Test: 1010music bento – Beyond the Blackbox

1010music’s Bento ist eine kompakte, stylische und leistungsfähige Standalone-Groovebox: 7-Zoll-Touchscreen, viele RGB-Buttons und acht Endlosregler über dem Display treffen auf Sampling, Timestretching, Clip-Launching, Granularsynthese, Mixing und Performance-Effekte – und das alles Akku-betrieben.

Los ging der Test der 1010music bento mit Version 1.0.2. Diese konnte noch enttäuschend wenig.
Los ging der Test der 1010music bento mit Version 1.0.2. Diese konnte noch enttäuschend wenig.

Der Start war holprig, inzwischen wirkt das System deutlich gereift. Zeit für eine faire Einordnung. Bitte folgen Sie mir unauffällig!

Unser Fazit:
3,5 / 5
Pro
  • Kompaktes, gutes Design
  • Engines der Blackbox, Lemondrop und Fireball inside
  • Granulare Synthese der nanobox Lemondrop
  • Wavetable-Synthese der nanobox Fireball
  • Multisample Wizard
  • Responsiver 7″-Touchscreen
  • Schnelle Ladezeiten von Projekten
  • Stabile Synchronisation im MIDI-Verbund
  • Audioloops mit Timestretching
  • Lange Netzunabhängigkeit dank starkem USB-C-Akku
  • Fehlende Funktionen werden mit konstanten Updates nachgereicht
Contra
  • Firmware noch unfertig, viele Bugs
  • Patches können nicht einfach ausgetauscht werden
  • Tracks können nicht untereinander verschoben werden
  • Audioloops spielen manchmal unbeabsichtigt weiter
  • Samplebearbeitung sehr rudimentär

1010music bento – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist die 1010music bento? Eine kompakte Standalone-Sampling-Workstation mit integriertem Akku für den laptop-unabhängigen Betrieb.
  • Welche Features vereint die bento? Sampling, Granular- und Wavetable-Synthese sowie Mixing aus Blackbox, Lemondrop und Fireball in einem Gerät.
  • Was bietet das Audioloop-Timestretching? Tempo-synchrones Abspielen von Audioloops für DAWless-Setups und Live-Performances.
  • Wie sind Verarbeitung und Design? Hochwertige Verarbeitung, kompakte Bauform und durchdachtes Bedienkonzept mit Touchscreen und RGB-Pads.
  • Wie ist der Software-Stand? Regelmäßige Firmware-Updates, viele Funktionen nachgereicht, einige noch in Arbeit.
  • Was sagt der Test? Vielseitiges Standalone-Konzept mit großem Potenzial, derzeit vor allem für experimentierfreudige Nutzer interessant.

Eine „Bentō-Box“ ist eine japanische Lunchbox, in der kleine Köstlichkeiten appetitlich angerichtet werden. So versteht es wohl auch 1010music: ein Happen Sampling von der 1010music Blackbox und Tangerine, paar Slices Mixing von der 1010music Bluebox, ein Spritzer Granular-Synthese von der 1010music nanobox Lemondrop und – mit Firmware 1.3 – auch ein Wavetable-Synth à la 1010music nanobox Fireball.

Das kommt formschön verpackt in einem kompakten Gehäuse, das wie das Lovechild aus Novation Circuit und Ableton Move aussieht. Schauen wir doch mal genauer hin!

DETAILS

Bento in a Box

Schon die Kartonverpackung macht Lust aufs Auspacken. Im Lieferumfang enthalten sind neben der bento ein USB-C-Kabel, ein USB-Splitterkabel, zwei MIDI-Adapter und eine SanDisk Ultra 16 GB microSD-Karte, die in einem Slot an der rechten Gehäuseseite eingeschoben wird. Ein QR-Code lädt zum Firmware-Upgrade ein. Der Test begann mit Version 1.0.2 (sehr unausgereift) und endete mit Version 1.3.4 (durchaus appetitlich).

Fotostrecke: 3 Bilder Die 1010music bento kommt im stylischen Karton.

Outfit

Wie der Ableton Move verfügt die bento über RGB-Pads. Zwar nur zwei Achterreihen, dafür aber kombiniert mit einem sehr crispem, sieben Zoll großen Touchscreen, der auch von der Seite gut ablesbar ist. Er ist nicht ganz so responsiv wie z. B. ein iPhone-Touchscreen, kann aber ähnlich wie ein Handyscreen durch Pinch-Gesten mit zwei Fingern gesteuert werden, z. B. zum Rein- und Rauszoomen von Sequenzen oder Sample-Wellenformen.

Die stylische Oberfläche wird mit 16 Gummitastern bedient, die hintergrundbeleuchtet beschriftet sind, sodass man auch auf dunkler Bühne alles im Griff hat. Über diese erreichen wir die Funktionsebenen wie Tracks, Launch, Song, Mixer, FX, Projekt, Instrument, Sequenz, Scene sowie die drei Transportbuttons für Record, Stop und Play. Bitte alle diese Begriffe gut merken, sie werden im Laufe des Tests noch abgefragt.

Fotostrecke: 3 Bilder Vom Aussehen her wie das perfekte Lovechild von Novation Circuit und Ableton Move.

Anschlüsse satt

Die bento verfügt über superviele Anschlüsse: vier Stereo-Audioausgänge (inkl. Kopfhörerausgang), drei Audio-Eingänge sowie je zweimal MIDI In und Out, alle als Miniklinken ausgelegt. Dazu gesellen sich zwei USB-Anschlüsse – einer zur Computeranbindung und Stromversorgung (Device), einer zur Einbindung eines USB-Controllers (Host).

