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Test
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18.07.2013

Sonor Protean Snare Test

Snaredrum

Die vielseitige Waffe des Porcupine Tree Schlagzeugers

Der geistige Vater der Sonor Protean Snare Gavin Harrison zählt ohne Frage zu den interessantesten Drummer's Drummern der letzten Jahre. Mit seinem virtuos vertrackten, aber gleichzeitig immer musikalischen und stilsicheren Getrommel begeistert er weltweit Vertreter der schlagenden Zunft. Die Drumparts in den Songs seiner Band Porcupine Tree sind dafür ein Paradebeispiel. Neben seinem tollen Spiel ist es aber auch sein eigenständiger Sound, der einen die Ohren spitzen lässt. Zwei Stückchen vom Kuchen gibt es jetzt auch für den normalsterblichen Trommler zu erwerben.

Die Firma Sonor stellte zur NAMM 2013 die mit Gavin zusammen entwickelten Protean Snaredrums vor. Die Serie umfasst zwei Trommeln in den Größen 12x5" und 14x5,25". Erhältlich jeweils als Standardausführung, im Paket mit zwei neu designten Stimmschlüsseln und drei Dämpfungsringen sowie als Deluxe-Aausführung mit zusätzlichem passendem Hardcase und zwei weiteren Snare-Teppichen. Das 14x5,25"-Modell liegt mir in der Standardausführung zum Test vor.

Details

Kern der Trommel ist ein sechslagiger, mattschwarz lackierter Birkenkessel, der auch auf der Innenseite und den Gratungen durchgehend lackiert ist. Bei näherer Betrachtung der Außenseite kann man die durchscheinende Holzmaserung gut erkennen. Der Kessel hat die Maße 14" x 5,25". Eine interessante Zwischengröße, die aber im Hause Sonor Tradition hat. Man erinnere sich zum Beispiel an die berühmten Hilite-Snares der 90er Jahre in den Maßen 14" x 5,75". Für einen wunderbaren Retro-Look sorgen auch die zehn massigen Doppel-Spannböckchen im Design der Phonic-Serie. Technisch ist die Trommel aber klar im 21. Jahrhundert angesiedelt. Dafür sorgt zum Beispiel Sonors neu designte Dual-Glide-Abhebung, die es mittels Knopfdruck ganz einfach macht, den Teppich der Snare zu wechseln. Diese Abhebung wird unter anderem auch an den aktuellen ProLite-Modellen verbaut. Ein weiteres interessantes Detail sind die unterschiedlichen Spannreifen. Auf der Oberseite kommt ein Modell der Firma S-Hoops zum Einsatz, die der Meister auf all seinen Trommeln bevorzugt, auf der Unterseite ein geflanschter 2,3 Milimeter dicker Stahlreifen von Sonor, mit Aussparungen auf Höhe der Teppichauflage.

Auch an den Gratungen des sechs Millimeter starken Kessels hat Gavin Harrison seine Vorstellungen einfließen lassen. Auf der Resonanzseite findet sich eine normale 45° Gratung, mit einem Snarebed in Gratungsform, das für eine direkte Teppichansprache zuständig ist. Auf der Schlagseite findet sich eine rundlich gehaltene Gratung, die an alte Vintage-Trommeln erinnert. Diese Gratung sorgt für mehr Fellkontakt und produziert laut Gavin einen fetteren Ton. Der montierte "Straight 8"-Teppich ist aus Edelstahl und besitzt, wie der Name schon erkennen lässt, lediglich acht Spiralen. Gavin steht bekanntermaßen auf einen tighten Snare-Teppichklang. Auch die zwei anderen Teppiche aus Messing und Bronze, welche im Deluxe-Paket enthalten sind, weisen nur acht Spiralen, allerdings in anderer Anordnung, auf.

Zum Lieferumfang gehören außerdem zwei Stimmschlüssel mit konisch geformten Kappen in der Farbe Neon-Orange. Mit Hilfe dieser Kappen können die Stimmschrauben im "Kreisel-Modus" handfest angezogen und die Felle beim Stimmvorgang auf Tonhöhe "abgeklopft" werden. Die auffällige Farbe soll zudem dafür sorgen, dass die Stimmschlüssel stets auffindbar sind - zum Beispiel auf schlecht beleuchteten Bühnen. Eine schlichte, aber praktische Idee. Außerdem dabei sind drei unterschiedlich breite Dämpfungsringe in den Stärken light, medium und heavy, welche für die geregelte Entfaltung der Obertöne zuständig sind. Der paarige Nummerierungsaufdruck auf der Oberseite des breitesten Dämpfungsrings ist hilfreich für den gleichzeitigen Stimmvorgang mit zwei Stimmschlüsseln. Im Hause Harrison ist es also vorbei mit klebrigen Gaffatape-Resten oder neumodischem Moongel, es wird klassisch im Stile der 80er gedämpft. Die Dämpfungsringe liegen wunderbar unter dem nach innen gerundeten Flansch des S-Hoops. Dadurch rutschen die Ringe auch beim Transport der Trommel nicht von der Snare herunter und müssen nicht mit Klebeband fixiert werden.

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