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Test
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01.02.2012

Sonor SW 1416/2 MS Test

Messing-Snareteppich

Handgewebtes aus dem Teppichparadies Bad Berleburg

Wenn man heutzutage in ein Musikgeschäft hineinspaziert und verkündet „Ich hätte gerne einen Snareteppich“, wird man wahrscheinlich vom Verkäufer erstmal ungläubig angestarrt. „Guter Witz“, wird der vielleicht entgegnen, „das ist so, als wenn ich in eine Buchhandlung gehen und sagen würde: Ich hätte gerne ein Buch“. Aber selbst der Zusatz „der Firma Sonor“ würde hier wohl nicht reichen und der ahnungslose Kunde müsste sich dann vom Verkäufer einen ausführlichen Vortrag über die Auswahl an verschiedenen Snareteppichen (von Sonor) anhören, was ihm natürlich erst recht die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Welcher von den vielen ist denn nun der richtige? Welches Material? Wie viele Spiralen?
 
In der Tat keine leichten Fragen, aber zum Glück gibt es ja bei bonedo Menschen, die sich sozusagen professionell mit derartigen Fragen beschäftigen und dem verzweifelten Kunden die Kaufentscheidung dadurch hoffentlich etwas erleichtern können. Die Firma Sonor aus dem schönen Bad Berleburg bietet seit Jahren ein extrem umfangreiches Sortiment an Snareteppichen an, und für diesen Test habe ich mir das Modell SW 1416/2MS vorgeknöpft. 

DETAILS

Im derzeitigen Sonor-Angebot finden sich Snareteppiche aus drei verschiedenen Materialien und für vier verschiedene Snaredrum-Größen. Zusätzlich gibt es noch Variationen bezüglich der Stärke und Anordnung der Spiralen. Neben den klassischen Edelstahl-Teppichen konnten sich in den letzten Jahren Bronze- und Messing-Teppiche als klangliche Alternativen etablieren. Das Testmodell gehört in die letztgenannte Kategorie und hebt sich von konventionellen Teppichen durch die spezielle Konfiguration der 16 Messingspiralen ab: Die 0,5 Millimeter starken Drähte sind in zwei Achtergruppen angeordnet, wobei der mittlere Bereich ausgespart wurde. Die Halteplatten des Teppichs sind so konzipiert, dass nicht die Befestigungsschnüre, sondern ausschließlich die Spiralen auf dem Resonanzfell aufliegen. Es können selbstverständlich anstelle der mitgelieferten Schnüre auch Nylonbänder montiert werden, entsprechende Schlitze sind vorhanden. Die Spiralen werden übrigens bei Sonor handverlötet, daher die Aufschrift „Handcrafted“ auf der massiven, innen gepolsterten Holzbox. Diese im Firmenjargon „Wood Safety Box“ genannte Kiste ist übrigens eine Sonor-Spezialität, die es in dieser Form bei keinem anderen Hersteller gibt. 

Auch wenn die Verlötung optisch nicht perfekt gleichmäßig aussieht, so gewährt sie dennoch eine einwandfreie Auflage der Spiralen auf dem Resonanzfell. Die vier Ecken der Halteplatten sind bei allen Sonor Soundwires leicht nach oben umgebogen. So kann auch bei starker Teppichspannung das empfindliche Resonanzfell nicht beschädigt werden.

Um eine gute Vergleichsmöglichkeit zu bieten, habe ich mir einen preiswerten, 20-spiraligen No-Name-Teppich besorgt, wie er bei vielen Snaredrums (selbst in der gehobenen Preisklasse!) standardmäßig aufgezogen ist. Die Spiralen dieses in Fernost hergestellten Modells sind aus verchromtem Stahl gefertigt. Beide Teppiche teste ich auf zwei verschiedenen Snares der Marke Ludwig. Eine davon ist die „Mutter aller Aluminium-Snares“, die altehrwürdige Supra-Phonic in 14x5“. Als Gegenstück kommt eine 14x6,5“ Supra-Phonic mit gehämmertem Bronzekessel zum Einsatz. Beide Trommeln verfügen über eine Standard-Abhebung, sind mittelhoch gestimmt und mit weißen, aufgerauhten Remo Ambassador-Fellen bestückt. Als Resonanzfelle sind klare Ambassador Snare-Heads aufgezogen.

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