Test
4
19.09.2017

Praxis

Auf den Beckenstativen und der Hi-Hat-Maschine montiert, gefällt mir der zurückhaltende optische Eindruck der Legacys. Und die ersten Schläge bestätigen dann auch, was die Gewichte und die Art der Bearbeitung schon vermuten ließen: Dies sind keine Becken für Drummer, bei denen maximale Durchsetzungskraft und Lautstärke ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Stattdessen zeigen alle Modelle des Exclusive Sets eine sehr schnelle Ansprache sowie eine komplexe, leicht „trashige“ Auslegung. Damit unterscheiden sich die Legacys auch generell von Dave Weckl's HHX Evolution Reihe, deren Charakter eher in die saubere, silbrige Richtung geht. Von der Abstimmung her kann unsere Testset überzeugen, einzig beim Ride hätte man vielleicht eine Nummer größer wählen sollen, denn im Verhältnis zum 19er Crash wirkt es ein kleines bisschen zu brav. Hören wir uns die einzelnen Becken mal genauer an. 

Mit schneller Ansprache und weichem Spielgefühl können die Crashes überzeugen

Mein erster Check bei vorkonfigurierten Beckensets gilt immer der Abstimmung zwischen den Crash-Becken. Im Falle der 17er und 19er Legacys ist diese wirklich gut gelungen. Trotz optischer Abweichungen passen die beiden Exemplare sowohl vom Spielgefühl als auch von der Tonhöhe her optimal zusammen. Aber auch die klangliche Qualität ist sehr inspirierend. Wer die HHX-treme Crashes oder auch die Jojo Mayer Fierce Crashes einmal gespielt hat, kann sich gut vorstellen, in welche Richtung unsere Testmodelle gehen. Trotz ihrer großen Kuppen klingen sie dunkel und weich, ihre Ansprache gestaltet sich trotzdem explosiv und lebendig. Ich habe euch die Becken einzeln, im Groove-Kontext sowie als Vergleichs-File mit beiden Modellen aufgenommen. 

Das Ride funktioniert auch hervorragend als Crash-Becken

Was für die Crashes gilt, trifft auf's Ride ebenfalls zu. Sein proportional höheres Gewicht sorgt zwar für eine etwas trägere Ansprache im Crash-Betrieb, tonal passt es jedoch sehr gut zu den anderen Becken. Auf der Schulter angespielt, erzeugt es einen silbrig-zurückhaltenden Anschlags-Sound, welcher in leiseren Bands sehr gut funktioniert. Auch einer Verwendung als sauber klingendes Jazz Ride steht nichts im Wege. Seine Kuppe könnte in Backbeat-Stilen allerdings durchsetzungskräftiger und klarer sein, das ist allerdings der Preis für das niedrige Gewicht und die tiefe Hämmerung. Als kleines Manko kann insgesamt gelten, dass das Becken im Set etwas mehr Präsenz vertragen könnte, insbesondere dann, wenn man die Crashes als kräftig gespielte Akzente verwendet.

Zurückhaltend, aber präzise präsentieren sich die Hi-Hats

Klanglich passen die 14 Zoll Hi-Hats perfekt zu den restlichen Becken des Exclusive Sets, auch ihnen kann man kaum unterstellen, dass sie sich mit harschen oder lauten Sounds in den Vordergrund drängeln wollen. Der helle und explosive Attack beispielsweise einer HHX Evolution Hi-Hat fehlt hier, auch kräftige Schläge können die relativ leichte Hi-Hat nicht zu Aggressivität bewegen. Angenehm ist auch das Spielgefühl sowie die Tatsache, dass beide Becken „luftdicht“ schließen, was eine schnelle Reaktion und eine schöne, „tickige“ Definition ermöglicht. Wer also eine zwar modern klingende, aber nicht zu laute und gleichzeitig kontrolliert spielbare Hi-Hat sucht, wird hier fündig. 

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare