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Fostex HP-P1 Test

DETAILS

Der HP-P1 scheint “körpernah” getragen werden zu wollen, denn er ist sanft gebogen wie der gute, alte “Flachmann”. Allerdings beherbergt das Testobjekt keine hochprozentigen Flüssigkeiten, sondern hochprozentige Elektronik in Form einer Digital/Analog-Wandlung und eines Kopfhörerverstärkers auf hohem technischen Niveau – so zumindest die offiziellen Verlautbarungen von Fostex. Nun sind die D/A-Konvertierung und das Verstärken für den Kopfhörer alles in allem Tätigkeiten, die eigentlich schon im Inneren von iOS-Geräten erledigt werden, allerdings kommen dort Bauteile für einen Centbetrag oder sogar einen Bruchteil dessen zum Einsatz. Nur als Beispiel: Die D/A-Wandlung eines Stereosignals kann man auch für viele Tausend Euro haben, man denke nur an Geräte von Weiss, Lavry, DAD oder Prism. Auch bei Kopfhörerverstärkern ist es nicht anders: Qualität kostet eben Geld.  
Der HP-P1 ist prinzipiell allein auf weiter Flur. Zwar kann man z.B. mit dem SR-001 von Stax in den Genuss eines mobilen Elektrostatenkopfhörers kommen, dieser verfügt aber nicht über einen eigenen hochwertigen D/A-Wandler.

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Auf der Frontseite des HP-P1 findet man ganz links den USB-Anschluss für den Dock-Connector des i-Geräts, rechts daneben zwei 3,5mm-Klinkenbuchsen: Eine ist der Kopfhörer-Ausgang, die andere wird als Line-Input ausgewiesen, sodass auch alternative Quellen mit dem Verstärker genutzt werden können. Der Drehknopf ist gleichzeitig der Anschalter, eine kleine LED zeigt mit grünem Licht die Betriebsbereitschaft des Fostex an. Leuchtet sie rot, indiziert das entweder die Power-Up-Phase, oder dass die Akkuleistung der integrierten Akkus ihrem Ende zugeht. Das ist allerdings bei den Lithium-Ionen-Speichern erst nach ungefähr sieben Stunden der Fall.

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Die gegenüberliegende Seite (quasi “Frontplatte 2”) beherbergt ebenfalls eine kleine Klinkenbuchse: Über diesen Line-Out können die mittels des 32Bit-DACs gewandelten Signale analog mit -10dBV Level ausgegeben werden. Die benachbarte TOS-LINK-Buchse ist ein Output für S/PDIF, wodurch man sein Smartphone und die anderen Geräte mit einer ordentlichen Digitalschnittstelle ausstatten kann. Einen digitalen Eingang gibt es leider nicht. Schade, denn sonst hätte man noch viel mehr Möglichkeiten, den HP-P1 als hochwertigen Digital/Analog-Wandler zu nutzen. Zwei kleine Switches sind als Bedienelemente auszumachen: Ein kleiner, dreistufiger Gain-Switch dient dazu, den unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Kopfhörer gerecht zu werden –technisch sinnvoller, als den Regelbereich des Gain-Potis zu vergrößern. Die beiden schaltbaren Filter will Fostex offenbar nicht unbedingt technisch in allen Einzelheiten erklären und führt Anwendungsbeispiele und vor allem wichtig klingende Begriffe an: “Sharp Roll-Off” und “Minimum Delay Filter”. Der Erstgenannte scheint vor allem die Sibilianz von Signalen zu verringern, also scharfe S-Laute, spitze Snare- und Hi-Hat-Attacks. Filter 2 scheint aus den Vollen zu schöpfen und dabei äußerst komplex vorzugehen. Beim Hören hatte ich das Gefühl, hier eine sehr dynamisch arbeitende Filterung vorzufinden. Sehr sicher wird mit Transientenerkennung die Pre-Ringing-Problematik verringert, die bei MP3 und Konsorten unangenehm auffallen kann. Zudem glaube ich, so etwas wie das aus dem Mastering bekannte Dynamic EQing erkennen zu können.

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Profilbild von chris

chris sagt:

#1 - 08.02.2012 um 20:14 Uhr

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Profilbild von chris

chris sagt:

#2 - 09.02.2012 um 13:14 Uhr

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wenn man so eine algoriddim djay Software auf dem iPhone hat, ist dieses Teil für einen SpontanGig geeignet.

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