Test
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12.01.2022

Praxis

Im Einsatz gibt sich das CC 57 problemlos

Zum Praxistest des the t.bone CC 57 gehört natürlich zunächst der Check des Befestigungssystems. Hier gibt sich der Kandidat keine Blöße, die griffige Klemme packt geflanschte Spannreifen und RIMS-Freischwingsysteme zuverlässig und verblieb während der Testdauer auch zuverlässig an einmal gewählten Positionen. Naturgemäß sind Schwanenhälse etwas störrisch bei der Wahl unterschiedlicher Positionen, da macht auch dieser keine Ausnahme. Man muss eine Art schrägen Bogen zurechtdrücken, um die Kapsel in eine sinnvolle Position zu bringen. Wer bei der Studioarbeit gerne mit vielen Winkeln experimentiert und die Einsprechachse sehr akkurat ausrichten möchte, sollte sich lieber bei den bekannten „Fullsize“-Mikros umsehen.

Guter Klang an der Snare, maximale Detailtreue sollte man aber nicht erwarten

An meiner 14x5“ Pearl Special Reserve Ahorn-Snaredrum macht unser Testobjekt eine gute Figur und überträgt einen recht natürlichen Mix aus Attack, Körper und Teppichansprache. Im Vergleich mit dem Klassiker Shure SM57 fehlt ihm jedoch etwas Fokus und die bekannte, mittige Solidität im Ton, der Platzhirsch wirkt hier griffiger. Auch fällt eine minimale Neigung des CC 57 zum Abschleifen der Transienten auf, weshalb die Trommel – zumindest einzeln abgehört – etwas angestrengt klingt. Gut gefällt mir die Qualität der Übersprechungen. So klingen die Hihat und angeschlagene Becken nicht zu schepperig, was sich im Gesamtmix mit einem klaren Klang positiv bemerkbar macht.

Rund und ausgewogen an den Toms

Noch etwas besser als an der Snaredrum gefällt mir das the t.bone CC 57 an meinen alten Yamaha 9000 Birken-Toms. Hier fallen die kleinen Schwächen in Sachen Detailtreue überhaupt nicht ins Gewicht, stattdessen erklingt speziell am 12er Racktom ein runder, offener Ton, der sich in verschiedenen Stilistiken einsetzen läßt. Auch am größeren 16er Standtom kann es überzeugen, wobei es hier mit einem im Verhältnis kräftigeren Attack aufwartet. Auch und gerade bei Toms im Live-Einsatz dürfte das CC 57 mit seinen gut klingenden und nicht zu scharfen Übersprechungen eine günstige Alternative zu teueren Modellen sein.

Video: the t.bone CC 57 im Praxistest

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