Bass Hersteller_Sandberg
Test
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18.09.2012

Sandberg California VM5 Test

5-saitiger P-Bass

Vintage meets modern

Sandberg California VM5, ein Fender-ähnliches Modell?! Viele der sogenannten Boutique-Gitarrenbauer haben in den letzten Jahren Fender-artige Modelle in ihr Programm aufgenommen und reagierten damit auf den Trend und die starke Nachfrage nach „einfacheren“ Instrumenten im Stile der bewährten Konstruktionen von Leo Fender.

Einige kleinere Hersteller konnten sich durch eine solche Modellerweiterung erst richtig am Markt etablieren, andere, wie zum Beispiel die Braunschweiger Firma Sandberg, erfuhren einen deutlichen Popularitätsschub. Mit ihrer California-Serie bieten die Niedersachsen den geneigten Tieftönern eine sehr große Auswahl an Precision- und Jazz-Bässen mit traditioneller Optik und modernen Features an, aus der wir uns für diesen bonedo-Test einen VM5 in Tobacco Sunburst ausgesucht haben.

Details

Der California VM5 ist eine moderne Precision-Variante mit dem typischen Splitcoil-Tonabnehmer in der Halsposition und einem zusätzlichen Humbucker an der Bridge, der die Klangvielfalt des Instrumentes logischerweise enorm erweitern wird. Der Erle-Korpus des VM5 hat die typische kompakte Precisionbass-Form und ist mit einem sehr schönen Highgloss Tobaccosunburst-Finish versehen. Die Kombination mit einem Tortoise Pickguard ist zwar nicht neu, aber bewährt, und der Sandberg sieht mit dieser „Tapete“ wirklich elegant aus. Für Gitarrenhälse wird wohl kein Holz so häufig verwendet wie Ahorn - und auch für den 6-fach verschraubten Hals des VM5 hat Sandberg dieses bewährte Hartholz gewählt, „Canadian Hardrock Maple“, um genau zu sein. Im Palisander-Griffbrett sitzen 22 Bünde im Medium-Jumbo-Format. Damit die Leersaiten genauso klingen wie gegriffene Töne, parkt kurz vor dem Sattel allerdings noch ein zusätzliches Bundstäbchen in Form eines Nullbundes. Die Bundierungen werden bei Sandberg-Instrumenten „ge- plekt“, der Hals des Instruments wird also computer-gestützt auf den tausendstel Millimeter genau vermessen und die Bünde dementsprechend perfekt gerundet und abgerichtet. Ein derartig behandeltes Instrument kann optimal eingestellt werden und bietet in der Regel eine hervorragende Bespielbarkeit, welche ich hoffentlich auch dem VM5 attestieren kann (die Auflösung gibt’s im Praxisteil).

Hardwareseitig setzt Sandberg bei den California-Modellen auf einen Retro/Modern-Mix.   Die verbauten Stimm-Mechaniken kommen im klassischen, offenen Vintagestil mit großen Flügeln. Ein Saitenniederhalter für die E-,A-,D- und G-Saite sorgt für ausreichend Druck auf den Sattel. Die massive Brücke des VM5 hat kaum noch etwas mit der berühmt-berüchtigten Fender-Originalausstattung in Form eines Blechwinkels gemein. Die Sandberg-Brücke bietet eine Menge Funktionalität mit komfortablen Einstellmöglichkeiten in alle Richtungen (inklusive der Saitenabstände zueinander). Zudem lassen sich die Saiten hinten einfach einhängen und müssen nicht mühevoll und zeitraubend durch kleine Löcher gefädelt werden. Eine derart solide Konstruktion sorgt für einen präsenten Höhenanteil im Sound des Basses und generiert zusätzliches Sustain.

Genauso topmodern wie die Bridge präsentiert sich die Tonabnehmer- und Elektronikausstattung der Preci-Variante aus Braunschweig. Der Split-Coil in der Halsposition ist im Vergleich zu einem Fender-Preci umgedreht, sodass die zwei höchsten Saiten näher am Hals abgenommen werden als die drei tieferen. Einige Hersteller machen das neuerdings so, damit die dünner klingenden hohen Saiten etwas mehr Fülle bekommen. Damit man nicht auf die klassischen Preci-Sounds festgenagelt ist, hat Sandberg dem VM5 einen zweiten Tonabnehmer spendiert, kurz vor der Brücke sitzt nämlich ein sogenannter Powerhumbucker im MusicMan-Stil. Gesteuert wird das Ganze mit einer aktiv/passiv Sandberg-Elektronik, die vier griffige Chrom-Regler für Lautstärke, Tonabnehmer Blende, Bässe und Höhen bietet. Der Lautstärkeregler hat eine Push/Pull-Funktion und kann den Preci auf passiv schalten, die Höhenblende funktioniert aber lobenswerterweise trotzdem.

Die Qualitätsanmutung des handgearbeiteten Basses ist sehr gut, alle Holzarbeiten sind tadellos ausgeführt, der Hals sitzt bombenfest in der passgenauen Ausfräsung und das Finish macht ebenfalls einen guten Eindruck.

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