Test
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16.02.2015

Praxis

Als angenehme Eigenschaft fällt mir sofort auf, dass die Thinwood Pads, im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten, keinerlei chemischen Geruch verströmen. Dank der im Lieferumfang enthaltenen Beschreibung lassen sich alle Pads sofort den passenden Instrumenten zuordnen und sind kinderleicht platziert. Meine 22 Zoll große Bass Drum muss allerdings für den Testlauf - mangels eines unbeschichteten Schlagfells - einer Ludwig Bass Drum aus den 60er Jahren weichen. Diese ist mit einem klarem Fell bestückt und bietet den Saugnäpfen des Bassdrum Pads sicheren Halt. Da die meisten Einsteiger-Sets standardmäßig mit klaren Bassdrum-Schlagfellen ausgeliefert werden, hat man sich bei Thinwood für diese Fertigungs-Variante entschieden. Alle Pads halten im Spielbetrieb bei einem gewöhnlichen Aufbau sehr gut die Position, nur bei sehr steilen Neigungswinkeln auf den Hängetoms können die Tom Pads ganz leicht in Bewegung geraten, rutschen aber nicht von den Trommeln.

In den ersten Soundfiles hört ihr das Schlagzeug einmal ohne Dämpfung und danach mit den vollflächigen Abdeckung inklusive der Becken, also dem größtmöglichen Dämpfeffekt auf den Oberflächen. Die Filzmatte zur Isolierung des Snareteppich-Geräusches kommt im dritten Teil des Snare Drum Soundfiles noch dazu. Und so klingt das ganze:

Reduzierte Lautstärke und verändertes Spielgefühl

Wie ihr hören könnt, ist die Lautstärke des gesamten Schlagzeugs mit den Thinwood Pads erheblich reduziert, durch die Installation der Matten geht allerdings auch der tonale Pitch der Trommeln deutlich nach unten, was sie weniger spritzig und somit dumpfer klingen lässt. Durch eine höhere Grundstimmung der Schlagfelle kann man diesem „Bass-Boost“ zumindest teilweise entgegenwirken. Die Thinwood Pads spielen sich auch nach längeren Episoden Handgelenk-freundlich, generell muss ich aber mehr Schlagenergie investieren, um, besonders bei schnelleren Passagen, auf vergleichbare Ergebnisse zu den ungedämpften Trommeln zu kommen. Das ist natürlich einerseits ein Übungsanreiz, andererseits auch eine Umstellung. Das Snare Drum Pad hat einen wirklich coolen „80er Gate Sound“, allerdings bietet es für diffizile Anwendungen wie Ghost Notes oder Snare Drum Rudiments zu wenig Rebound. Besonders feinere Doppelschläge „vermatschen“ und sind nicht präzise genug artikulierbar. Bei den Becken-Pads stehen wie beschrieben mehrere Löcher zur Auswahl, die das Becken bis zum gewünschten Anteil der Oberfläche bedecken. Die gedämpften Becken sind im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, da Crash- und Ride-Becken nicht nur sehr kurz und schepprig klingen, sondern auch kaum in Schwingung geraten. Wenn man auf das runde Mittelpad zwischen den Hi-Hat Becken verzichtet (der getretene Chick-Sound ist dadurch wieder hörbar) und nicht auf den Pads, sondern auf den Flächen der Becken spielt, ist die Lautstärke natürlich höher, es spielt sich aber wesentlich artikulierter. Hier lohnt es sich, mit dem rechten Maß an Dämpfung und Pad-Stärke zu experimentieren. Wie das klingt, könnt ihr hier hören:

Ebenso schnell wie die Installation geht auch die Entfernung der Pads vom Schlagzeug vonstatten. Nur die Saugnäpfe des Bassdrum Pads wollen am Ende noch vom Fell gepflückt werden. Wem es übrigens nach Auflage sämtlicher Pads immer noch zu laut ist, der kann dem verbleibenden Körperschall der Trommeln durch zusätzliches Bedämpfen der Resonanzfelle an den Kragen gehen. Allerdings bleibt dann fast kein Klang mehr vom akustischen Set über, und dann wäre eine elektronische Trommellösung wohl doch ratsamer.

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