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Test
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28.09.2015

Sonor Giant Step GSP3 Single und GDPR3 Double Bass Drum Pedal Test

Einzelfußmaschine und Doppelfußmaschine

Die blauen Giganten

Die Sonor Giant Step Modelle im bonedo Test - im Bereich monumentaler Fußmaschinen ist der Bad Berleburger Schlagzeughersteller Sonor spätestens seit der Einführung der Horst Link Signature Modelle ganz vorne mit dabei. Mit unserem bonedo Testexemplar Sonor Giant Step GSP3 und dem (hier nicht getesteten) Giant Step Twin Effect Pedal wollte man bei der Markeinführung im Jahre 2002 erneut beweisen, was deutsche Ingenieurskunst für die Füße anspruchsvollster Trommler zu leisten imstande ist. Heraus kamen erstaunlich schlanke Pedale mit vielen Einstellmöglichkeiten, vor allem aber exquisiter Verarbeitungsqualität. Später erweiterte man die Reihe um das  – hier ebenfalls getestete – GDPR3 Doppelpedal und die innovativen Triple- und Middle Pedale, welche allerdings als Exoten bezeichnet werden können und nur von wenigen Händlern angeboten werden.

Obwohl man die Giant Step Maschinen regelmäßig bei Endorsern der Marke Sonor erblicken kann, sind den meisten Drummern diese Nobelgeräte einfach zu teuer. Wesentlich stärker verbreitet sind die Modelle der günstigen 400er Serie, sowie der – auch schon deutlich gehobenen – 600er Komponenten. Ob es sich dennoch lohnt, fleißig zu sparen, und ob der Schritt in den erlauchten Kreis der in Deutschland hergestellten Fußschmeichler tatsächlich so gigantisch ist, lest ihr hier.

Details

Die Giant Step Pedale überzeugen mit guten Detaillösungen und hervorragender Verarbeitungsqualität

349 Euro kostet das Giant Step Einzelpedal im Laden, ganze 899 Euronen werden für die Doppelfußmaschine fällig. Obwohl ich für gutes Equipment gerne auch mal Summen ausgebe, welche normale Menschen in einen schönen Urlaub oder gebrauchte Kleinwagen investieren, nötigen mir diese Zahlen doch eine kurze innere Einkehr ab, bevor ich die beiden Kartons mit den Testkandidaten öffne. Nanu, die zum Vorschein kommenden, einfach gehaltenen Taschen kommen mir doch bekannt vor. Tatsächlich verwendet der KHS-Konzern, Inhaber der chinesischen Sonor Produkte, und auch des Schwester-Unternehmens Mapex, diese Hüllen. Und zwar nicht beim Topmodell Falcon, sondern eine Klasse darunter, bei den Armorys. Mit der Falcon sowie den Sonor 400er und 600er Doppelpedalen scheint sich die Giant Step hingegen die Welle des Doppelpedals zu teilen, welche hier im edel-schlichten Alu-Look erstrahlt. Schon beim Anfassen hinterlassen die Pedale einen gediegenen Eindruck. Die dunkelblaue Lackierung sieht schick aus, ein paar minimale Farbabplatzer lassen allerdings Zweifel daran aufkommen, ob diese optische Verzierung dem harten Gig-Alltag dauerhaft gewachsen ist.

Ab jetzt gibt es allerdings nur noch wenig zu meckern, denn mechanisch gehören die Giant Steps zum Besten, was ich bei Fußmaschinen bisher gesehen habe. Die konventionell aufgebauten, auf stabilen Bodenplatten ruhenden Zweisäulen-Maschinen können von Doppelkette auf beiliegende Bandzüge umgebaut werden. Weiter geht es mit unabhängig voneinander einstellbaren Trittplatten-und Beater-Winkeln. Dass man dafür zwei unterschiedliche Schlüssel benötigt, ist dagegen nicht ganz optimal. Sonor greift bei den Beatern selbst auf die bekannten Zweiwege-Versionen zurück, die bei niedrigem Gewicht einen möglichst präzisen Punch ermöglichen sollen. Die Ketten-Cams wirken massiv und relativ schwer, ihre runde Form soll für gleichmäßiges Abrollen sorgen. Bombenfest und vollkommen spielfrei präsentiert sich die verschraubte und kugelgelagerte Verbindung von Trittplatte und Fersenteil. Ebenso toleranzfrei zeigen sich die Beater-Achsen, auch hier ist keinerlei Spiel zu verzeichnen. 

Kommen wir nun zu den Giant Step-exklusiven Merkmalen. Ein Detail namens Rotation Pendulum ermöglicht eine widerstandsfreie Bewegung der Federn, hierbei sorgen Kugellager für eine rotierende Federbewegung. Bei der Befestigung der Pedale am Spannreifen der Bassdrum vertraut Sonor auf eine Kombinbation aus einem, Docking Station genannten, separaten Klemmbock und eine Vorrichtung namens Smart Connect, welche das Gegenstück dazu am Pedal selbst darstellt. Während die Docking Station – sorgfältig gummiert und damit lackschonend – am Spannreifen verbleibt, besteht die Verbindung zum Pedal aus einer Zugstange, die über einen Kunststoffkopf in die Docking Station eingehängt und anschließend durch die Betätigung eines Hebels unter der Trittplatte arretiert wird. Bewegt man den Hebel zurück, löst die Smart Connect-Mechanik die Verbindung. Den Giant Step Modellen vorbehalten bleibt zudem die Möglichkeit, den – Target Point genannten – Mittelteil der Trittplatten axial zu verschieben. Hierfür müssen mit dem Kombischlüssel drei Schrauben gelöst werden. Die Möglichkeit, auch die Fußstopper zu verschieben, sorgt für zusätzliche Variabilität der Trittplatte. 

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