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Test
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27.11.2012

Yamaha DTX400k Test

E-Drum-Set

Elektronik für Starter

Das DTX400k ist das neue Einsteiger-E-Drumset von Yamaha. Ganz neu ist das Thema Edrums allerdings nicht – für einen alten Knochen wie mich duften Elektro-Schlagzeuge zwar immernoch nach einem Modeartikel, der den Einstieg in den gesettelten Markt sucht, dabei standen die ersten Elektro- Sets schon in den späten siebziger Jahren auf den Bühnen. Damals waren sie noch bunt und sechseckig, wie das Simmons SDS-5. So richtig durchsetzen konnten sich die Elektro-Komplettsets gegen ihre akustischen Vorbilder bis heute allerdings nicht. Vielmehr werden akustische Schlagzeuge heutzutage häufig mit E-Pads erweitert, um zusätzliche Sounds, Samples oder Loops anzusteuern. Da stellt sich mir also gleich die Frage, die diesem Test als Leitfaden dienen kann: Was kann ich mit einem Komplettset wie dem neuen Yamaha DTX400k anders oder besser machen als mit meinem Akustikset?

Insgesamt lässt sich das DTX400k wohl am ehesten mit den Drumsets der HD-Serie von Roland vergleichen. Es handelt sich also um eine komplette Drumset-Simulation mit der offensichtlichsten Einschränkung einer fehlenden Meshhead-Snare – alle Trommeln bestehen aus Hartgummi und das Spielgefühl lässt sich mit Getrommel auf der Mittelkonsole im Auto vergleichen. Wer hatte im Stau nicht schonmal seine Sticks parat und hat zu Phil Collins die Armatur ruiniert? Naja, und das Ganze kann man jetzt endlich auch zuhause machen ohne den Nachbarn zu stören… behauptet Yamaha.

Details

„Get smart and get started“ ist einer der Slogans zur neuen DTX400 Serie. Das deutet schon an, für wen die drei Drumset-Modelle, aus denen die Serie besteht, unter anderem konzipiert wurden: Einsteiger. Mein Testset namens DTX400k ist seit September 2012 auf dem Markt. Die beiden weiteren Modelle, das DTX430k und das DTX450k werden Anfang 2013 das Licht der Welt erblicken. Der Unterschied zwischen den einzelnen Modellen wird in verschiedenen Padkonfigurationen bestehen. Das DTX400k ist dabei sozusagen die Basisversion. Beim DTX430k wird statt des Bassdrumcontrollers, auf den ich später natürlich noch zu sprechen komme, ein Bassdrumpad plus Fußmaschine zum Einsatz kommen. Das DTX450k ist dann zusätzlich noch mit einem 3-Zonen-Snarepad ausgerüstet. Sowohl das Bassdrumpad als auch das Snarepad sind ab Anfang 2013  einzeln erhältlich, so dass man das 400k bei Bedarf auch aufrüsten kann. Yamahas Motto ist: Wenn deine Fähigkeiten wachsen, wächst dein Set mit dir.

Das Halterack des DTX400k besteht aus Aluminiumrohren mit Kunststoffverbindern. Grundsätzlich ist die Form des Racks ein „H“ mit zwei Auslegern für Snare und Hi-Hat und das Low-Tom-Pad sowie einer Halterung für das Soundmodul. Insgesamt nimmt das ganze Set recht sparsame 65 x 110 Zentimeter an Grundfläche ein. Wenn man es auf Juniors Größe einstellt, kann man auch noch ein Paar Zentimeter in der Höhe sparen. Die vier Trommel-Pads des DTX400k (1x Snare und 3x Tom) haben einen Durchmesser von 7,5 Zoll, was zirka 19 Zentimetern entspricht. Die Becken- sowie das Hi-Hat-Pad sind zehn Zoll (25,5 cm) groß. Zur Bassdrum- und Hi-Hat-Bedienung hat Yamaha zwei neue Controller entwickelt, die besonders leise sein sollen. Aha! „Leise“ ist ja ein Stichwort, mit dem E-Drums in vielen Arbeitsumgebungen gegen Akustiksets punkten können.

Das DTX400 Soundmodul ist die Schalt- und Waltzentrale aller drei Modelle. Es ist bestückt mit 169 Einzelsounds, die wiederum in zehn Sets zusammengefasst sind. Bei der Soundauswahl setzt Yamaha zum Teil auf Klassiker aus den eigenen Reihen. So kommen für die Akustiksets Sounds von bekannten Yamaha Serien wie Oak oder Maple Custom zum Einsatz. Insgesamt sind acht Akustik-Sets in verschiedenen Stilistiken, ein Elektro-Set mit Sounds aus alten Drum-Machines, sowie ein Percussion-Set in der Datenbank des DTXModuls zu finden. Die Sets lassen sich je nach Wunsch auch umorganisieren. Das soll heißen, dass ich bei Bedarf auch eine TR808-Bassdrum in mein Oak-Custom-Set einbauen kann.

Weiterhin ist das DTX400-Moduls mit Übungsfunktionen ausgerüstet. Es befinden sich zehn Songs zum Üben im Arbeitsspeicher. Die stilistische Bandbreite reicht von Rock und Pop über Elektro- Pop bis hin zu Swing. Wenn der Übende diese Songs dann im Schlaf spielen kann, besteht die Möglichkeit sie gegen neue auszutauschen (natürlich auch schon vorher). Hierfür bietet Yamaha die Software Musicsoft Downloader zum Transfer von Daten zwischen dem Modul und einem Computer an. Neue Einzelsounds lassen sich auf diesem Wege allerdings nicht hinzufügen. Mit ebenfalls zehn Übemodi im DTX400 Modul kann sich der Schlagzeugneuling die Zeit vertreiben. Hier besteht unter anderem die Möglichkeit, zum Metronom zu spielen und die Schlaggenauigkeit vom Modul überprüfen zu lassen. Auch ein Modus ist an Bord, in dem der Click für eine bestimmte Anzahl von Takten aussetzt und in der Pause versucht werden muss, so genau geradeaus zu trommeln, dass man weder vor noch hinter dem wieder einsetzenden Click liegt. Dann gibt es noch einen Modus, in dem das Modul bei gutem Spiel so lange das Tempo des Metronoms erhöht, bis man anfängt, ungenau zu trommeln, woraufhin das Tempo wieder verlangsamt wir.

Das DTX400 Modul ist mit neun Miniklinken-Anschlussbuchsen für "Signalgeber" – also Becken- und Trommelpads – ausgestattet. Da das DTX400k mit neun Pads bestückt ist, sind also alle Anschlussplätze belegt und es kann kein zusätzlicher Signalgeber angeschlossen werden. Das Modul verfügt über eine Kombi-Ausgangsbuchse im Standard-Klinkenformat. Hier kann entweder ein Kopfhörer oder ein Verstärker angeschlossen werden. Außerdem gibt es einen Aux-Eingang, ebenfalls als Miniklinke, an den zum Beispiel ein Mp3-Player angestöpselt werden kann. So ist es möglich, zur Lieblingsmusik zu üben. Zum Anschluss an einen Computer ist das DTX Modul mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet. Hiermit können zum einen – wie oben beschrieben – Übesongs zwischen dem Rechner und meinem Modul hin- und hergeschoben werden Zum anderen können hiermit entweder MIDI-Daten an ein Sequencer-/DAW-Programm gesendet und dort aufgezeichnet werden. Natürlich können nadurch auch direkt Schlagzeuglibrarys angesteuert werden. Unter Strom gesetzt wird die Maschine mit einem externen 12Volt-Netzteil.

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