Test
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05.04.2019

Praxis

Wertiges Mikrofon

Das t.bone SC 500 USB wirkt wertig, was sicher nicht zuletzt am stattlichen Gewicht von gut 700g liegt. Im Tischstativ steht es sicher und hoch genug, um Reflexionen vom Tisch gering zu halten, besonders, wenn es angewinkelt ist. Auf einem handelsüblichen Mikrofonstativ steht es entweder zwingend senkrecht oder es muss ein Kugelgelenk her wie aus dem Triad-Orbit-System. Die Installation am Mac (OS 10.10.&10.12.) war ein Kinderspiel: Anschließen, auswählen, aufnehmen.  

Das t.bone präsentiert sich mit geringer Trittschall- und nicht zu hoher Poppempfindlichkeit, weshalb man es bei Abständen von 20 bis 30 cm auch ohne Poppschutz verwenden kann. Schön ist, dass der Kopfhörerverstärker ordentlich Leistung liefert und wenig rauscht.  

Vorsicht mit dem Pegel

Auch das Mikrofon selbst rauscht erfreulich wenig. Allerdings sollte man mit dem Gain behutsam umgehen, denn die Gefahr besteht, dass man sich beim Einpegeln ausschließlich am Meter der DAW orientiert. Doch bevor das Eingangsmeter einen zu hohen Pegel anzeigt, kann das Signal des Mikrofons schon in der analogen Domäne zerren. Das ist ein weiterer Grund, beim Aufnehmen immer alles abzuhören und sich in erster Linie auf die Ohren zu verlassen. Gerade Recording-Anfängern kann hier jedoch ein Fehler passieren. Trotzdem wäre eine genauere Gain-Anpassung wünschenswert gewesen.  

Sound passt schon unbearbeitet gut zur Stimme

Die generelle Klangausrichtung lässt sich unter „präsent“ ganz gut zusammenfassen. Das hat Vorteile, da sich die Stimme und auch viele typische Instrumente (z.B. Akustikgitarre) schon ohne weitere Bearbeitung sehr gut durchsetzen können. Das passt besonders gut zur gesprochenen und gesungenen Stimme. Andererseits ist das Signal auch etwas breit und schmatzend, was ein wenig auf Kosten von Präzision und Detailtreue, Linearität und Neutralität geht. Im Vergleich mit im Gegenzug weniger flexiblen und auch deutlich teureren Mikrofonen fällt es auf, dass das Signal des t.bone SC 500 USB etwas indifferenter ist. Bei frontaler Besprechung sind die Unterschiede geringer als etwa bei 45 Grad Einsprechwinkel. Die Richtcharakteristiken Acht und Kugel klingen besser, je größer der Abstand zum Mikrofon ist. Zu gering sollte dieser generell nicht sein, unter 10 Zentimetern nimmt die Bassanhebung durch den Nahbesprechungseffekt überhand, was bei den kleinen Kapseln weniger satt und „wichtig“ klingt als bei guten Großmembran-Kondensatormikrofonen. In Anbetracht sowohl des Frequenzgangs als auch der Transientenaufnahme: Mit 192 kHz muss dieses Mikrofon nicht betrieben werden, es reichen übliche Samplerates.  

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