Gitarre Hersteller_Yamaha
Test
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17.01.2019

Praxis

Der Primärklang der Gitarre ist ausgeglichen mit einem anständigen Sustain. Auch was die Bespielbarkeit angeht, gibt es nichts zu beanstanden. Also ran an den Speck und ab ins Studio.

Am Amp setzt sich dieser Primärklang nur bedingt durch, denn die Pickupkombination klingt nicht ganz homogen. Der Humbucker ist im Gegensatz zu den beiden Singlecoils etwas zu laut und zu mittig abgestimmt, sodass man beim Umschalten zwischen diesen beiden Welten auch immer einen Paradigmenwechsel durchläuft. In den ersten beiden Soundbeispielen hört ihr zuerst den Bridgepickup im Humbucker- und anschließend in Singlecoil-Modus.

In der Zwischenposition von Steg und mittlerem Pickup splittet die Elektronik den Humbucker automatisch. Deshalb ist man hier im Vergleich zum Bridge-Humbucker auch direkt in einer leiseren und höhenreicheren Klangwelt.

Bewegt man sich einmal im Singlecoilmodus, sind die Verhältnisse zwar stimmig, aber es bleibt ein omnipräsenter und leicht glasiger Unterton, den der Primärklang der Gitarre so nicht vorgibt. Einen klanglichen Überblick über die mittlere-, die Zwischenposition von Mittel- und Halspickup sowie vom Halstonabnehmer hört ihr bei den drei folgenden Soundbeispielen.

Kommen wir zu den High-Gain-Sounds. Im Humbuckermodus liefert der Bridgepickup ein ziemlich fettes Brett, das aber nicht zu brachial daherkommt. Der Ton wirkt daher auch mit reichlich Kelle nicht überbraten. Der Splitmodus kann mich dagegen auch hier nicht komplett überzeugen, denn der schon erwähnte leicht glasige Unterton kommt für meinen Geschmack gerade in der Stegposition zu stark durch.

Wegen der ausladenden oberen Mitten und der eher undynamischen Singlecoils gefallen mir die Sounds mit viel Verzerrung besser als im cleanen Modus. Der Sound hat so etwas wie einen eingebauten Treblebooster, was sich umso vorteilhafter herausstellt, je mehr Verzerrung ins Spiel kommt. Hier die Zwischenposition von Bridge- und Mittelpickup.

Der mittlere Pickup bringt einen guten Rory Gallagher/Tommy Bolin-Sound. Auch mit noch so viel Gain klingt es nie nach Metall, sondern immer nach Blues und Rock.

Bei der Zwischenposition Mitte/Hals bleibt es ebenfalls beim silbrigen bzw. archetypischen Sound dieser Pickup-Konstellation, und das auch mit viel Verzerrung. Fast glitzert mir das Ganze schon einen Tacken zu stark, aber der Sound gefällt mir weitaus besser als im cleanen Bereich.

Der Halstonabnehmer bringt einen luftigen Zerrsound mit knackigen Obertönen und einer gewissen Frische, die man bei vielen Humbuckergitarren in der Halsposition vermisst.

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