Test
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06.02.2018

Praxis

Optik, Haptik & Bedienbarkeit

Optik und Verarbeitung des HeadmiKe-O lassen nicht vermuten, dass es sich hier um ein Budget-Gerät handelt. Zunächst einmal sind beinahe alle Bestandteile des Kopfbügelmikrofons Ton in Ton hautfarben. Dadurch ist es zwar nicht vollständig unsichtbar, setzt sich aber optisch auch keinesfalls selbst in Szene. Die Verarbeitung des Mikrofons ist einwandfrei und makellos. So ist beispielsweise der Übergang von flexibler Zuleitung zum Draht-Mikrofonschaft dadurch geschützt, dass eine gummierte Verkapselung mit Knickschutz zum Einsatz kommt und zusätzliche eine weitere Knickschutzhülse den Kabeleintritt sichert. Auf dieselbe Weise wird auch der Kabeleintritt am XLR-Stecker doppelt vor Kabelbruch bewahrt. Damit kein Draht-Chaos ausbricht, halten zwei Arretierhilfen die Kabel- und Drahtstreben nah beieinander.

Besonders gut gefällt mir aber das Handling. Erwähnenswert sind beispielsweise die Ohrbügel. Sie sind aus einem etwas starreren Draht als die restlichen Drahtelemente. Dadurch bieten sie zum einen guten Halt am Ohr, zum anderen lassen sie sich aber eben doch auch geringfügig anpassen. Da die Ohrbügel mit einem dünnen Schlauch aus rutschfreiem Gummi umgeben sind und sich zusätzlich kleine Gummikappen als eine Art „Stopper“ am Ende der Ohrbügel befinden, ist der Halt des Mikrofons ausgesprochen gut. Auch die Größenjustierung ist hervorragend. Sie ist einfach zu bedienen und ermöglicht das Tragen des HeadmiKe-O bei ganz verschiedenen Kopfgrößen. Das Kabel ist mit seiner Länge von knapp 1,3 m zwar nicht ganz so lang wie bei seinen Konkurrenten, doch lässt sich die Zuleitung komfortabel unter der Kleidung verlegen, sofern das vonnöten ist. Dabei ist die beiliegende Kabelklemme eine große Hilfe.

Klang

In Sachen Klang kann das the t.bone HeadmiKe-O AKG mit seinen Vorbildern mithalten. Das liegt allerdings nicht daran, dass es mich geradezu umhauen würde, sondern dass mich der Klang von Mikrofonen dieser Bauart generell nicht vom Hocker zu reißen versteht. Aber – und das ist das Wichtige in diesem Test – das HeadmiKe-O ist soundtechnisch betrachtet absolut konkurrenzfähig. Für ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik, das naturgemäß über keinen Nahbesprechungseffekt verfügt, ist es geradezu basslastig aufgestellt. Das tut gesprochenen Stimmen und auch Gesang durchaus gut. Klingt doch das vom HeadmiKe-O ausgegeben Signal dadurch voll und warm. Ansonsten findet sich hier ein weitgehend ebener Frequenzgang, der Stimmfrequenzen einerseits gut zu Gesicht steht, andererseits aber auch nicht viel für sie tut. Deshalb ist von diesem Mikrofon kein wahnsinnig brillanter Sound zu erwarten, doch die Sprachverständlichkeit ist gut, das Signal ausreichend dynamisch und Transienten werden schwach, aber wahrnehmbar abgebildet.

Popp- und Windgeräusche lassen sich durch die beiliegende Schaumstoffkappe in Maßen verhindern. Sowohl in Sachen Empfindlichkeit als auch hinsichtlich des Grenzschalldruckpegels macht das Mikrofon einen überraschend guten Eindruck. Denn sowohl leisere Signale und Artikulationsfeinheiten werden vom HeadmiKe-O umgesetzt als auch lautere Stimmsignale verzerrungsfrei wiedergegeben. Es sollten aber nicht unbedingt lautstarke Death Metal-Growls sein, mit denen das Mikrofon gefüttert wird …

Der auf dem Papier hohe Ersatzgeräuschpegel macht sich nicht negativ bemerkbar und auch der eher geringe Geräuschspannungsabstand wirkt sich nicht negativ aus. Weder wahrnehmbares Rauschen noch fehlende Signaldynamik kann man dem the t.bone-Kopfmikrofon nachsagen. Gut zu sehen/hören ist auch, dass versehentliche Berührungen von Haltebügel oder Kabel vom Mikrofon nicht mit Klopf- oder Raschelgeräuschen quittiert werden.

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