich im Alltag weitgehend stabil zeigte. Besonders praktisch ist dabei, dass sich in der Spaltenkopfzeile auf einen Blick erkennen lässt, ob ein Rig auf einem Classic Profile oder auf dem neuen Profiling 2.0 basiert. Auch beim USB-Audio legt der MK 2 zu: Statt vier stehen nun acht USB-Kanäle für Recording und Reamping direkt in der DAW zur Verfügung.

Fotostrecke: 3 Bilder Deutlich zugänglicher präsentiert sich dagegen die Arbeit mit dem Rig Manager,…
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So klingt der Kemper Profiler PowerHead MK 2 an Audio-Interface und Box

Für die Soundfiles stöpsle ich den Kemper Profiler PowerHead MK 2 zunächst in Stereo in mein Audio-Interface, eine RME Fireface UFX. Zur Beurteilung des Endstufen-Sounds verbinde ich den Kemper mit einer 2 x 12“-Box mit Celestion Greenbacks. Diese wird mit einem AKG C414 abgenommen. Die verwendeten Gitarren werden jeweils angegeben.

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Wie gut klingen die Amp Profile 2.0 in der Praxis?

Anmerkung: Da zum Testzeitpunkt auf dem Kemper ausschließlich Classic Profiles aufgespielt waren und die Auswahl an frei erhältlichen wie auch kostenpflichtigen 2.0-Rigs noch sehr begrenzt ist, beschränke ich mich hier auf die Verwendung von dillrigs mit 2.0-Profiling.

Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 ist bereits ab Werk mit einer großen Auswahl an Rigs ausgestattet, zudem stehen über die Rig Exchange mehr als 20.000 User-Kreationen zur Verfügung. Außerdem können komplette Rig-Pakete etablierter Anbieter wie Michael Britt, dillrigs, BM Profiles oder Guidorist separat erworben werden. Die neuen 2.0-Profile überzeugen mit einer sehr direkten Ansprache und einem hervorragenden Spielgefühl. Die Latenz bewegt sich weiterhin leicht oberhalb der 3-ms-Marke und liegt damit in einem ähnlichen Bereich wie bei einem Fractal Audio FM9 oder Neural DSP Quad Cortex

Natürlich steht und fällt das klangliche Ergebnis mit der Wahl des jeweiligen Profils, doch hochwertige Rigs liefern einen beeindruckenden Sound, der inspiriert und unmittelbar Spielfreude aufkommen lässt. Cleansounds perlen wunderbar, während Low- und Mid-Gain-Settings mit einem natürlichen und äußerst dynamischen Break-Up punkten. High-Gain-Sounds präsentieren sich druckvoll und transparent. Gerade in diesem Bereich erweisen sich die beiden Resonance-Parameter als nützlich, um das Low-End gezielt zu formen, während das neue Noise-Gate wirkungsvoll für Ruhe in den Spielpausen sorgt.

Audio Samples
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Clean – Deluxe Reverb – Stratocaster Low Gain – The Valve 3/100 – Stratocaster Crunch – Marshall Plexi – Stratocaster Medium Gain – Peavey 6505 – Les Paul High Gain – Peavey 6505 – Les Paul

Kemper Profiler PowerHead MK 2: Effekte in Studioqualität

Die Effektqualität des Kempers bewegt sich auf sehr hohem Niveau und reicht weit über klassische Brot-und-Butter-Sounds hinaus. Neben den Standardwerkzeugen stehen zahlreiche Möglichkeiten für weitläufige Ambient-Soundscapes bereit, wobei sich besonders Verzerrer, Delays und Reverbs als vielseitig und klanglich absolut studioreif präsentieren. Auch die Modulationseffekte überzeugen mit einem ausgewogenen musikalischen Grundcharakter und bilden selbst analoge Schaltungen erstaunlich glaubwürdig nach. 

Die neuen Fixed Effects erweisen sich dabei als praktische Ergänzung, wenn es darum geht, Basiseffekte im Signalweg unterzubringen. Zwar sind sie im Vergleich zu den regulären Haupt-Slots in ihrer Flexibilität eingeschränkt, genau diese Reduktion kann den Workflow jedoch deutlich beschleunigen und spart zugleich Ressourcen. Als echtes Highlight erweist sich das neue Palm Ninja Noise Gate. Gerade bei High-Gain-Sounds und abgedämpften Riffs sorgt es für einen sauberen, klar abgegrenzten Attack und unterstützt präzise, druckvolle Heavy-Riffings spürbar.