Bei so vielen Anschlüssen wäre eine klar lesbare Beschriftung gut. Leider sind die Anschlussbezeichnungen nur aufgeprägt. Hier sollte man sich mit Aufklebern die Lesbarkeit – und das Leben – einfacher machen.

Viele Anschlüsse, aber schwer zu lesen.
Viele Anschlüsse, aber schwer zu lesen.

Im Speicher der bento befindet sich jeweils ein Projekt. Jedes Projekt verfügt über acht Tracks, und es stehen bislang sieben Track-Typen zur Verfügung:

  • Multisampled Instruments
  • One-Shot (z. B. für Drumkits)
  • Loop (für timestretched Audioloops)
  • Slicer (für geslicte Loops)
  • Granular (entspricht einer nanobox Lemondrop)
  • Wavetable (entspricht einer nanobox Fireball)
  • External (Einbindung externer Instrumente, ähnlich wie bei Ableton Live)

Um die CPU nicht zu großem Stress auszusetzen, empfiehlt 1010music, nur einen Granular-Synth und maximal zwei Wavetable-Synths pro Projekt einzusetzen. Die Sampling-Engine kennen wir bereits aus der Blackbox, das Reverb entstammt der Bluebox.

Die 1010music bento spielt direkt von der microSD-Karte.
Die 1010music bento spielt direkt von der microSD-Karte.

Power of Eight

Ein Projekt hält maximal 576 Wave-Files. Ein Song besteht aus acht mal acht Sequenz-Clips, die sich in acht Scenes organisieren lassen. Wir können aber auch – wie in Ableton’s Session View – einfach munter Clips launchen und achtsam jammen.

Ein wenig entzweit die Harmonie allerdings, dass durch die RGB-Pads stets nur 2 × 8 Clips im direkten Zugriff stehen, denn die Zweierreihen werden in vier Schritten durchgeschaltet. Clips in Reihe 2 und 3 sind also z. B. niemals im direkten Zugriff über die RGB-Pads. Wir können die Clips aber auch über den Touchscreen launchen – ein wenig Fingerfertigkeit vorausgesetzt, denn die Clip-Felder sind schmal und klein.

Ein bisschen wie Ableton’s Session View in Hardware gegossen – aber eben nur 8 × 8 Clips und 2 × 8 Launchpads.
Ein bisschen wie Ableton’s Session View in Hardware gegossen – aber eben nur 8 × 8 Clips und 2 × 8 Launchpads.

Version 1.3.4

Die ersten Firmware-Versionen der 1010music bento wurden den Erwartungen nicht gerecht, welche das gelungene Hardware-Design geschürt hatte. Hier wurde ein unausgereiftes Produkt zu früh veröffentlicht. Early Adopters fühlten sich als Beta-Tester ausgenutzt, und viel Vertrauen wurde verspielt.

So viel kann ich sagen: Mit Version 1.3.4 (derzeit noch Beta) funktioniert die bento in vielen Bereichen nun endlich wie versprochen und hat auch ein paar neue Tricks im Ärmel.

So kann bento endlich in den SD-Reader-Mode versetzt und vom Computer als USB-Speichermedium gelesen werden. Man muss also nicht mehr umständlich die microSD-Card herausfummeln und dem Computer mit einem externen Card-Reader zugänglich machen. Das macht es so viel einfacher, Backups für bento-Projekte zu erstellen oder bento neue System-Updates zugänglich zu machen.

Endlich gibt’s auch Patch Preview, also das Vorhören von Sounds, bevor man sie lädt. Aber nach wie vor kann man Sounds nicht einfach austauschen: Wird z. B. das Patch des Granular-Synths gewechselt, werden auch alle Sequenzen des Tracks gelöscht. Say whaaaat?!?

Go granular: Die 1010music bento hat einen nanobox-Lemondrop-Granular-Synth an Bord und kann jetzt auch Lemondrop-Presets laden.
Go granular: Die 1010music bento hat einen nanobox-Lemondrop-Granular-Synth an Bord und kann jetzt auch Lemondrop-Presets laden.

More Synths

Mit Version 1.3 kann der Granular-Synth jetzt nanobox-Lemondrop-Presets laden. Außerdem hat 1010music der bento einen Wavetable-Synth spendiert, der dem 1010music nanobox Fireball entspricht – natürlich mit vielen Wavetables.

Der Synth kann sowohl Fireball-Presets als auch eigene WAVs als Wavetable laden, allerdings nur Mono-WAVs in 24 oder 32 Bit. Externe Hardware-Instrumente werden ähnlich wie bei Ableton eingebunden. In- und Outputs für Audio und MIDI werden im Config-Track-Menü eingestellt.

Damit bietet sich bento als zentrale Steuereinheit für kleinere Live-Sets geradezu an und lässt viel Liebe zum Detail aufblitzen: So kann in den Global Settings die Polarität der MIDI-Miniklinken von Type A auf Type B umgeschaltet werden.

Wavetable on board: Die bento ist ein leckeres Best-of-Paket aller 1010music-Hits.
Wavetable on board: Die bento ist ein leckeres Best-of-Paket aller 1010music-Hits.

Looptracks und Multisample-Instrumente

Eine Looptrack-Spur kann 16 Loops aufnehmen. Theoretisch wären also 8 × 16 = 128 (!) Loops in einem bento-Projekt möglich. Aber warte – die bento kann doch 576 Wave-Files pro Projekt verwalten. Richtig, und die können nötig sein, wenn wir in einen Track ein Multisample-Instrument laden oder mit dem Sample-Wizard selbst erstellen. Spoiler: Das funktioniert super.

Die Polyphonie ist übrigens CPU-abhängig: 24 Stimmen Polyphonie werden von 1010music in Aussicht gestellt. Das ist nicht massiv viel, aber für den Zweck gerade noch ausreichend.

Mit 16 Loops pro Instrument kann die bento bis zu 128 Loops in einem Projekt verwalten – timestretched wohlgemerkt.
Mit 16 Loops pro Instrument kann die bento bis zu 128 Loops in einem Projekt verwalten – timestretched wohlgemerkt.

Mixer und Effekte

Im Effekte-Maschinenraum geht es etwas mager zu: Es gibt einen globalen Insert-Effekt (derzeit Chorus, Phaser und Flanger + Distortion) und zwei Send-Effekte (Delay und Reverb), die von den einzelnen Tracks und Pads individuell beschickt werden können. Leider gibt es (noch?) keinen Equalizer, um die Sounds zu bearbeiten, und auch Panning sucht man vergebens.

Spektakuläre Performance-Effekte à la Kaoss-Pad, Octatrak oder Maschine+ sucht man hier ganz vergebens. Immerhin kommen uns hier die bis zu vier Stereo-Audioausgänge zupass, mit denen wir einen externen Mixer beschicken können.

Auf der Mixer-Page finden wir auch den (Master-)Compressor, der uns mit Parametern wie Attack, Release, Threshold, Ratio, Gain, Automakeup und Peak Limit etwas Arbeit beim Abfedern der Transienten abnimmt.

Bei der Effektsauswahl der 1010music bento ist noch viel Luft nach oben.
Bei der Effektsauswahl der 1010music bento ist noch viel Luft nach oben.

Dreifachmodulation

Bis zu drei Quellen können als Modulation angewählt werden. Bei sample-basierten Instrumenten stehen Velocity, LFO, das Modulationsrad, MIDI-Volume und MIDI-Pan zur Verfügung. Beim Granularsynthesizer gibt es zusätzlich zu Velocity noch Pressure, Envelope 1 und 2, LFO 1 und 2, Mod Seq, Key, Mod Wheel bis hin zu Macro X und Y.

Bis zu drei Quellen können als Modulation angewählt werden
Bis zu drei Quellen können als Modulation angewählt werden

Zentrale Steuerungseinheit

Für viele bedeutet der Verzicht auf einen Laptop weniger Ablenkung, schnelleres Arbeiten und mehr Fokus auf den kreativen Prozess.

Und bento will dank seiner vielen Ins und Outs mehr als eine Groovebox sein – nämlich das steuernde Gehirn für elektronische Setups. Mit umfangreichen Audio- und MIDI-Schnittstellen lassen sich externe Geräte wie Synths, Drum Machines oder Sampler problemlos integrieren. Das Gerät ist darauf ausgelegt, sowohl als Clip-Launcher, Sequencer und Recorder als auch als Steuerzentrale für komplexe Setups zu funktionieren. Ideen lassen sich in Echtzeit festhalten oder direkt in eine Performance einbauen – ohne umständliche Menüführung oder externe Tools.

Dabei lässt bento viel Flexibilität aufblitzen: So kann in den Global Settings die Polarität der MIDI-Miniklinken von Type A auf Type B umgeschaltet werden.

Kleiner Wermutstropfen: Natürlich waren so viele Audio- und MIDI-Anschlüsse aufgrund des kompakten Formfaktors nur mit Miniklinkenanschlüssen zu realisieren. Einige Adapter und Spezialkabel sollten also stets mitgeführt werden.

Auch der interne Sequencer ist vielseitig: Klassische Step-Programmierung, Piano Roll und Funktionen wie Wahrscheinlichkeitsverteilung oder Parameter-Locking ermöglichen komplexe, lebendige Patterns, und der Touchscreen erlaubt Programmierung wie auf Smartphones oder Tablets.

Andererseits gibt es auch hier noch einiges zu verbessern. Aber das schauen wir uns besser im wirklich großen Praxistest an. Holt euch noch schnell einen Kaffee und klickt weiter.

Pianoroll-Sequencer, fast wie in der DAW
Pianoroll-Sequencer, fast wie in der DAW

PRAXIS – erstmal Update

Für das Update auf Version 1.3.4 laden wir mit dem Computer erst mal die aktuelle Firmware aus dem Netz auf die microSD-Card der bento. Dafür braucht man dann noch ein letztes Mal einen microSD-Card-Reader, denn den SD-Reader-Mode, bei dem wir direkt auf die Karte in der bento zugreifen, gibt es erst ab Version 1.3.4.

Die Karte wird manuell in die bento zurückgesteckt und die Powertaste so lange gehalten, bis ein Firmware-Update-Menü mit klaren Instruktionen erscheint. Ansonsten läuft das Einschalten wie beim Mac: Den rückwärtigen Powerknopf gedrückt halten, bento quittiert das Einschalten mit einem kurzen Knacks (!) am Audioausgang und lädt nach kurzem Bootvorgang das letzte per Autosave gespeicherte Projekt.

Da wir from scratch beginnen wollen, tippen wir auf PROJ wie Projekt und wählen über das kleine Menü in der untersten rechten Ecke des Screens „New“.

Die Texteingabe bei der 1010music bento erfolgt bequem über den Touchscreen.
Die Texteingabe bei der 1010music bento erfolgt bequem über den Touchscreen.

Kick, Clap & Hat

Erst mal einen simplen Groove programmieren. Ich lade das „Club-Kit“ und setze auf der SEQ-Page vier Viertelnoten auf die Kick-Spur. Step-Recording funktioniert nicht mit den 16 RGB-Pads, sondern ausschließlich per Touchscreen. Dieser ist ziemlich responsiv, aber so richtig sexy ist das nicht – auch weil man mit einem viel zu dicken menschlichen Finger nicht immer auf Anhieb die schmale Spur eines der 16 Instrumente trifft.

Man kann den Screen zwar per Pinch-Geste zoomen, aber ein Finger ist halt keine Maus. Gerade bei Basic-Sounds wie der Kick auf dem ersten Slot nervt es, wenn man statt des gewünschten Sounds auf dem ersten Slot aus Versehen einen der darunter positionierten Softbuttons Event, Sequence, Clear oder Double trifft.

Warum hat die bento 16 schicke RGB-Pads, wenn diese nur für Live-Programmierung, aber nicht für Step-Programmierung genutzt werden können? Hier wünsche ich mir gerade für die hektische Live-Situation ganz dringend Step-Recording mit dem 2 × 8 RGB-Pad-Grid! Wozu hat man das denn sonst?

Bei der Step-Programmierung auf dem Touchscreen wünscht man sich, dass das auch mit den RGB-Pads gehen würde.
Bei der Step-Programmierung auf dem Touchscreen wünscht man sich, dass das auch mit den RGB-Pads gehen würde.

Die Hi-Hat setze ich deshalb gleich im Liverecording, das tight quantisiert ist, denn unquantisiert kann man (noch?) nicht aufnehmen. Auch gibt es noch keine Choke-Groups, um z. B. die Open Hi-Hat mit der geschlossenen Hi-Hat zu muten. Die Pads fühlen sich hingegen gut an, die Größe ist ausreichend, die Anschlagsdynamik ist okay.

Audio Samples
0:00
Alle One-Shot-Sample-Presets des 1010music bento im Preview-Modus

Multisample

Als Nächstes erzeuge ich im Tracks-Menü einen Track für den Bass und lade das Multisample-Preset „101 Basses“, das sofort spielbar auf den RGB-Pads vorliegt. Über die Up- und Down-Taster können wir zwischen acht Oktaven umschalten, aber der tiefste Ton des Presets ist mir noch lange nicht tief genug für soliden Bass. Also springe ich auf die INST-Page und ziehe den Pitch erst mal zwei Oktaven runter und spiele live eine Bassline ein.

Es gibt (noch?) keinen Einzähler, man startet also die Sequenz und nimmt nach einem leeren Durchlauf auf. Da 256 Steps bzw. 64 Takte pro Sequenz möglich sind, kann das schon mal dauern, bis wir wieder beim Beginn des Loops sind.

Andere Standalone-Workstations erlauben das Umschalten der Sounds, um ein aufgenommenes Pattern mit verschiedenen Sounds zu testen. Das geht beim bento (noch?) nicht. Wenn wir per „Change Patch“ einen Sound gegen einen anderen austauschen, verlieren wir alle (!) bisher auf diesem Track getätigten Einstellungen. Ja, auch die eingespielten Sequenzen gehen verloren!!!

Einfach eine Sequenz mit verschiedenen Presets durchprobieren geht also nicht. Sequenzen speichern und neu laden geht ebenfalls nicht. Unbegreiflich im Jahre 2026. Zumindest gibt es seit Version 1.3.4 die Möglichkeit, per „Preview“ in die Sounds reinzuhören, um schnell eine Ahnung zu bekommen, ob der Sound überhaupt zusagt.

Multisample-Wizard

Selbst zusammengestellte Patches können natürlich abgespeichert und wieder geladen werden. Wir können mit dem Multisample-Wizard sogar eigene Multisample-Instrumente erstellen und unsere Lieblingssynthesizer automatisch samplen – entweder Taste für Taste oder in einstellbaren Intervallen, dann mit allerlei Parametern wie Filter, Hüllkurve und LFO abschmecken und als Patches abspeichern.

Das alles funktioniert verblüffend intuitiv und gibt einen hoffnungsvollen Vorgeschmack auf eine schöne bento-Zukunft, in der wirklich alles perfekt funktioniert.

Audio Samples
0:00
Alle Multisample-Presets des 1010music bento im Preview-Modus

Granular Synthesizer

In diesem „Fach der Bentō-Box“ finden wir exakt den Leistungsumfang einer nanobox Lemondrop. Sehr lecker, wenn man bedenkt, dass die Lemondrop allein schon fast die Hälfte einer bento kostet. Zwei Samples werden mit Granular-Synthese zerlegt und mit einem weiteren Oszillator durch zwei Filter, zwei Hüllkurven und zwei LFOs geschickt.

Durch den Touchscreen kann man den Granularsynth natürlich sehr viel übersichtlicher editieren als an einer nanobox. Allerdings kann man (derzeit?) auch nur einen Granularsynth pro Projekt nutzen.

Im Preview-Modus klingen die Sounds leiser und oft leicht verzerrt. Hier ein Beispiel mit dem Granularsound „Ancestral Lands“, als Preview sowie geladen und gespielt im bento.
Ein weiteres Beispiel für verzerrten Preview-Sound: „Duduk Dreams“ (Granular), als Preview sowie geladen und gespielt im bento.

