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Test
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23.04.2015

TAL Dub-2 Delay Test

Freeware-Plugin

Hallo Echo, Echo, Echo …


Es gibt Effekte, die sind verspielt, kreativ oder exzentrisch - und es gibt Effekte, die schlichtweg unverzichtbar für einen guten Mix sind. Irgendwo zwischen diesen beiden Kategorien sind Delays einzuordnen, obwohl ein Delay grundsätzlich nichts weiter als eine steuerbare Wiederholung von Eingangssignalen ist. Genreübergreifend besitzt dieser Effekt viele Funktionen, welche natürlich auch abhängig von Instrument und Musikstil sind, vom „Andicken“ verzerrter Gitarrensounds bis hin zum experimentellen Sounddesign. 

Aufgrund der vergleichsweise einfachen Funktionsweise werden Delays seit jeher in Hülle und Fülle angeboten. In Form von Plugins ist die Auswahl deshalb heutzutage schlichtweg unüberschaubar, und auch kostenfreie Angebote gibt es wie Sand am Meer. Wie soll man hier also die Spreu vom Weizen trennen? Mit dem Dub-2 von Togu Audio Line (TAL) probieren wir es einfach mal!

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Details + Praxis

Grundsätzliches

Die Wahl eines Plugins wird neben der Benutzerfreundlichkeit vor allem von seiner klanglichen Flexibilität beeinflusst. Nicht selten vereinen Entwickler von daher mehrere Effekte unter einem Hut und statten ihre Software mit einer Vielzahl von Funktionen aus. Dieser Aspekt sorgt dann für ein breiteres Anwendungsfeld, das von subtilen ästhetischen Eingriffen bis hin zu experimentellem Sounddesign reichen kann. So auch beim TAL-Dub-2 des Schweizer Softwareherstellers Togu Audio Line und seinem Entwickler Patrick Kunz, welches sich trotz des bildhaften Namens als flexibles Werkzeug rund ums Thema Delay präsentiert. Unterstützt werden dabei sowohl Windows-Systeme über VST in 32 und in 64 Bit, als auch Mac OS X über VST, jedoch hier nur in 32 Bit.

 

Ein Delay für das Sounddesign

Der Funktionsumfang des TAL-Dub-2 fokussiert sich neben der Kernkompetenz zum Erzeugen von Delays vor allem auf das Thema Soundgestaltung. So bietet das kompakte Tool zusätzlich die Möglichkeit, das Effektsignal durch EQ, Filter, Distortion und Modulation anzupassen. Die Bedienoberfläche gliedert sich dabei in insgesamt fünf Segmente, welche wir uns nun nach und nach genauer anschauen wollen.

Delay

Das erste Segment widmet sich zunächst der Delay-Erzeugung. Hierfür kann die entsprechende Verzögerungszeit entweder durch die Synchronisation mit dem Host-Sequenzer gesteuert oder manuell durch das „Delay“-Poti eingestellt werden. Beide Stereokanäle lassen sich dabei entweder getrennt voneinander behandeln oder verlinken. Gleiches gilt auch für den danebenliegenden „Feedback“-Parameter.

Drive für mehr Dicke

In der Mitte der Oberfläche befindet sich der Drive-Regler, der durch vierfaches Oversampling auch in extremen Einstellungen nur in geringem Maße die unangenehmen digitalen Verzerrungsartefakte aufweist und so fast schon analogen Charme versprüht. Neben der Intensität des Effektes kann auch seine Lautstärke über das „Volume“-Poti separat geregelt werden. Gleich daneben wurde die Filtersektion positioniert, die aus einem 3 dB Hi-Cut, einem 6dB Lo-Cut mit dazugehöriger „Resonance“ sowie einem Panorama-Regler besteht, mit dem sich das Effektsignal im Stereobild positionieren lässt. Leider bietet keiner der Parameter eine Textanzeige oder eine Werteskala, sodass kein genaues Feedback über den eingestellten Wert erfolgt. Dies wäre an mancher Stelle jedoch durchaus sinnvoll gewesen.

Modulation

Die zweite Reihe der Oberfläche beginnt mit der Modulations-Sektion, die auf einem LFO in Form einer Sinuswelle basiert, der durch seine „Rate“ festgelegte Parameter des Effektes ansteuern kann. Hierzu zählen die Cutoff-Frequenz des Low-Cuts sowie die allgemeine Delayzeit. Weiterhin lässt sich auch die Stereobreite des Signals modulieren. Passend zum Retrocharme des Plugins wird zur Anzeige der Gain-Reduction ein virtuelles VU-Meter verwendet. Leider ist die Beschriftung an dieser Stelle sehr klein, was das Ablesen ein wenig schwierig macht.

Ping-Pong und mehr

Zusätzlich verfügt der Dub 2 noch über einen Ping-Pong Modus, dessen Schalter zur Aktivierung jedoch eher auf eine Crossfade-Funktion schließen lässt. Weiterhin ist auch noch eine MIDI Learn Funktion mit an Bord. Über den „Input“- und „FX“-Button lässt sich das interne Effekt-Routing des TAL-Dub-2 außerdem weitergehend beeinflussen, wodurch weitere klangliche Variationen erzeugt werden können. „Input“ sorgt an dieser Stelle dafür, dass das unbearbeitete Inputsignal erst durch Distortion und Filter geschickt wird, bevor es die Delay-Sektion erreicht. „FX“ sorgt hingegen dafür, dass beide Effekte nicht wie standardmäßig im Output-Pfad, sondern im Feedback-Loop eingebunden werden, was für wilde Klangexperimente sorgt. Abgerundet wird das Plugin vom obligatorischen „Dry-Wet“ Regler zur Steuerung der Effektintensität. 

Fazit

Das TAL-Dub-2 Delay ist ein sehr vielseitiges Effekt-Plugin, welches aufgrund seiner Funktionsvielfalt sowohl subtile, als auch total verrückte klangliche Eingriffe ermöglicht. Hierbei muss weder aufgrund der Optik, noch wegen des Sounds der Vergleich zur kostenpflichtigen Konkurrenz gescheut werden. Vor allem der „analoge“ Distortion-Effekt konnte mich klanglich überzeugen. Den einzigen Minuspunkt bildet an dieser Stelle die fehlende Textanzeige für die Parameterwerte, die vor allem bei der LFO-Rate oder dem Feedback-Anteil durchaus hilfreich gewesen wäre. Hier muss man sich eben nach wie vor auf seine Ohren verlassen. Besitzer moderner DAWs können das Plugin hingegen nur über Umwege in ihre Session einbinden, da unter Mac OS X leider keine 64 Bit Hosts und auch keine AU-Schnittstellen unterstützt werden.

Das TAL Dub-2 Plugin kann hier kostenfrei heruntergeladen werden. 

  • Pro:
  • Umfangreicher Funktionsumfang
  • Sehr guter Distortion-Effekt
  • Vielfältiges, klangliches Spektrum
  • 32 und 64 Bit Versionen verfügbar (Windows)
  • Contra:
  • 
keine Beschriftung der Parameterwerte
  • kein 64 Bit Support unter Max OS X

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