Test
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19.11.2019

Praxis

Ready, Steady, Go!

Beim Aufstellen des Dual-Empfängers fällt sofort auf, dass die kreisrunden Füßchen an der Unterseite für hervorragende Rutschsicherheit auf glatten Oberflächen sorgen. Und das, obwohl das Gerät geradezu federleicht ist. Die Leitungen des Netzteils geben aufgrund ihrer Länge jede Menge Freiheit bei der Installation. Die Zugentlastung der Zuleitung ermöglicht es, diese per Schlaufe zu sichern. Und auch die XLR-Stecker der beiden Receiverausgänge sitzen dank Rückhaltesicherung zuverlässig.

In Sachen Benutzerfreundlichkeit punktet der BLX288 mit einem frontseitigen Ein/Aus-Schalter sowie Displays und LEDs, die hell genug für ein problemloses Arbeiten mit dem Drahtlos-Set im Dunkeln und Halbdunkeln leuchtet. Das Zuordnen von Gruppe und Kanal bei der jeweiligen Empfangseinheit gelingt einfach und schnell. Allerdings müssen Sender und Empfänger ohne Infrarot-Synchronisation auskommen. Zudem bietet der Receiver nur rudimentäre Audio- & Funk-Infos. Zwar kann das Anliegen des Audiosignals und auch Übersteuerungen an jedem Kanal gecheckt werden, aber nicht der konkrete Pegel. Dasselbe gilt für die Funkverbindungen, für die der jeweilige Status, aber nicht die Funkqualität angezeigt wird.

Nicht wirklich problematisch, aber gewöhnungsbedürftig ist das Gewicht des Funkmikrofons. Es ist sehr leicht. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass das Mikrofon samt Sender auch über einen längeren Zeitraum in der Hand gehalten werden kann, ohne dass der Eindruck eines mittelschweren Hantel-Trainings entsteht. Auf der anderen Seite ist die Balance des Funkmikrofons dadurch nicht besonders gut austariert. Sofern ein Sänger/Sprecher die Gewohnheit hat, ein Mikrofon recht nah am Mikrofonkopf in der Hand zu halten, „zieht“ das Sender-Ende des Funkmikrofons dieses in die Senkrechte. Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin ein großer Fan von Shure-Produkten – und aus Sicht so mancher sogar ein regelrechter Fan-Boy – doch hinsichtlich des Funkmikrofons kommt zur unvorteilhaften Haptik aus meiner Sicht noch hinzu, dass der Mikrofonschaft aus Plastik ist und dadurch wenig robust erscheint.

Vocal-Klang und Funksound

Der Klang des Funkmikrofons ist typisch für die PG58-Kapsel. Wie im Audiobeispiel zu hören, dominieren hier die Mitten, so dass eine hohe Sprachverständlichkeit gegeben ist. Das Top-End ist gedämpft. Obwohl das Mikrofon direkt vor dem Mund platziert wurde, ist kein allzu starker Nahbesprechungseffekt zu hören. Was mir auffällt ist, dass im Signal durchweg ein leichter Verzerrungsanteil zu hören ist, der wohlgemerkt nicht von einer Übersteuerung herrührt.

Die starke Abbildung von Transienten sorgt für eine gute Signaldynamik. Das gilt auch noch für die Mikrofonierung mit mittlerer Distanz. Hier gefällt mir der Mikrofonsound des PG68 mitsamt BLX2-Sender übrigens am besten. Das vom Funkmikrofon ausgegebene Klangbild bleibt hier insgesamt stabil, einzig der ausgegebene Audiopegel fällt wie zu erwarten ein wenig ab. Und sogar bei entfernter Mikrofonierung macht das Mikrofon noch einen guten Eindruck.

Bei diagonaler Besprechung in mittlerer Distanz wird deutlich, wie breit die Nierencharakteristik der Kapsel ausgelegt ist. Auch mit einem Winkel von 45 Grad besungen verändert sich das Klangbild des Shure Funkmikrofons nicht wesentlich. Damit eignet es sich sowohl hervorragend für Sänger und Sprecher, die bei ihrer Performance entweder wenig auf eine passende Mikrofontechnik achten, als auch für Performer, die vorm Mikrofon viel in Bewegung sind.

Um den Sound von per XLR- und per Klinkenausgang abgenommenem Signal vergleichen zu können, habe ich Stereo-Dateien aufgezeichnet, bei denen das XLR-Signal der ersten Empfangseinheit im linken und das Klinkensignal des zweiten Receivers im rechten Kanal zu hören ist.

In den Aufnahmen hört ihr, wie sich das Funkset bei freier Sicht im Abstand von 5 m zwischen Mikrofonen und Receiver schlägt und auch wie es bei einer 10 m großen Entfernung von Sender und Empfänger durch Ziegelwände und Zimmertüren hindurch arbeitet. Ein klanglicher Unterschied ist dabei für mich jedoch feststellbar. In den Audiobeispielen ist auch zu hören, wie sich das Umgreifen am Mikrofonschaft klanglich auswirkt.

Wenn man bedenkt, wie sehr ich mit den Fingern am Mikrofonschaft Gas gegeben habe, halten sich die Griffgeräusche verhältnismäßig in Grenzen. Beim Ein- und Ausschalten des Funkmikrofons sind charakteristische Knackgeräusche zu hören. Diese sind leise, nicht zu aufdringlich und sorgen nicht für krasse Transienten, aber … sie sind eben doch wahrnehmbar.

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