Test
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25.10.2013

the box pro Achat 404/112 Amp Bundle Test

PA-Set

Klein-PA mit Dampf und Charakter

Das „the box pro Achat 404/112 Amp Bundle“ stammt aus der Selbstentwicklerschmiede des Musikhauses Thomann und ergänzt deren Beschallungssysteme im Bereich Klein-PAs um ein Komplettset, bestehend aus Subwoofer samt passiver Fullrange-Lautsprecherbox, Amp und Controller. Im 112 Sub arbeitet ein 12-Zoll-Speaker, im Topteil werkeln vier 4-Zoll-Speaker zusammen mit einem 1-Zoll-BMS-Linientreiber. Das System wird standardmäßig passiv betrieben.

Sub und Top bringen zusammen schlanke 25 Kilogramm auf die Waage und sind durch praktische Tragegriffe leicht zu transportieren. Der Preis für dieses Komplett-System mit zwei Subs und zwei Topteilen, Amp-Rack mit Controller, vier Speakon-Kabeln sowie zwei Distanzstangen liegt bei 1899 Euro.

Details

Unser Testsystem von the box, bestehend aus zwei Achat 112 Subs und zwei 404 MKII Tops, ist ein handliches, kleines PA-System, welches in stabilen Holzgehäusen mit Metallgittern an den Frontseiten untergebracht ist. Die Verarbeitung macht einen guten, soliden Eindruck. Der Subwoofer arbeitet mit einem 12-Zoll-Treiber und wiegt bei Maßen von 450 x 456 x 370 Millimetern (H x B x T) gerade mal 17 Kilo. Durch die beiden integrierten Tragegriffe an den Seiten ist der Transport kein Problem.

Sub und Top

Die Belastbarkeit des Subwoofers beträgt laut Herstellerangaben 350 Watt RMS (1400 Watt Peak) bei einer Impedanz von 4 Ohm. Der Spitzenschalldruck wird mit 124 dB angegeben. Die Empfindlichkeit bei einem Watt/Meter beträgt 95 dB und der angegebene Arbeitsfrequenzbereich liegt zwischen 45 und 250 Hz. Im Sub ist eine Frequenzweiche installiert, die einen Speakon-Ausgang mit einer optimierten Crossover-Frequenz bei 180 Hertz für das Topteil hat. Es ist ebenfalls möglich, das Eingangssignal über einen Thru-Ausgang (ebenfalls Speakon) vor der Weiche abzugreifen, um so einen weiteren Sub oder ein Topteil „fullrange“ zu betreiben. An der Oberseite des Gehäuses sind vier Vertiefungen eingelassen, die wiederum die Füße eines weiteren 112 Sub aufnehmen, sodass ein Stapeln der Basswürfel stabil und praktisch ist. Für manche Anwender, die den Woofer gern mit Tops von anderen Herstellern nutzen möchten, wäre vielleicht eine manuell einstellbare Crossover-Frequenz zum Top wünschenswert. Ebenso wären für manche Anwendungen Gummi- statt Kunststoff-Füße für den Sub eine gute Idee, um ihn ein bisschen mehr vom Boden zu entkoppeln

Das Topteil misst 144 x 166 x 692 Millimeter (B x H x T) und wiegt geringe 8 kg. Hier gibt es nur einen Tragegriff an der oberen, hinteren Seite, welcher auch völlig ausreicht. Im Inneren arbeiten vier 4-Zoll-Treiber zusammen mit einem ein Zoll großen BMS-Linientreiber. Der BMS-Treiber arbeitet auf einem speziell für den Wellenaustritt optimierten Linienstrahlergehäuse und befindet sich in D‘Appolito-Anordnung in der Mitte des Gehäuses. Die Belastbarkeit ist bei einer Nennimpedanz von 8 Ohm mit 150 Watt RMS und 600 Watt Peak angegeben. Der Hersteller gibt eine Empfindlichkeit von 94 dB bei 1W/1M an.   Hiermit erreicht die Box laut Herstellerangaben einen Spitzenschalldruck von 124 dB. Der Arbeitsfrequenzbereich liegt zwischen 160 Hz bis 20 kHz. Das günstige, breite Abstrahlverhalten von 150 x 30 Grad bewirkt, dass das volle Klangspektrum noch in einem breiten Radius vor der PA erhalten bleibt. Die 404 MKII verfügt an der hinteren Anschlussseite über einen Eingang und einen Thru-Ausgang - beide im Neutrik NL4-Format (Speakon). Des Weiteren sind für diese Anschlüsse feste Schraubklemmen vorgesehen. Sowohl Sub als auch Top weisen beide einen 36-Millimeter-Flansch für eine Hochständerstange auf. Der Transport ist aufgrund des geringen Gewichts überhaupt kein Problem und das System lässt sich einfach und selbsterklärend aufbauen.

