Test
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30.05.2020

Zultan Dark Matter Holey Crash Cymbals Test

Effektbecken Serie

Gepflegter Trash

Eigentlich sollten die neuen Zultan Dark Matter Holey Crashes schon zusammen mit ihren anderen Effektkollegen bei uns zu Wort kommen, waren zum Zeitpunkt des Tests aber noch nicht verfügbar. Jetzt sind sie eingetroffen und sorgen dafür, dass die populäre Serie mittlerweile zu einer ziemlich großen Familie herangewachsen ist. Klanglich soll es mit ihnen natürlich in die schmutzig-modulierende Ecke gehen, denn diesen Effekt haben große Bohrungen nun einmal auf eigentlich „unversehrte“ Becken. 

Wie alle anderen Zultan Becken auch, orientieren sie sich konstruktiv an den Modellen der großen Hersteller, kosten jedoch deutlich weniger. Hohe Stückzahlen und der Direktvertrieb der in der Türkei hergestellten Becken durch das Musikhaus Thomann machen es möglich. Ob sie trotzdem für gepflegten Trash sorgen, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Dark Matter Crashes mit Bohrungen = Holey Crashes

17, 18 und 19 Zoll messen die drei Holey Crashes, und wie erwartet handelt es sich hier um gebohrte Versionen der normalen Dark Matter Crashes. Ihre Bauweise aus handgehämmerter B20-Bronze kann als klassisch bezeichnet werden, sie erinnern mich ein bisschen an ältere Sabian HH-Modelle. Dies gilt sowohl für die kleinen, unregelmäßig gesetzten Hammermale als auch für das beidseitig und vollflächig aufgebrachte Abdrehmuster. Auch anatomisch wirken die Dark Matters wie alte Bekannte, recht flache Profile und unauffällig dimensionierte Kuppen sorgen grundsätzlich für ein gewohntes Erscheinungsbild. Wäre da nicht die schwärzliche Beschichtung, welche den Instrumenten einen rauen Retrolook verleiht und ganz sicherlich bei der Namensgebung eine wichtige Rolle gespielt hat. Im Falle unserer Testkandidaten übernehmen jedoch die auffälligen Bohrungen die Rolle des Hinguckers, jeweils sechs davon verteilen sich gleichmäßig über die Profile der Becken. Trotz dieser Bohrungen zeigt die Waage beim 18er gute 1350 Gramm an, wir haben es folglich nicht mit extra leichten Becken zu tun. Klanglich dürfte es also trashig, aber ausreichend präsent zugehen. Die Verarbeitung der Instrumente geht absolut in Ordnung, minimale optische Unregelmäßigkeiten fallen auch in Anbetracht der Preise nicht weiter ins Gewicht. 

Trashig, aber nicht ultradunkel

Im Einsatz liefern unsere drei Testobjekte ziemlich genau das, was schon ihre Verarbeitung erwarten ließ. Dazu gehören trashig-raue, relativ hoch aufgelöste Sounds, kombiniert mit einer guten Rückmeldung beim Anschlagen. Bei manchen extrem dünnen und stark gebohrten Becken dieser Art hat man oft eher das Gefühl, in einen Lappen zu schlagen als auf ein Becken. Bei den Holey Crashes sorgt die erhöhte Materialstärke hingegen für mehr innere Stabilität. Klanglich fallen sie dadurch mittiger und silbriger aus, auch ihr Sustain trägt etwas länger. Das 19er liefert sogar eine gewisse Stickdefinition (sofern man nicht die Löcher trifft), leichte Ride-Arbeit ist also möglich. Erstaunlich finde ich, dass auch die Kuppen einen klaren Ton von sich geben. Im Video könnt ihr euch auch anhören, wie das 17er und das 19er gestackt klingen. 

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