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Test
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13.06.2013

Studio Projects LSM Test

Kondensatormikrofon

Quadratisch, praktisch, gut

Die Firma Studio Projects hat bisher eine stattliche Anzahl von Mikrofonmodellen auf den Markt gebracht. Die Palette reicht dabei vom Studio Projects B1, einem Großmembran-Mikrofon der Einsteigerklasse, bis zum Großmembran-Röhrenmikrofon T3 MkII. Mit dem LSD2, einem Stereo-Großmembranmikrofon mit zwei übereinander liegenden Kapseln, hat der amerikanische Hersteller auch Gespür für Mikrofone bewiesen, die »ein wenig anders« sind, dabei aber praktisch sein wollen und einen guten Sound mitbringen. Soviel sei vorweg verraten: Das LSM reiht sich hier nahtlos ein. Es möchte Desktop- und Recording-Mikrofon zugleich sein. Skype, Podcasting, Musikproduktion – alles auf einmal. Unser Test wird zeigen, ob das Mikrofon diese Ansprüche erfüllen kann.

„LSM“ steht für „Little Square Mic“ und bedeutet soviel wie „kleines, rechteckiges Mikro“. Wie am Foto unschwer zu erkennen ist, trifft das den Nagel auf den Kopf. Das Mikrofon fällt mit seinem kantigen Äußeren etwas aus dem Rahmen der heute üblichen Mikrofonformen. Es erinnert vielmehr an Mikrofone der 40er und 50er Jahre, wie das Electro-Voice V-3 oder das legendäre RCA DX 44. Ein gewisser Retro-Chic kann dem LSM deshalb nicht abgesprochen werden. Farblich liegt es voll im Trend und ist in elegantem Silberschwarz-Metallic, stylischem Weiß und »Babyrosa« erhältlich sowie in einer Ausführung in Metallic-Rot, die auch für diesen Test zum Einsatz kommt. Soviel zur Haute Couture.

Details

„Das Runde muss ins Eckige“ – das hat sich wohl der Hersteller gedacht. Und richtig: Wie die recht große Fläche des Mikrofonkorbs bereits vermuten lässt, schlummert hinter dem in Anthrazitmetallic schimmernden Poppschutz des Mikrofons eine Kapsel mit ausgewachsener 27 mm-Großmembran. Zusammen mit dem Umstand, dass das Mikrofon per USB-Anschluss betrieben werden und der »Überrollbügel« des kantigen Kameraden auch als Tischstativ genutzt werden kann, wird das Einsatzgebiet schnell klar: Vor allem Desktop-Produktionen von Sprache oder Gesang dürften die Hauptzielgruppe sein. Wie wir noch sehen werden, sind die Einsatzmöglichkeiten des LSM aber keinesfalls darauf beschränkt.

Die Transportbox des eckigen Mikrofons kann auf Anhieb gefallen. Die Kombination aus mattem Finish mit Glanzdruck ist einfach richtig nett gemacht. Mal sehen, ob sich dieser Eindruck auch im Inneren des Kartons fortsetzt.

Das Mini-Handbuch im Format des kleinen Transport-Kästchens gibt in englischer Sprache witzig formulierte Hinweise auf Aufbau, Verwendung und Installation des Mikrofons. Dem ungewöhnlichen Äußeren des Mikrofons entsprechend, hält auch das Booklet eine kleine Überraschung bereit: Es ist im Hochkantformat gefertigt und wird nach oben hin durchgeblättert. Da hat sich jemand was einfallen lassen…

