Der Rupert Neve Designs OptoFET bringt zwei klassische Kompressordesigns auf eine Höheneinheit und hat darüber hinaus noch spannende Features zur Klangformung an Bord. Hier erfahrt ihr, ob die graue Kiste im Test überzeugen und dem großen Namen Neve alle Ehre machen kann.

- Klang und Verarbeitung auf Neve-typisch hohem Niveau
- zwei Kompressoren in einem 1HE-Gerät
- Routing- und Klangformungsoptionen
- kein echtes Contra, aber separate Ein- und Ausgänge für beide Sektionen würden das Package richtig perfekt machen
Aus 2 und 3 mach 1
Machen wir uns nichts vor: DER Opto-Kompressor ist der Teletronix LA-2A und sein FET-Pendant der Urei/UA 1176. Beide sind absolute Studiolegenden und werden seit jeher gerne im Duo verwendet, weil sie sich perfekt ergänzen. Der RND OptoFET will das und noch mehr in einem Gerät vereinen – und das auf nur 1HE im Rack (LA-2A: 3HE / 1176: 2HE).


Konzept des RND OptoFET
Rupert Neve Designs haben den OptoFET „Dual Stage Compressor“ getauft. Die FET- und Opto-Sektionen können einzeln gebypasst, in ihrer Reihenfolge getauscht und sogar im Frequenzspektrum aufgeteilt werden, z.B. die FET-Sektion für alle Frequenzen unterhalb des eingestellten Crossovers und die Opto-Sektion darüber oder umgekehrt – im Prinzip also Multibandkompression.
Spezielle Features
Darüber hinaus haben Rupert Neve Designs dem OptoFET noch einige praxisgerechte und spannende Features spendiert: Beide Sektionen verfügen über einen eigenen Blend-Regler zur Parallelkompression, ein Sidechain Highpass Filter und ein jeweils anderes kreatives Feature: In der FET-Sektion kann GRIT, in der Opto-Sektion BLOOM aktiviert werden. Beide erzeugen auf unterschiedliche Art harmonische Verzerrungen und werden als Waveshaper vermarktet. GRIT darf sicher als Hommage an den legendären „All Buttons-Mode“ beim 1176 verstanden werden.
Bedienelemente von FET und Opto
Bis auf die Mittel-Sektion dürfte alles selbsterklärend sein: Pro Sektion stehen gerasterte Regler für Threshold, Attack (FET: 100 µs – 50 ms / Opto: 5 – 50 ms), Release (beide 50 ms – 1,5 s) und Makeup-Gain sowie jeweils zwei unterschiedliche Ratios zur Verfügung: 4:1 und 8:1 beim FET, 2:1 und 5:1 beim Opto. GIT und BLOOM sowie das SC HPF werden jeweils per Knopfdruck aktiviert. ZU guter letzt stehen globale Regler für Input und Output zur Verfügung – letzterer ist wie bei allen RND-Geräten übertragersymmetriert.
Die Mittel-Sektion
Hier wird es spannend. Neben einem globalen Bypass kann hier per FLIP-Button die Reihenfolge beider Kompressoren geändert werden – sowohl im Dual Stage als auch im Dual Band-Modus. Diesen aktiviert man Mit X-OVER IN und kann den Crossover-Punkt zwischen 50 und 500 Hz stufenlos einstellen.