Audio Samples
0:00
Granular-Sound „Ancestral Lands” als Preview und gespielt Granular-Sound „Duduk Dreams” als Preview und gespielt 1010music bento Granular Previews

Wavetable Synthesizer

Die neueste Köstlichkeit seit Firmware 1.3 ist die bento-Version der nanobox Fireball. Fireball-Presets können importiert werden. Selbst Wavetables des beliebten Software-Synths Serum von Xfer können in die bento geladen werden. Achtung: keine Patches, lediglich die Wavetables.

Wavetables müssen als Mono-WAVs in 24 Bit oder 32 Bit vorliegen. Ein Konverter von Serum-Sounds in Fireball-Presets wäre hier natürlich ein absoluter Traum.

Serum-Sounds kann die bento nicht importieren, die Serum-Wavetables allerdings schon.
Serum-Sounds kann die bento nicht importieren, die Serum-Wavetables allerdings schon.
Audio Samples
0:00
Alle Wavetable-Presets des 1010music bento im Preview-Modus

External Instruments

Externe Instrumente sind ähnlich praktisch eingebunden, wie man es von Ableton kennt: MIDI und Audio werden auf einem Track verwaltet, und externe Instrumente können mit Delay und Reverb verfeinert werden.

Da bento über zwei Audio-Eingänge verfügt, können wir also zwei externen Instrumenten jeweils ihren eigenen Mixing-Channel zuweisen – mit sauberem, tightem Timing, ohne nervige Latenzen.

Konnektivität wird bei der 1010music bento großgeschrieben – mit kleinen Miniklinken.
Konnektivität wird bei der 1010music bento großgeschrieben – mit kleinen Miniklinken.

Looptracks

Die Looptracks sind für mich das heimliche Highlight der bento. 16 Loops, die im laufenden Betrieb aufgenommen oder geladen werden, jeder mit einem umfangreichen Parameterset wie Level, Pitch, Pan, Overdrive, Hüllkurven und LFO. Die Loops lassen sich einzeln via RGB-Pads triggern, im Pitch verändern und natürlich (milde) timestretchen.

Als Nächstes lade ich eine Bank mit 16 Audioloops hinein, alle sehr viel langsamer als mein Projekt, das mit 115 bpm voranmarschiert. Ein 92-bpm-Drumloop läuft brav zeitgedehnt mit. Timestretching hat bei der bento jedoch Grenzen: Entfernt sich das Projekt-Tempo zu weit vom Loop-Tempo, dann klingt der Loop schnell grainig.

Und die Tempoanpassung funktioniert auch nicht unendlich: Beim Erreichen von 140 bpm war die Dehnfähigkeit vorbei, und das 92-bpm-Sample sprang wieder ins ursprüngliche Tempo zurück. Der Algorithmus ist also noch ausbaufähig – aber er funktioniert.

Audio Samples
0:00
Alle Loop-Presets des 1010music bento im Preview-Modus

Slicer

Traditionell slicen kann die bento auch. Dabei entstehen bis zu 16 One-Shot-Samples, die dann natürlich alle 16 RGB-Pads bewohnen. Es wäre eine gute Idee, wenn die bento zu den Slices noch die dazugehörige MIDI-Sequenz erzeugen würde. Tut sie aber (bislang?) noch nicht.

Audio Samples
0:00
1010music bento Slicer Previews 1010music bento Vocal Slices

LAUNCH-Modus

Nun haben wir unsere Sounds und Sequenzen, jetzt geht’s ans Jammen und Arrangieren. Im LAUNCH-Modus repräsentieren die 16 RGB-Pads jeweils zwei von bis zu acht Reihen von acht Tracks, mit denen einzelne Clips (bzw. Sequenzen) gestartet werden können.

Der LAUNCH-Modus fühlt sich etwas an wie in Ableton Live mit einem Novation-Controller-Keyboard: Wir können Clips über die RGB-Pads starten, mit den Up-/Down-Tastern auf die nächsten zwei Reihen springen, benötigen aber mindestens einen freien Slot pro Track, denn Stoppen geht nur mit einem beherzten Druck auf einen leeren Sequenz-Slot. Einen Button „Clip Stop“ sucht man hier vergebens.

Das schränkt die mögliche Zahl an Clips pro Track auf sieben ein, wenn man einigermaßen vernünftig im LAUNCH-Modus jammen möchte. Wir können Clips auch über den Touchscreen starten, aber das empfinde ich vor allem in Live-Situationen als zu fummelig. Genial wäre es, wenn die bento Cliplaunch-Controller wie Novation Launchpad oder AKAI APC64 supporten würde.

Großer Finger, kleine Clips: Das Starten von Clips macht über die RGB-Pads mehr Spaß als über den Touchscreen.
Großer Finger, kleine Clips: Das Starten von Clips macht über die RGB-Pads mehr Spaß als über den Touchscreen.

SCENE-Modus

Im Session-View-Modus von Ableton Live wird eine horizontale Reihe von Clips bekanntlich mit einem Scene-Launch-Button gemeinsam gestartet. Aufgrund der eingeschränkten Anzahl von lediglich acht Clips in acht Tracks hat sich 1010music für einen anderen Weg entschieden.

Im SCENE-Modus werden Clips aus verschiedenen Tracks auf dem Touchscreen zusammengestellt – entweder eine komplette Reihe (Select Row) oder individuell – und dann über die weißen RGB-Pads getriggert. Nur acht Scenes sind (derzeit?) möglich. Schade, auch 16 Scenes wären mit diesem Interface kein Problem.