Beim ersten Herausnehmen aus der Transportbox fällt sofort das erstaunlich hohe Gewicht des LSM auf. Das strahlt Wertigkeit aus, zumal für ein USB-Mikrofon. Dieser Eindruck wird durch die solide Bauweise noch verstärkt. Dreht und wendet man das Mikrofon, so ist schnell klar, wie das Gewicht des kleinen Rackers zustande kommt, denn nahezu sämtliche der sichtbaren Bauteile sind aus Metall gefertigt und wirken äußerst vertrauenerweckend. Das beginnt beim anthrazitfarbenen Mikrofonkorb, setzt sich fort beim in Anthrazit-Metallic gehaltenen, umlaufenden Rahmen, der Mikrofon-Korb und Körper zusammenhält, und geht weiter bis hin zu den rot lackierten Chassis-Hälften des Mikrofon-Bodies, die ein dezentes Metallic-Finish haben. Das alles transportiert wiederum Wertigkeit und sieht einfach »ein wenig anders aus« als man es von anderen Mikrofonen gewohnt ist. Einzig das auf der Frontseite aufgeklebte Firmen-Logo trübt den guten Fertigungseindruck. Zwar ist es ebenfalls aus Metall, doch der Übergang vom Logo zum Mikrofon-Body wirkt deutlich weniger genau gearbeitet. Die Klangqualität des Mikrofons wird das aber ganz sicher nicht beeinflussen. So viel steht fest.

An den Seiten des Mikrofonkörpers ist die schwenkbare Haltevorrichtung des Mikrofons angebracht. Diese ist stufenlos verstellbar und wird durch zwei Arretierschrauben fixiert. Zwischen Haltebügel und Mikrofonkörper sind Gummischeiben unterlegt, die für Materialschonung sorgen sollen. Sicher ist hiervon auch eine geringfügige Entkopplung des Mikrofons von seiner Aufhängung zu erwarten.

Der Bügel der Haltevorrichtung bietet auch die Möglichkeit zur Aufnahme einer Gewindestange und kann auf 5/6-Zoll-Gewinden angebracht werden. Um das Mikrofon an einem Stativ mit dem in Deutschland üblicherweise verwendeten 3/8-Zoll-Gewinde anzubringen, wird deshalb ein Reduziergewinde benötigt - leider liegt ein solches dem Mikrofon nicht bei.

Auf der Rückseite des Mikrofons finden sich mittig dessen Anschlüsse. Zunächst ist unter dem Mikrofonkorb ein Micro-USB-Anschluss zu sehen, darunter befindet sich eine dreipolige Mini-XLR-Buchse. Während der USB-Anschluss lediglich in der Platte des Mikrofon-Bodies versenkt ist, weist der XLR-Anschluss einen leicht erhöhten Außenring auf. Auch die Anschlüsse machen einen guten Eindruck. Leider wird auch dieser wiederum ein wenig getrübt - denn „CE“-Aufdruck und Seriennummer sind eher nachlässig angebracht, weil der Druck leicht verläuft. Aber auch die Bedruckung wird sich ganz sicher nicht auf den Sound auswirken, deshalb drücken wir hier ein Auge zu und freuen uns, ein separat nummeriertes Mikrofon in den Händen zu halten, das einen guten und durchaus wertigen ersten Gesamteindruck mit kleineren, zu vernachlässigenden Schönheitsfehlern macht und wenden uns dem Zubehör zu.

Das Zubehör … ja, wo ist es denn? Gut versteckt hinter dem Haupt-Schaumstoffeinsatz im Transportkarton, der das Mikrofon beherbergt, tummeln sich die Zubehörteile, die dadurch ebenfalls gut geschützt sind. Einzig das Herausfummeln des Schaumstoffs erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl, damit dieser nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Wie es die Anschlüsse des Mikrofons vermuten lassen, sollten ein Mini-XLR-Kabel und ein Mikro-USB-Kabel im Lieferumfang enthalten sein, damit man das Mikrofon auspacken und sofort damit loslegen kann. Und so ist es auch. Beide Kabel machen einen guten Eindruck, wenngleich ich im Audiobereich sicher schon größere Kabeldurchmesser gesehen habe. Wir werden beide Kabel einsetzen und sehen, wie sich diese in der Praxis schlagen.

Der Anschluss des Mini-XLR-Kabels geht gut von der Hand und auch das Entfernen des Kabels ist problemlos. Einzig der kleine Plastikknopf zum Lösen der Rückhaltesicherung des XLR-Steckers erscheint auf den ersten Blick wie eine Sollbruchstelle. Wer das Mikrofon ständig auf- und abbauen möchte, sollte sich hier eventuell frühzeitig um ein hochwertiges Kabel-Upgrade bemühen.

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