Audio Samples
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Chorus + Comp + Delay – Stratocaster Tube Screamer + Palm Ninja Noise Gate – Les Paul Tube Screamer + Spring Reverb – Stratocaster Comp + Boost + Double Tracker – Stratocaster Lead Sounds – Single Delay – Stratocaster

Profiling 2.0 im Hörtest: Wie groß ist der Unterschied wirklich?

Neben den neuen Features des Kemper MK 2 stellt sich natürlich die Gretchenfrage: Was bringt Profiling 2.0 gegenüber der bisherigen Classic-Version tatsächlich? Aus meiner Sicht löst das neue Verfahren die vom Hersteller versprochenen Verbesserungen überzeugend ein. Die Unterschiede fallen zwar nicht riesig aus, sind aber klar hörbar. Vor allem bei feinem Anschlag und dynamisch abgestuftem Spiel setzt Profiling 2.0 Nuancen spürbar besser um. Davon profitieren insbesondere Medium- und Low-Gain-Sounds, da das Spielgefühl noch stärker an einen echten Verstärker erinnert. Auch im Höhenbereich wirkt das Ergebnis etwas offener und klarer, während das Classic-Profiling im direkten Vergleich minimal bedeckter erscheint. 

Audio Samples
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Marshall Plexi – Classic Profiling – Les Paul Marshall Plexi – Profiling 2.0 – Les Paul The Valve 3/100 – Classic Profiling – Les Paul The Valve 3/100 – Profiling 2.0 – Les Paul

So klingt die Endstufe des Kemper Profiler PowerHead MK 2 

Die 600-Watt-Class-D-Endstufe macht ordentlich Druck, ist absolut bühnentauglich und ausreichend laut. Klanglich präsentiert sie sich angenehm neutral – und das ist auch gut so, denn der Charakter des geprofilten Amps steckt schließlich schon im Profil selbst. 

Audio Samples
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Low Gain – Stratocaster Mid Gain – Les Paul
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Fazit

Der Kemper Profiler PowerHead MK 2 entwickelt das bewährte Profiling-Prinzip mit hörbaren klanglichen und praxisnahen Neuerungen konsequent weiter. Die Soundqualität bewegt sich auf dem gewohnt hohen Kemper-Niveau, und auch die Effekte präsentieren sich in absoluter Studioqualität. Das Facelift fällt hinsichtlich des Gehäusedesigns zwar eher behutsam aus, und auch das Display sowie die Software wirken optisch weiterhin etwas altmodisch – so etwas ist aber letztlich Geschmackssache. Das Profiling 2.0 mag zwar kein gigantischer Quantensprung sein, macht sich klanglich jedoch klar bemerkbar: Die Dynamik fällt hörbar besser aus, der Grundsound wirkt offener, und das Spielgefühl gewinnt vor allem im Low- bis Mid-Gain-Bereich an Authentizität.

Gleichzeitig profitiert auch der Profiling-Workflow von den Neuerungen. Hinzu kommen die erweiterten Fixed FX, die neuen Resonance-Parameter sowie das verbesserte USB-Audio, die den MK 2 im Studio- und Live-Betrieb noch vielseitiger machen. Besonders gelungen ist dabei das neue Palm Ninja Noise Gate, das sich gerade für Metal-Gitarristen als äußerst praktisches Werkzeug erweist. Unterm Strich liefert Kemper mit dem Profiler PowerHead MK 2 ein stimmiges und sehr gelungenes Update ab.

Artikelbild
Profiler PowerHead MK 2
Für 1.798,00€ bei
  • Hersteller: Kemper
  • Name: Profiler PowerHead MK 2
  • Typ: digitaler Amp-Profiler mit Effekten und Class-D-Endstufe
  • Herstellungsland: Deutschland
  • Leistung: 600 Watt
  • Regler: 14 Potis, 1 Schaltpoti, 2 Endlos-Encoder mit Druckfunktion
  • Schalter: 31 Softbuttons, 4 x GND-Lift
  • Anschlüsse: Front – Input Instr., Headphones, USB-A
  • Rückseite – Return Input (XLR), Alternative-Input, Direct Out/Send, Monitor-Out, Stereo-Main-Out (je 6,3 mm Klinke und XLR), S/PDIFIn & Out, MIDI-In, -Out & -Thru, 2 x Switch-Pedal, Network, USB, Power, Speaker Out (6,3-mm-Klinke)
  • Abmessungen: 385 × 160 × 210 mm (B x T x H)
  • Gewicht: 5,7 kg
  • Ladenpreis: 1789,00 Euro (März 2026)

Herstellerseite: https://www.kemper-amps.com

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