Was mir ebenfalls negativ auffiel: Audioloops stoppten im SCENE-Modus nicht automatisch bei Bedienung der Stop-Taste, sondern eierten manchmal noch munter weiter, bis das ganze Audiofile durchgelaufen war.

Die acht Scenes sind festgelegte Kombinationen von Clips und werden über die RGB-Pads gestartet.
Die acht Scenes sind festgelegte Kombinationen von Clips und werden über die RGB-Pads gestartet.

SONG-Modus

Ein Song ist schließlich eine Aneinanderkettung von acht Scenes. Man kann die so definierte „Scene-Sequenz“ einfach durchlaufen lassen oder über die weißen RGB-Pads einzelne Scenes triggern.

Die weißen Pads sind der einzige Indikator dafür, welche Scene gerade läuft, und da ist der Unterschied zwischen aktiver Scene (heller beleuchtet) und nicht aktiven Scenes (weniger hell beleuchtet) nur schwer zu erkennen. Schön wäre es, wenn die aktive Scene farblich identifizierbar wäre oder zumindest der Rahmen um die der Scene zugeordneten Clips den RGB-Pads folgen würde.

Pro „Song-Step“ lässt sich die Anzahl der Scene-Wiederholungen mit „Play Count“ einstellen. Mit „Song Loop“ wiederholt sich der Song. Mit „Scene Hold“ verweilen wir auf einer Scene.

Aber auch hier fiel mir auf, dass Audioloops gerne noch weiterlaufen, in die nächste Scene reinsuppen und zu Kakophonie führen. Nicht immer, aber wenn es passiert, macht es die Performance kaputt. Und eine Funktion, um einen Song zu rendern, gibt es auch nicht. Aber dafür viel Luft nach oben für die nächsten Updates.

Im SONG-Modus wird das Abspielmuster der Scenes festgelegt.
Im SONG-Modus wird das Abspielmuster der Scenes festgelegt.

Navigation, Regler und Co.

Bei solch kleinen Geräten ist die Navigation immer ein Thema, denn natürlich können nicht alle Funktionen an der Oberfläche bereitliegen. Durch die neun Hauptfunktionsbuttons ist man aber schnell am gewünschten Ort.

Die Steuerung mit den vier Cursor-Buttons empfinde ich als noch zu inkonsistent. Manchmal erfüllen sie eine Funktion, manchmal auch nicht. Das Gleiche gilt für die Endlosregler, die manchmal zum Scrollen durch Listen verwendet werden können – oder eben auch nicht. 1010music hat hier und da bereits mit vergangenen Firmware-Updates Abhilfe geschaffen und wird die Bedienung hoffentlich noch konsistenter machen. Denn da, wo schon alles funktioniert, geht die Navigation durch die Funktionsebenen der bento auch flott von der Hand.

Die acht Endlosregler über dem Touchscreen sind stets dann aktiv, wenn unter ihnen ein einstellbarer Wert angezeigt wird. Dieser ist natürlich von Page zu Page verschieden. Ansonsten erfolgt die Bedienung der bento sehr stark über den Touchscreen.

Beispiel: Wenn wir ein neues Instrument oder „Patch“ anwählen, tippen wir doppelt auf einen leeren Slot im „Tracks“-Menü, worauf sich ein Patch-Browser-Fenster öffnet. Hier scrollen wir mit dem Finger auf dem linken Browser-Baum durch die verschiedenen alphabetisch geordneten Instrumentenkategorien von „All“ bis „Vocals“, wählen in der Kategorie ein Patch aus und laden es per erneutem Doppeltipp in den Track.

Ist dann z. B. ein Granularsynth geladen, werden die Funktionsblöcke wie Wellenformen, Filter, LFO, Hüllkurven und Modulationssequenzer per Fingertip angewählt und dann per Doppeltap oder mit dem rechten Navigationsbutton betreten und mit dem linken wieder verlassen.

Die bento ist zwar das bislang größte Produkt von 1010music – winzig ist sie trotzdem.
Die bento ist zwar das bislang größte Produkt von 1010music – winzig ist sie trotzdem.

Thinking out of the (bento)-Box

Die bento ist nicht nur eine gute Schaltzentrale für ein kleines Hardware-Setup, sie läuft auch als MIDI-Clock-Empfangsgerät sehr brav mit – viel tighter als manches andere Gerät. Meiner Roland TR-8S als MIDI-Clock-Geber folgte die bento im Test ohne Murren, wodurch sich interessante Performance-Möglichkeiten ergeben. Ein oder mehrere Tracks mit bis zu 16 Loops ergeben zusammen mit nur einer Drum-Machine schon sehr viel DAWless-Potenzial.

Wer mir bis hierher gefolgt ist, könnte auf die Idee kommen, dass man ja in einen Loop-Track bis zu 16 Audioloops laden und diese live über die 16 RGB-Pads triggern könnte. Ja, das geht tatsächlich: In einem Loop-Instrument kann ich alle 16 Loops entweder simultan laufen lassen oder einzeln starten und stoppen, indem ich die entsprechenden RGB-Pads ein- oder ausschalte. Der Touchscreen gibt dazu Feedback mit einer Verlaufsanzeige des Loops.

Interessanterweise werden die obersten Loops (1–8) auch als Clips im Launch-Menü angezeigt. Die unteren Loops (9–16) jedoch nicht. Anders als im Launch-Menü lassen sie sich aber im Instrumenten-Menü über die Pads starten und stoppen und mit etwas Fingerakrobatik auch mehrere Loops auf einmal starten.

