Test
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26.06.2018

Nun bin ich gespannt, wie das Roland TD-17KVX sich in der Praxis schlägt. Das folgende Video soll euch einen ersten Eindruck verschaffen:

Sowohl Cymbal- als auch Drum Pads spielen sich angenehm und reagieren sensibel

Die zweilagigen Roland Mesh Heads bieten ein wesentlich besseres Rebound-Verhalten als die Modelle, die auf preisgünstigen Kits anderer Hersteller verwendet werden und sind dabei sehr geräuscharm. Das gilt auch für das neu entwickelte Bassdrum Pad, welches durch zwei schraubbare Dornen gegen Verrutschen gesichert ist. Durch die Größe von 12 Zoll spielt sich das Snare Pad bei entsprechender Fellspannung fast wie eine echte Snare, wozu auch der hohe Rim beiträgt. Die Ansprache ist, wie auch bei den Tom Pads, auf der gesamten Fellfläche hervorragend. Auch die Becken-Pads lassen sich dank der relativ kräftigen Gummierung angenehm und leise spielen und bieten ein gutes Rebound-Verhalten. Die Zonentrennung beim Ride funktioniert einwandfrei, Roland-Neulinge müssen sich allerdings daran gewöhnen, dass die Ride-Kuppe etwas kräftiger als bei den Pads einiger anderer Hersteller angeschlagen werden muss. Durch das gegenüber der VH-11 Hi-Hat reduzierte Gewicht spielt sich die VH-10 etwas leichter bei ansonsten identischen Eigenschaften.

In Sachen Soundqualität geht es gegenüber dem Vorgänger einen großen Schritt nach vorne

An akustischen Drum- und Cymbal Sounds beinhaltet das TD-17 eine große Auswahl, bei der alle wichtigen Genres berücksichtigt wurden. Viele Kits klingen im Vergleich zum TD-11 schmutziger, was in diesem Fall als Lob zu verstehen ist, da sie dadurch viel authentischer wirken. Hier hat sich hörbar etwas getan, und für meinen Geschmack übertrifft die Soundqualität sogar die des (teureren) Roland TD-25 Moduls, welches somit gegenüber dem TD-17 einen schweren Stand haben dürfte.

Was ich mit „schmutzig“ meine, verdeutlichen zum Beispiel die Classic Rock oder Bigger Bop Sets. Andere Kits wiederum, beispielsweise Cassette oder Bottle Phaser, wurden stark mit Effekten wie Phaser oder Compressor bearbeitet, was zu spannenden Ergebnissen führt. Unter den 50 Presets gibt es wenige reine Percussion Kits, aber die kann man sich schnell selbst programmieren, denn die Sounds dafür sind reichlich vorhanden. Die Elektronik-Abteilung ist ebenfalls gut bestückt, wobei natürlich auch die klassischen Drum Machines wie 808 und 909 nicht fehlen.

Dynamik mit etwas Luft nach oben...

Die Hi-Hat Performance, bekanntlich der am schwersten zu realisierende Aspekt bei der E-Drum-Entwicklung, ist, wenngleich ich insgesamt nur vier Abstufungen (Open, Half Open 1, Half Open 2, Closed) registriere, sehr gut, was leider selbst in der preislichen Mittelklasse immer noch nicht die Regel ist. Die dynamischen Verläufe der insgesamt authentisch klingenden Crash-Becken erscheinen mir etwas grob, das habe ich definitiv schon besser gehört. Im Folgenden könnt ihr euch Hi-Hat und Becken, sowie eine Sequenz auf der Snare anhören.

Bezüglich des generellen Dynamikverhaltens fällt auf, dass die Abstufungen bei geringer bis mittlerer Anschlagstärke zwar recht fein sind, allerdings ab einer Schlagintensität von etwa 60 Prozent das Ausgabelevel unverändert bleibt. Hierzu habe ich mittels Grafik die Dynamikkurve der tatsächlichen Anschlagstärke, abgenommen mit einem Mikrofon am Snare Pad, mit der ausgegebenen Lautstärke am Modul verglichen. In der Grafik ist das Phänomen deutlich zu erkennen. Allerdings sieht das bei Modulen anderer Hersteller in dieser Preisklasse kaum anders aus.

Einen Spitzenwert erreicht das TD-17, wie eigentlich alle Roland-Module, bezüglich der Latenz. Das Anschlagsignal am Pad erreicht mit einer Verzögerung von nur vier Millisekunden den Modulausgang - ein Wert, der nur um eine Millisekunde unter dem Spitzenwert unsere bisherigen E-Drum-Tests liegt und sich beim Spielen so gut wie gar nicht bemerkbar macht. In der folgenden Grafik - oben das Mikrofonsignal, unten das Signal des Modulausgangs - ist die leichte Verzögerung gut zu erkennen.

Die Play-Along Songs erweisen sich als wenig flexibel

Die sieben Play-Along Songs klingen qualitativ o.k., leiden aber deutlich, wenn das Tempo verändert wir. Schon eine Temporeduzierung von 15 Prozent führt zu einem „Zerfasern“ des Loops, wobei auch der Click betroffen ist, da dieser als fester Bestandteil der Songs angelegt und nicht identisch mit dem eigentlichen Click des TD-17 ist. Aus diesem Grund wird das Tempo leider auch nicht in Beats per Minute (BPM), sondern nur als prozentualer Wert dargestellt. Mit anderen Worten: Man weiß nie exakt, welches Tempo man gerade spielt. In den folgenden Soundfiles hört ihr alle sieben Songs im Zusammenschnitt sowie den klanglichen Effekt bei 15% Tempoverringerung.

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