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Test
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04.02.2014

Zoom iQ5 Test

iOS-Mikrofon

Und es hat Zoom gemacht!

Viele Musikschaffende benutzen iPhones und iPads, was liegt also näher, mit diesen auch aufzunehmen?! Das hat einerseits nicht nur den Vorteil, dass man äußerst mobil und damit spontan sein kann, sondern andererseits auch einen finanziellen Vorteil, wenn man von den überdurchschnittlich hohen Anschaffungskosten eines Apple Produktes einmal absieht.

Hinzukommt, dass die sogenannten „iOS“-Geräte auch gänzlich Lüftergeräusch-frei sind, weswegen man sie auch in unmittelbarer Nähe zu einem Mikro platzieren kann. Und tolle Videoaufnahmen kann man mit einem iPhone auch machen, warum also nicht gleich auch mit „besserem Sound“ filmen? Eben, und genau deswegen schauen wir uns heute einmal das Zoom iQ5 an.

Details

Das Zoom iQ5 ist ein Stereo-Mikrofon mit M/S-Ausrichtung für iOS-Geräte von Apple und integrierten Wandler in 16Bit/44,1kHz-Qualität. M/S bedeutet dabei Mitte/Seite und beschreibt ein Verfahren der Intensitätsstereophonie. Das gerade einmal 30g „leichte“ Kunststoff-Gerät ist in einer schwarzen und einer weißen Version erhältlich und misst in etwa 38,5mm x 58,6mm x 62,45mm (HxBxT).

Die chromfarbene Kugel, hinter der sich die beiden Mikrofon-Kapseln verstecken, ist in zwei Achsen und um jeweils 180° drehbar, was vielfältige Ausrichtungen für Video- und Ton-Aufnahmen möglich macht. Hinzukommt, dass das Gerät in zwei verschiedenen Richtungen in ein iOS-Gerät eingesteckt werden kann, womit dann grundsätzlich jede Aufnahmerichtung möglich ist. Beachten muss man dabei nur, dass dann L- und R- Kanal vertauscht werden, was sich mittels der Zoom App „HandyRecorder“ aber auch umschalten lässt, auch für jede andere App.

Das Zoom iQ5 verträgt laut eigenen Angaben bis zu 120 dB(SPL) und verfügt dabei über bis zu 40 dB Gain. Der Gain kann mit einem kleinen, analogen Drehrad an der Seite eingestellt werden, aber auch von einer Auto-Gain genannten Funktion, in Verbindung mit der Zoom-App, selbstständig geregelt werden. Ein einfacher Limiter steht ebenfalls zur Verfügung, aktiviert wird er, wie auch der Auto-Gain, mittels eines kleinen, gemeinsamen Schiebeschalters auf der Oberseite des Gerätes. Dieser Limiter steht jeder App direkt zur Verfügung.

Die Richtungslokalisation beim M/S-Verfahren entsteht - wie auch bei der X/Y-Technik - durch die Pegelunterschiede der auftreffenden Schallwellen auf die unterschiedlich ausgerichteten Mikrofon-Kapseln - hier also durch ein seitwärts (S) gerichtetes, bidirektionales Mikrofon mit Achtercharakteristik und einem direktionalen, nach vorn gerichteten, „Mitten“-Mikrofon (M).

Durch eine sich anschließende Summen- und Differenzbildung (M/S-Matrizierung) können so gewonnene „M/S-Informationen“ selbstverständlich auch in ein „gewöhnliches“ Links/Rechts-Signal überführt werden. Dafür steht ein weiterer, kleiner Schiebeschalter am Gerät zur Verfügung. Indem dieser die Pegel der Kapseln zueinander verändert, kann - in Analogie zur X/Y-Mikrofonie – der „Öffnungswinkel“ bzw. die Stereobreite noch vor der Aufnahme gewählt werden, und zwar mit 90° oder 120°. 

Mit der „HandyRecorder“-App kann man auch das „reine“ M/S-Signal aufnehmen, um es später zu modifizieren  (von 30° bis 150°), wobei anzumerken ist, dass prinzipiell zu jeder Zeit eine Transformation von L/R zu M/S und andersherum möglich ist. Ein entscheidender Vorteil dieses, in der Theorie vielleicht etwas kompliziert anmutenden, Verfahrens ist die uneingeschränkte Mono-Kompatibilität eines so gewonnen Signals und dessen Färbungsfreiheit, weil es aufgrund der typischen M/S-Anordnung faktisch keine Laufzeitunterschiede zu den beiden Kapseln hin gibt und damit auch keinerlei Kammfiltereffekte entstehen können.

Doch lasst uns wieder von der Theorie wegkommen, hin zu den harten Fakten: Das Aufsteck-Mic verfügt über einen Apple Lightning Anschluss, womit es also mit allen neueren iPhones/iPod Touchs ab Version 5, iPad Minis, iPads ab Generation 4 und iOS ab Version 6.0 kompatibel ist.

Über den zusätzlichen Mini-USB Anschluss am Gerät kann man sein iPhone oder den iPod Touch sogar laden, was überaus praktisch ist, da ja der Lightning Anschluss durch das iQ5 blockiert ist. Mit dem iPad funktioniert das allerdings nicht, was aber durchaus zu verschmerzen ist, da dieses grundsätzlich über einen größeren Akku verfügt. An einem „normalen“ Computer funktioniert das Zoom iQ5 hingegen trotz USB-Buchse überhaupt nicht. Schade. 

Der Kopfhörerausgang ist am iPhone/iPod natürlich durch das eingesteckte Mic auch blockiert, weswegen sich am iQ5 seitlich ein eigener Kopfhörerausgang bzw. Line-Out einfindet. Neben diesem ist übrigens auch der angesprochene Mini-USB-Anschluss für die optionale Stromversorgung positioniert.

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