Test
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24.07.2017

Vic Firth CB1 Cajon Bru-llet & VKB4 VicKick Cajon Beater Test

Cajon Beater und Besen/ Mallet Kombistick

Viel Buff und ein bisschen Zack

Als Everett „Vic“ Firth im Jahr 1963 anfing, Trommelstöcke zu fertigen, waren Cajónes in Europa und den USA noch kaum bekannt. Heute sind weder Vic Firth Drumsticks noch Cajónes von der Bildfläche wegzudenken. So verwundert es nicht, dass sich die Stick-Experten aus Norwell, Massachusetts mit zwei neuen Produkten auch der populären Kistentrommel zuwenden: Dem Cajon Bru-llet, einer Kombination aus Brush und Mallet, sowie dem VicKick Cajon Beater.

Kaum jemand beschränkt sich wohl darauf, sein Cajón nur mit den bloßen Händen zu spielen und bedient sich der großen Auswahl an Nylon-, Stroh- oder manchmal auch Drahtbesen, die inzwischen - teilweise auch speziell für Cajónes - angeboten werden. Der Bru-llet stellt mit seiner Schaumgummikopf/Kunststoffbesen-Kombi jedoch eine echte Neuheit dar. Wer sich gerne ein Pedal ans Cajón stellt, braucht einen speziellen Schlägel, der die Schlagfläche schont und der Kiste genügend Bass entlockt, was der VikKick Cajon Beater ermöglichen soll. Auf dem bonedo-Testparcours dürfen sich die beiden Neuvorstellungen nun beweisen. 

Details & Praxis

Eine langweilige Gestaltung brauchen sich die Vic Firth Neuheiten mit himmelblauem Schaumgummi-Kopf und leuchtend roter Plastik-Iro-Frisur nicht vorwerfen zu lassen. Der Schaumgummi-Beater des VKB4 ist mittels Spreizringen an einem 19,5 Zentimeter langen Schaft aus gehärtetem Stahl befestigt und hat einen Durchmesser von 47 Millimetern. In seiner Gesamtheit bringt er etwa 85 Gramm auf die Waage und besitzt einen Schaftdurchmesser von 6,2 Millimetern.

Beim Bru-llet wurde dem 1,65 Zentimeter dicken und 22,5 Zentimeter langen Holzgriff eine Kunststoffhülle verpasst, welche die etwa neun Zentimeter langen roten Nylonfächer zusammenhält. Am Übergang zwischen Stock und Besen befindet sich ein 38 Millimeter durchmessender Schaumgummi-Ball. Auf dem schwarz lackierten Griff sind das Firmenlogo und die Modellbezeichnung in rot aufgedruckt. Mit 34 Zentimetern Gesamtlänge bringt es ein Bru-llet auf etwa 60 Gramm Gewicht. An der Verarbeitung und auch qualitativ gibt es nix zu meckern.

Für den Praxistest statte ich mein Cajón mit einem Pedal aus (später gesellen sich auch noch Hi-Hat, Ride und eine kleine Snare dazu), stelle ein Mikrofon dahinter und hänge zwei Overheads darüber, um den Klang möglichst naturgetreu einzufangen. 

Los geht es mit einzelnen Sounds des Beaters im Vergleich zum mit der Hand gespielten Bass-Sound. Da das Schaumgummi des VKB4 relativ hart ist, schafft er es nicht ganz, meinem Cajón das komplette Basspotential zu entlocken. Er klingt leicht pöckig und mittenbetont mit durchsetzungsfähigem Attack. Gleiches gilt auch für den Sound der Schaumstoff-Ovale an den Bru-llets, die aufgrund ihrer geringeren Masse jedoch noch etwas dünner klingen. Dennoch kann man mit den Sounds gut arbeiten. 

In einem Cajón-Setup mit kleiner Snaredrum sorgt der VKB4 für ausreichend Kick, so dass das Cajón nicht untergeht, und die Bru-llets bieten ein interessantes Potential mit ihren unterschiedlichen Sounds. Leider mangelt es den Nylonbesen etwas an Durchsetzungsfähigkeit, so dass man schon recht beherzt zulangen muss, um im Zusammenspiel mit den Beater- und Malletköpfen ein ausgewogenes Lautstärkeverhältnis zwischen Bass- und Slapsound zu erreichen. Auf einem Becken muss man mit ihnen relativ steil spielen, um es nicht mit dem Schaumgummi zu erwischen und dadurch ungewünscht anzucrashen, und auch hier fällt der Besensound etwas zu leise aus.  Erfreulich sind dagegen die Ausgewogenheit der Bru-llets und der Rebound, den ihre recht kurzen und harten Kunststoffbesen bereitstellen, wodurch auch gewirbelte Figuren einfach zu spielen sind. Allerdings ist der Weg zwischen Bass- und Slapsound weiter als bei normalen Besen, so dass das Spielen etwas unergonomischer wird.

Zu guter Letzt habe ich den VKB4 noch mit drei anderen Cajon-Beatern verglichen, nämlich dem Schlagwerk BE33 Basscajon Beater, dem DW SP117 Soft Touch Beater und dem Beater des Millenium CP-777 Cajon Pedals. Im Direktvergleich mit dem roten Schlagwerk-Tennisball lassen sich kaum Unterschiede feststellen. Mehr Attack bietet nur der Millenium Beater, wenn man ihn flach auftreffen lässt. Winkelt man diesen leicht an, klingt er weicher und bassiger als der VKB4, wie auch der schwarze DW-Ball, der in Sachen Bass jedoch leicht die Nase vorn hat.

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