Das Amp-Rack

Das Amp-Rack ist ein drei Einheiten hohes, professionelles Flightcase und beinhaltet den Controller Achat DSP 24 und die Endstufe TSA 4-700. Auf der Rückseite befindet sich eine fest eingebaute Stromleiste mit Schalter. Alle Ein- und Ausgänge der Endstufe und des Controllers sind fertig miteinander verkabelt. Über der 1-HE-Steckdosenleiste gibt es eine 1-HE-Blende mit zwei XLR-Inputs und zwei XLR-Outputs (als Thru zu verwenden) sowie vier Speakon-Ausgänge für die Subs und Tops.

t.amp TSA 4-700

Die TSA 4-700 Endstufe ist eine echte Vierkanal-Endstufe, die sich über kleine, versenkte Schalter an der Rückseite einfach in den „Bridged“ Zweikanal-Betrieb versetzen lässt. In diesem Modus kann nun die fast doppelte Leistung an den NL4-Ausgängen 1 und 2 abgegriffen werden. Im Standard-Setup werden an Output 1/2 die Subs und an 3/4 die Tops angeschlossen. Bei einem Gewicht von 11,5 kg auf zwei Höheneinheiten und einer Leistung von 4x 810 W an 4 Ohm ist sie eher ein Leichtgewicht. Um den Alltagsbetrieb sicher zu machen, verfügt die Endstufe über Limiter, Temperatur- und Kurzschlussschaltungen. Alle vier Kanäle haben einen Input-Drehregler samt achtsegmentiger LED-Anzeige an der Vorderseite. Das Design mit den zwei großen Lüftungsgittern erinnert stark an den Hersteller LAB Gruppen.

Achat DSP 24

Der Controller Achat DSP 24 ist ein digitales Lautsprecher-Management-System, welches über zwei Eingänge und vier Ausgänge verfügt. Das Gerät arbeitet mit 24-BIT-DSPs und ist über USB oder RS485 fernsteuerbar. Es gibt 25 Speicherplätze, von denen die ersten zehn mit den optimierten Einstellungen für die Achat-Serie belegt sind. Bei den beiden Eingängen lässt sich auf folgende Parameter zugreifen: Die Eingangsverstärkung (Gain) von -12 bis +6 dB. Ein Delay (Meter oder Millisekunden), welches von 0 bis 848 ms eingestellt werden kann. Fünf EQs/Filter, wobei die EQs über eine Bandbreite von 0,05 bis 3,0 bei -15 dB bis +15 dB Verstärkung und die Filter über eine Steilheit von -6 dB oder -12 dB verfügen. Für die vier Ausgänge gibt es noch ein paar weitere Optionen. Zum einen ist es möglich, die Quelle (Source) mit Kanal A, B oder A+B einzustellen. Zum anderen gibt es ein VU-Meter sowie eine Eingangsverstärkung von -12 dB bis +6 dB. Das Delay kann wieder von 0 bis 848 ms gewählt werden. HPF und LPF dürfen hier im Gegensatz zu den Eingangsparametern von 0 bis -24 dB (Bessel-Filter) pro Oktave eingestellt werden. Die sieben EQs/Filter sind die gleichen wie im Eingangsmenü, nur dass es hier zwei mehr sind. Bei dem Limiter sind die Attack-Zeit zwischen 5 ms und 200 ms und die Release-Zeit zwischen 0,1 s und 3,0 s wählbar. In dem Menü "Polarity" kann pro Kanal die Phase gedreht werden. Alle Ein- und Ausgänge haben auf der Frontseite eine LED-Anzeige mit sieben Segmenten sowie Edit- und Mute-Schaltern. Durch das zweizeilige Display navigieren drei Drehregler und drei Tastschalter. Wie es bei solchen Geräten oft der Fall ist, braucht man auch hier etwas Übung und einen gelegentlichen Blick in die Bedienungsanleitung, um schnell an die richtigen Parameter zu gelangen.

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