Gitarre Hersteller_Cort
Test
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09.10.2020

Cort MBM-1 Manson Meta Black Test

E-Gitarre

Gitarristen-Muse

Die Cort MBM-1 ist nicht nur die Signature-Gitarre von Matthew Bellamy, dem Frontmann der Band Muse, sondern sie entspringt auch der Zusammenarbeit mit dem britischen Gitarrenbauer Hugh Manson, der dem Multiinstrumentalisten schon seit über zwei Jahrzehnten seine Instrumente auf den Leib schneidert.
Verständlich, dass diese handgefertigten Exemplare eher in höheren Preisregionen angesiedelt sind. Ein Grund, warum sich die asiatische Gitarrenmanufaktur Cort mit Manson zusammengetan hat und die in Indonesien gefertigte Manson MBM-1 zum günstigen Kurs anbietet. Ein gewichtiger Grund, warum ich mir diese Gitarre in unserem heutigen Test etwas genauer anschauen möchte.

Details

Die Gitarre wird sicher verpackt zusammen mit den benötigten Einstellwerkzeugen im Karton geliefert und der erste Blick auf die MBM-1 ist sehr positiv, denn er offenbart eine schnörkellose, aber durchweg attraktive und sauber verarbeitete Gitarre.

Korpus:

Der Korpus besteht aus Linde und ist tadellos deckend matt-schwarz eingefärbt. Wem der schwarze Farbton nicht zusagen sollte, kann das Instrument auch mit einer silbernen Lackierung erstehen. Linde (engl. Basswood) ist ein beliebtes Tonholz und wird von zahlreichen Gitarrenherstellern verwendet. Und wer glaubt, dass es sich dabei nur um Cheapos handelt, irrt gewaltig! Dem Holz wird ein trockener, punchiger Sound nachgesagt und es kommt oft bei Gitarren zum Einsatz, die in Verbindung mit stark zerrenden Amps genutzt werden.

Auf dem Korpus im eigenständigen Single-Cut-Design wurden zwei eigens von Manson entwickelte Humbucker in schwarze Rähmchen geschraubt, die mithilfe eines leicht versetzt zwischen Volume- und Tone-Poti angebrachten Dreiwegschalters angewählt werden. Die beiden Regler besitzen griffige Metallknöpfe, wobei das Volume-Poti für meinen Geschmack optimal positioniert ist, um es mit dem kleinen Finger regulieren zu können. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich die Tonabnehmer im Praxisteil zeigen, denn Mr. Bellamy besitzt einen ausgesprochen eigenständigen Sound, der, zugegebenermaßen, nicht jedermanns Sache ist, sich aber von der gängigen "vintage" oder "modern" Klangästhetik abhebt.
Oberhalb des Griffbretts befindet sich ein Killswitch, bestehend aus einem Druckschalter, der das Signal beim Betätigen kappt und für rhythmische Pattern eingesetzt werden kann. Les Paul Player dürften den Effekt kennen, denn bei diesen Gitarren lassen sich die beiden Tonabnehmer individuell in ihrer Lautstärke einstellen und mithilfe des Wahlschalters kann derselbe Effekt erzielt werden, wenn man einem der Pickups die Lautstärke komplett abdreht.

Der aufgezogene D'Addario .010-.046 Satz wird durch das Stop Tailpiece in Richtung TOM (Tune-O-Matic) Bridge geführt, deren Reiterchen ein individuelles Einstellen ermöglichen. Von dort geht es in Richtung Sattel, der exakt 648 mm entfernt angebracht ist und damit für eine klassische Fender-Mensur sorgt.
Der Korpus der MBM-1 wurde ergonomisch angepasst und besitzt eine Armauflage vorne und einen Tummy Cut (Rippenspoiler) auf der Rückseite, was sich beim Spielen angenehm bemerkbar macht. Wo wir gerade auf der Rückseite sind: Dort gibt es bis auf die Ausfräsungen, beziehungsweise versenkt angebrachten Abdeckungen unter dem Killswitch und der Elektronik nichts weiter zu entdecken.
Fehlen eigentlich nur noch die Gurtpins, die jeweils mit einem Plastikring unterlegt an den altbekannten Stellen zu finden sind.

Hals:

Der Ahornhals mit satiniertem Finish ist bombenfest mit dem Korpus verschraubt und besitzt ein vom Hersteller bezeichnetes "Soft V Shape". Als Griffbrettmaterial hat man sich für Indian Laurel entschieden, das mich optisch aufgrund seiner leicht rötlichen Färbung stark an Pau Ferro erinnert. Griffbretteinlagen zur Orientierung finden sich keine auf der MBM-1, dafür aber kleine Punkte in der Halskante. Insgesamt 22 breite Bünde wurden tadellos in das Griffbrett eingearbeitet und an den Kanten sauber bearbeitet, was in dieser Preisklasse keineswegs zum Standard gehört, daher von mir eine extra Erwähnung in der Bewertung. Das Griffbrett ist gewölbt und besitzt einen Compound Radius von 304 bis 406 mm (12"-16"), was nichts anderes bedeutet, als dass es immer flacher wird, je weiter man es nach oben bespielt.
Auf dem Weg in Richtung Kopfplatte passieren die Saiten den 42 mm breiten Sattel, der die Drähte spielfrei zu den sechs in einer Reihe angeordneten Locking-Mechaniken aus dem Hause Cort führt. Diese besitzen unterschiedlich lange Schäfte (staggered), was den Winkel, in dem die Saiten auf die Tuner treffen, optimiert und so für weniger Verstimmungen sorgt.

Hinter dem Sattel befindet sich in der Regel der Zugang zum Halsspannstab, nicht jedoch bei unserer Testgitarre! Bei ihr liegt der Zugriff am anderen Ende des Griffbretts in einer Ausfräsung hinter dem letzten Bund. Will man den Halswinkel verstellen, muss lediglich eine Rändelschraube mit einem dünnen Schraubenzieher oder ähnlichem bewegt werden.
Die Kopfplatte ist in Korpusfarbe lackiert und erinnert in ihrer Form ein wenig an die einer Telecaster, nur dass am oberen Ende die Rundung einer Zacke weichen musste. Ein Manson-Schriftzug samt dem Zusatz, dass es sich um die Meta-Serie handelt, ziert die Vorderseite des Headstocks. Dass es sich aber um eine von Cort gefertigte Gitarre handelt, verrät die Rückseite, denn hier prangt der Cort Schriftzug.

Viel mehr gibt es aber von der optischen Erscheinung und der technischen Ausstattung der schnörkellos designten Gitarre auch gar nicht zu berichten.

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