Wechseln wir in den LAUNCH-Modus, sehen wir bis zu acht Clips, die allerdings jeweils nur einen der ersten acht Loops repräsentieren. Wenn wir hier einen Clip launchen, wird nur der damit assoziierte Loop gestartet (z. B. Loop 3 bei Clip 3), und die anderen verstummen.

Merkwürdig – aber das gibt uns die Möglichkeit, bis zu acht Basisloops auf die obersten Pads zu legen und die unteren acht Pads mit zusätzlichen Loops zu bestücken oder diese als zusätzliche Aufnahme-Slots zu nutzen.

Das Aufnehmen und Abspielen der Loops funktioniert natürlich im laufenden Betrieb. Genauer betrachtet tun sich hier fantastische Möglichkeiten für Live-Performer auf, denn durch die Vielzahl der Audio-Ein- und -Ausgänge entpuppt sich die bento als potenzieller „Super-Looper“. Nicht so intuitiv wie ein Boss RC-505, aber dafür mit den Benefits der vielen anderen Funktionen wie Synths und Sample-Instrumenten.

Trotz aller noch vorhandenen Baustellen kann die bento in einem kleinen DAWless-Liveact-Setup also fast wie ein kleines Mini-Hardware-Ableton zum Abspielen von vorher fein säuberlich zurechtgeschnittenen Stems genutzt werden.

Die 1010music bento kann in DAWless-Setups eine gute Figur als „Super-Looper“ machen.
Die 1010music bento kann in DAWless-Setups eine gute Figur als „Super-Looper“ machen.

Stem-Schleuder

Ich habe von einigen Songs Stems in verschiedenen Längen erzeugt, via USB auf die microSD der bento kopiert und dann Sample für Sample einzeln importiert. Mit einer klar strukturierten Benennung (z. B. DR1_16 für Drums, Part 1, 16 Takte lang) ist das ruckzuck erledigt.

Erstaunlicherweise erkannte das Gerät nach dem Laden automatisch die Taktzahl (bei 130 bpm) und loopte sauber durch. Auch 32 Takte und sogar 128 Takte waren kein Problem. Bei Loops mit 24 und 64 Takten Länge strauchelte die bento allerdings und interpretierte die Taktzahl anders.

Leider kann man der bento (noch?) nicht die korrekte Taktzahl oder BPM eines Loops mitteilen. Und bei 128 Takten sollte man tunlichst nicht das Tempo zu stark verstellen.

Was aber geht, ist im Scene-Modus einen anderen Track-Clip zu starten. Richtig cool wäre es, wenn 1010music pro Track noch eine Art „Slip-Mode“ einführen würde, wie man ihn von AlphaTheta-/Pioneer-CDJs kennt.

Bühnentauglich? Ja, aber …

Die bento macht im Verbund mit anderen Grooveboxen eine sehr gute Figur. Sie lädt schnell auch große Projekte und läuft tight im Sync mit, wie im folgenden Video zu sehen ist. Die bento erhält MIDI-Clock von der Roland TR-8S, läuft brav im Sync mit und gibt gleichzeitig MIDI-Clock an die Dreadbox Typhon heraus. Lediglich die Snare der TR-8S ist zur Verdeutlichung zu hören, später mische ich noch kurz die Bassdrum rein. Ansonsten kommen alle Sounds aus der bento.

Zuerst spiele ich eine Phrase mit einem Vocal-Sample ein und kombiniere diese mit bereits vorhandenen Clips. Als Nächstes nehme ich zwei Loops vom Typhon auf und starte sie im LAUNCH-Modus. Danach lade ich ein neues Projekt, während die TR-8S weiterläuft. Nach kurzer Ladezeit steigt die bento nur einen Takt später automatisch in den Sync mit ein. Hier starte ich jetzt einzelne Scenes und wechsle dann in den SONG-Modus.

Schließlich unterziehe ich den Timestretching-Algorithmus einer Reifeprüfung: Langsam regle ich das Tempo an der TR-8S von 130 bpm herunter, und die bento folgt bis ca. 89 bpm klaglos, bevor sie aus dem Tritt kommt. Im Sync ist sie trotzdem – das beweist sie, wenn der dritte Titel geladen wird und sie nach einem Takt taktgenau einsteigt.

Auch die CPU schlug sich wacker und spielte ohne Mucken und Knacken. Das ist schon echt beeindruckend. Wären da nicht so kleine Bugs wie das Weiterlaufen von Loops aus der alten Scene nach dem Wechsel auf eine neue Scene, das Abstürzen beim Umbenennen von WAVs und andere hier hinlänglich beschriebene Unstimmigkeiten, dann wäre die bento absolut bühnentauglich für Liveacts und Bands, die einen kompakten Hardware-Zuspieler für bis zu 32 Takte lange Loops benötigen.

Leider ohne spektakuläre Effekte – dafür muss man schon eine oder mehrere externe Effektboxen hinter die immerhin drei Ausgänge hängen. Dafür gibt’s bei der bento Synths und Co. on top. Der Sound ist knackig und transparent, und mit dem bequem programmierbaren Summenkompressor lässt sich noch einmal ordentlich Extra-Druck auf Ausgang 1 aufbauen.

Weitere Ausblicke

Bereits auf der Superbooth 2025 war zu vernehmen, dass 1010music die USB-C-Schnittstelle mit Audio- und MIDI-Interface-Funktionalität öffnen wird. Spätestens dann könnte die bento ein leckerer MIDI-Expander mit bequem editierbaren Granular- und Wavetable-Synths sein.

