Test
2
10.04.2019

Praxis

Grau ist alle Theorie

Ich habe einen Kopfhörer angeschlossen und bin mit dem Tascam DR05-X direkt vor die Tür gegangen, um ein bisschen Atmosphäre von draußen einzufangen. Dafür drückt man das erste Mal auf die Recordtaste und aktiviert den Aufnahmemodus. Direkt hört man ein wunderbar räumliches, breites Klangbild auf dem Kopfhörer. Im Menü habe ich durch ein paar Klicks den Pegelmodus auf automatisch geschaltet und den Pegelabgleich eingeschaltet. Nichts muss bestätigt werden, Auswählen reicht aus. Sofort wird das Signal auf dem Kopfhörer lauter und die Pegelanzeige im Display größer. Bei erneutem Drücken der Recordtaste startet die Aufnahme und die rot blinkende LED am oberen Ende des Displays schaltet auf ein durchgängiges Leuchten um. Trotz des im Vorfeld der Aufnahme eingeschalteten Trittschallfilters von 80 Hz, welches auch bei Windgeräuschen helfen soll, kann man die Windgeräusche nicht ganz eliminieren.

Bei der zweiten Aufnahme liegt der DR05-X einfach auf meinem Schreibtisch und ich sitze mit der Akustikgitarre davor. Ich habe die Gitarre einmal einzeln aufgenommen, um den relativ breiten Klang zu zeigen, den der Tascam DR05-X aufnimmt. Kommt aber der Gesang dazu (wie bei Aufnahme drei), drücken sich die beiden Signale sozusagen gegenseitig weg. Wobei das bei der von mir gewählten automatischen Pegeleinstellung eigentlich auch keine Überraschung darstellt.

Die letzte Aufnahme zeigt eine reine Gesangsaufnahme. Auch hier greift trotz des „Soundchecks“ im Aufnahmemodus der Limiter bei der tatsächlichen Aufnahme hart ein. Aber auch hier hört man fast keine Nebengeräusche, Rauschen oder ähnliches und einen räumlichen Klang. Leider muss aber erwähnt werden, dass jede Bewegung an der Oberfläche des Handheld-Recorders mit aufgenommen wird und somit nur bei einem liegenden Audiorecorder störungsfrei aufgezeichnet wird. 

Der DR05-X kann noch mehr

Auch wenn hier keine Aufnahmen in Studioqualität entstehen, hat der DR05-X einiges zu bieten. Die Größe der Aufnahme ist wählbar: MP3 mit 64 bis 320 kBit oder unkomprimierte WAV-Datei in 16 oder 24 Bit, bei einer Abtastrate von bis zu 96 kHz. Einstellbar ist auch, ob mono oder stereo aufgezeichnet werden soll. Das bereits erwähnte Trittschallfilter (Low Cut) ist zwischen 40 und 220 Hz einsetzbar. Natürlich kann man den wie alle anderen Effekte und EQs auch ausgeschaltet lassen. Sechs verschiedene Hallräume und Reverbs lassen sich auch noch nachträglich zu Aufnahmen hinzufügen, genauso wie eine Anhebung oder Absenkung von Höhen, Mitten und Bässen. Für Übungszwecke kann man bei Aufnahmen Marker setzen und innerhalb dieser Marker einen Loop laufen lassen sowie Aufnahmen verlangsamen oder schneller abspielen. Auch an ein Stimmgerät haben die Macher des Tascam DR05-X gedacht und an eine vorgezogene Aufnahme, die zwei Sekunden mit aufnimmt, bevor die Recordtaste das zweite Mal (also zur Aufnahme) gedrückt wurde. 

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare