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Test
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18.03.2013

t.bone SC140 Test

Kleinmembran-Kondensatormikrofon

Budget-Retter?

In der Preisauszeichnung des t.bone SC140 Kleinmembran-Stereosets stehen zwei Neunen hintereinander – mehr nicht. Das ist ganz offenkundig preiswert, vor allem, wenn man bedenkt, dass man dafür nicht nur zwei mit Vordämpfung und Filter ausgestattete Kondensatormikrofone erhält, sondern eine kleine Stereoschiene, zwei Spinnen, Windschutze und einen kleinen Koffer gleich dazu.

Wenn man grob überschlägt, was nach Abzug der Umsatzsteuer, des Transports und sonstiger Kosten wohl die Herstellung eines einzelnen Mikros kostet, muss man wie an alle anderen Mikrofone dieser Presiklasse auch an das SC-Set die Frage richten, ob man dafür einen vernünftigen Klang erwarten kann. Gibt es klangliche, qualitative oder sonstige Einschränkungen? Im Rahmen unseres groß angelegten Testmarathons sind wir diesen Dingen auf den Grund gegangen und konnten das SC140-Set nicht nur mit ähnlich preiswerten, sondern auch mit deutlich teureren Mikrofonen vergleichen.

Details

Die beiden t.bone-Mikrofone unseres Stereo-Sets gehen einen typischen Weg, damit der Preis niedrig gehalten werden kann: keine Experimente, kein Schnickschnack. So handelt es sich bei beiden um Werkzeuge in der für Kleinmembran-Kondensatormikrofone typischen und bewährten Bauform. Der Tubus aus Metall ist vom Durchmesser gerade so groß, dass unten eine XLRm-Buchse hineinpasst und oben die 18mm-Kapsel hinter dem feinen Maschengitter Platz findet. Auf halbem Weg zwischen den beiden Enden befinden sich auf dem Schaft zwei Schaltfunktionen, einmal ein Hochpassfilter mit den wählbaren Eckfrequenzen 75 und 150 Hz und eine Vordämpfung, die mit 10 oder 20 dB in das Geschehen eingreift.

Die abschraubbaren Kapseln der beiden Mikrofone beinhalten die Membranen, die gerichtet aufzeichnen. Zu erkennen ist dieser Umstand wie üblich recht einfach an den seitlichen Schallöffnungen. Durch ein Laufzeitglied wird dafür gesorgt, dass rückseitig eintreffender Schall annähernd gegenphasig auf die Membran wirkt, der Pegel wird im Mittel höher, je näher die Schallquelle exakt von der Frontseite einfällt. Diese beliebte Richtcharakteristik ist als Niere (oder auf Englisch "cardioid") bekannt und die am weitesten verbreitete. Mit zwei Mikrofonen dieser Richtcharakteristik lassen sich verschiedene Stereofonieverfahren einrichten, darunter beispielsweise das XY, aber auch das oft zu guten Ergebnissen führende ORTF-System, dass von Ingenieuren der ehemaligen französischen Rundfunkanstalt Radio France einst definiert wurde und seither häufige Anwendung erfährt – aus gutem Grund übrigens.

Der Freqeunzgang wird von 20 Hz - 20 kHz angegeben, es ist jedoch aufgrund der Preiskategorie nicht zu erwarten, dass dieser bretteben ist. Vielmehr ist wie bei Druckgradientenempfängern eigentlich immer mit einem etwas schwachen Bass zu rechnen sowie mit einem nicht gut übertragenden höchsten Band. Das Wandlerprinzip Kondensator wird sehr wahrscheinlich nicht nach dem "Echtkondensator"-Prinzip erreicht, sondern mittels Backplate-Elektret. Wer jetzt eine geringere Haltbarkeit oder zunehmend schlechtere Leistung des Mikrofons durch schwindende Vorspannung befürchtet, der kann beruhigt sein: Heutige Elektrete halten ihre Spannung äußerst lange – viele Jahrzehnte sogar. Trotz der "eingebauten" Kapselvorspannung müssen die beiden Kleinmembranmikros mit 48 Volt Phantomspeisung betrieben werden, denn die Elektronik arbeitet ohne sie so viel wie ein Versicherungsberater ohne Aussicht auf eine dicke Provision, nämlich gar nicht! Mit 12,6 Millivolt pro Pascal ist die Empfindlichkeit ausreichend, der angegebene maximale Schalldruckpegel von 130 dB SPL lässt das SC140 dank Pad auch in lauterer Umgebung einsetzbar erscheinen. Wie eingangs beschrieben, wird das t.bone SC140 Stereoset durch zwei Halter mit elastischer Aufhängung, zwei Windschütze zum Aufstülpen über die Kapsel und eine einfache Stereoschiene komplettiert. All diese Teile haben sich in einem Aluminiumkoffer häuslich eingerichtet.

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