Vor allem hoffe ich inständig, dass 1010music den Workflow mit Audioloops noch intensiver unterstützt und verbessert, denn hier hat die bento für mich definitiv eine herausragende Ausnahmestellung.

Von der Superbooth bis zum Bonedo-Test hat die bento einige ordentliche Updates erfahren.
Von der Superbooth bis zum Bonedo-Test hat die bento einige ordentliche Updates erfahren.

Für wen ist das?

So unfertig die bento an manchen Ecken erscheinen mag: Sie bietet schon jetzt auf kleinstem Raum maximale Power für bestimmte Anwendungen. Wer einen klaren Plan hat, kann mit dem Gerät sehr glücklich werden.

Mobiles Notepad für musikalische Ideen, mehrere Instanzen nanobox Lemondrop und Fireball mit einer großzügigen Bedienoberfläche, Wizard für eigene Multisample-Instrumente oder ausgefuchster Stem-Player für DAWless-Setups – die bento kann jetzt schon viel und bald bestimmt schon wieder ein wenig mehr.

Rund 1.000,- Euro sind eine Menge Geld, auch im Vergleich zur ausgereiften Konkurrenz von Akai, NI und Ableton. Trotzdem hat mich gerade die Möglichkeit begeistert, die wichtigsten Stems meines Repertoires relativ unkompliziert in die bento zu laden und live mit Drum-Machine und Synthesizer darbieten zu können. Kleines Setup, große Wirkung!

FAZIT

So wie eine japanische „Bentō-Lunchbox“ hat auch die 1010music bento einige absolute Köstlichkeiten zu bieten. Manches andere schmeckt mir aber noch gar nicht. Noch nie tat ich mich so schwer, die Punkteverteilung zwischen Hoffnung und Realität abzuwägen und ein eindeutiges Fazit abzugeben, denn die 1010music bento ist noch immer eine richtige Baustelle.

So viel Potenzial, aber auch noch so viele fehlende Funktionen. Ich fühle mich etwas an meinen Test der Akai Force vor immerhin sechs Jahren erinnert, wo ebenfalls vieles noch nicht implementiert war, aber sehr viel möglich erschien und über die Jahre auch tatsächlich ausgerollt wurde. Seit Firmware Beta 1.3.4 besteht auch bei der bento die Hoffnung, dass sie ihre Power auf die Straße bekommt. Der Kauf einer bento ist derzeit auch ein Vertrauensvorschuss auf baldige glorreiche Firmware-Updates, denn die Hardware sieht super aus, die Bedienelemente haben eine gute Qualität, und die vielen Anschlüsse versprechen eine goldene Zukunft als superkompakte Zentrale eines kleinen, mobilen, autonomen und extrem schlagfertigen Setups.

Allein die Möglichkeit, viele 32 Takte lange Stems zu meinem DAWless-Live-Setup tight zu synchronisieren, ist ein Leckerbissen. Wenn die bento irgendwann einmal ausformuliert ist, wäre sie in Sachen Formfaktor und Power ein echter Gamechanger für kompakte DAWless-Setups.

Aber noch ist sie zu unausgereift und mit einem Preis von derzeit rund 1.000,- Euro leider bei Weitem kein Schnäppchen. Gut betuchte und experimentierfreudige Early Adopters, die genau auf solch ein Gerät wie die bento gewartet haben, wird das nicht schrecken. Allen anderen würde ich empfehlen, die weitere Entwicklung der 1010music bento genau zu beobachten – denn in dem kleinen Gehäuse könnte etwas ganz Großes entstehen.

  • All-in-One-Sampling-Studio
  • 8 flexible Tracks, konfigurierbar als: Samplebanks, Multisamples, Slicer, Granular, Loops, externes MIDI
  • 16 druck- und anschlagdynamische Pads
  • Leistungsstarke Effekt-Engine mit Delay, Reverb, Chorus, Flanger, Phaser
  • 7″ diagonaler Touchscreen und 8 kontextabhängige Endlos-Drehregler
  • Step-Sequencer
  • Piano Roll und Wahrscheinlichkeitsfunktionen
  • Interne Modulation (LFOs, Hüllkurven, Step-Sequencer)
  • Audioqualität: 24-Bit-A/D- und -D/A-Wandler
  • Eingänge: 3 × Stereo-Miniklinke (3,5 mm)
  • Ausgänge: 3 × Stereo-Miniklinke (3,5 mm)
  • 1 × Kopfhörerausgang: Stereo-Miniklinke (3,5 mm)
  • MIDI-Eingänge: 2 × Miniklinke (3,5 mm)
  • MIDI-Ausgänge: 2 × Miniklinke (3,5 mm)
  • USB-C Host & Device (Audio/MIDI/Dateitransfer)
  • Interner Akku (bis zu ca. 3 h Laufzeit im Low-Power-Modus)
  • Maße: 20,4 × 21,8 × 5,1 cm
  • Gewicht: ca. 936 g
  • Verpackung: ca. 26 × 21,6 × 7 cm, ca. 1,2 kg
  • microSD-Karten-Slot für Samples/Projekte
  • Unterstützt MIDI-Sequencing und CC-Steuerung
  • Konzipiert als laptop-unabhängige Produktionseinheit
  • Preis: (Verkaufspreis Januar 2026) 968,- Euro

Herstellerseite: https://1010music.com

Hot or Not
?
1010music bento Test

Wie heiß findest Du dieses Produkt?

Kommentieren
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Bonedo YouTube
  • MPE Instruments Comparison - All you need to know!
  • MPC Sample Demo (no talking)
  • Make Noise Universal Skiff System - Interview and Demo