Native Instruments Traktor Kontrol S5 Test

Praxis

Bevor es ans Eingemachte (Testrechner MacBook Pro, OSX 10.10) geht, ist das Update Traktor 2.10 aufzuspielen, das die Treiberunterstützung für den S5 enthält. Dieser verlangt beim Hochfahren gleich nach einem Firmware-Update, das ruckzuck downgeloadet und aufgespielt ist. Es folgt der Import der Library und danach ist alles autokonfiguriert.
Ein paar Tracks landen via Encoder im Deck, das Display zeigt euch sämtliche Einträge der Traktor-Seitenleiste und die Titel mit Cover an, man fühlt sich sofort angekommen. Wer möchte oder muss, sortiert via Encoder nach Artists, Titel, BPM oder Key. Die farbliche Kenntlichmachung der Tonart im Open-Key-System gibt auch gleich einen Hinweis, welches Musikstück harmonisch zum laufenden Titel passt. Ansonsten dürft ihr die Tonart auch per (Browser-) Encoder transponieren.
Ob ihr beim Mixen mit dem Touchstrip arbeitet oder euch für Autosync entscheidet, ist eine Philosophie-Frage. Im ersten Fall steht der Streifen einem Jogwheel kaum nach, im letzten Fall lässt sich das Master-Tempo direkt mit dem Drehgeber im Mixerzentrum vorgeben und ihr könnt im Laufe des Sets peu à peu einen Zahn zulegen, ohne dass es auffällt. Das hundertstelgenaue Einstellen der Deck-Geschwindigkeit ist natürlich ebenso möglich.

Fotostrecke: 2 Bilder Remix-Deck: aufbereitet am Display
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Pads

Die Pad-Matrix wartet mit den Modi Hotcues, Remix-Deck und Freeze auf. Acht Schnellsprungmarken also und ebenso viele direkte Sample-Trigger, die am S5 ohne den vollen Umfang der Tweak-Optionen, sieht man mal von Loops und Quantisierung ab, auskommen müssen. Nicht wenigen DJs dürfte das Spielen mit One-Shots und Schleifen hier schon ausreichen. Die Möglichkeit, im Freeze-Mode einen fortlaufenden oder geloopten Track-Abschnitt in acht Scheibchen von 1/32 bis 32 Beats zu schneiden und diese quantisiert anzuspielen, schafft weitere kreative Initialzündungen.
Handelt es sich stattdessen um ein Stem-Deck, bei dem ihr vier Einzelspuren innerhalb eines Musiktitels durch den Wolf drehen könnt (z. B. Drums, Bass, Keys, Vox), hält die obere Reihe Pads zum Muten der einzelnen Spuren her, wohingegen die untere Zeile für die jeweilige Taste/Tonspur (Mehrfachauswahl möglich) via Encoder die Lautstärke und das Filter justiert. Die Effkete werden mittels Shift-Taste zugewiesen. Nicht so intuitiv wie beim Flaggschiff (siehe nächster Absatz), aber dennoch gut gelöst. Das alles wird am Display vortrefflich aufbereitet und macht einen Heidenspaß! Die Tasten und Regler reagieren äußerst direkt, die Performance stimmt.

Fotostrecke: 3 Bilder Der S8, hier im Hintergrund zu sehen, bietet mehr Inputs …
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Audio Samples
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S5 oder S8

In der Performance-Sektion gibt es ein großes Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Brüdern, bietet der S8 doch separate Fader und Drehregler pro Sample/Stem-Kanal und Mute-Buttons. Wer nicht nur gelegentlich mit Remix- und Stem-Decks auflegen möchte, sondern jedes Detail möglichst im Direktzugriff benötigt, kommt am S8 und seinem Workflow kaum vorbei. Wer es nicht so detailliert braucht, Wert auf kompakte Maße legt und keine externen Geräte wie Turntables, Drum Computer oder MIDI-Peripherie anschließen möchte, ist auch mit dem S5 gut beraten. Womit wir beim nächsten Punkt wären.
Da der S8 als Standalone-Mixer fungiert, offeriert er an seinem Backpanel Cinch-Eingänge für bis zu vier Turntables und/oder CD-Player. Außerdem finden sich dort MIDI-I/Os und eine zusätzliche XLR-Buchse für Mikrofone ein. Er kann im Verbund mit externen Zuspielern das Zentrum eines DJ-Studios oder Live-Setups auch beim Einsatz externer Geräte bilden. Der S5 hingegen hat keine Standalone-Pultfunktion, kann jedoch das Aux- oder Mike-Signal direkt auf den Master ausgeben. Sprich, auch bei einem Rechner-Absturz werden Sound vom iPhone und Ansagen durchgeschleust. Nicht mehr, nicht weniger.

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