Test
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20.02.2019

Rode Rodecaster Pro Test

Podcast-Studio

Umfangreiche Komplettlösung für Podcast-Recording und -Mix

Rode beackern mit dem Rodecaster Pro ein Feld, auf dem die Anzahl der All-In-One Podcast-Lösungen bisher überraschend übersichtlich ist. Nachdem der australische Mikrofonspezialist mit dem Rode Podcaster und dem Procaster bereits sprachoptimierte Mics auf den Markt gebracht hat, die für das Erstellen von Podcasts konzipiert sind, kommt hier also die Recording-Ergänzung dazu.

Wir dürfen gespannt sein, ob sich Rode mit ihrer Kombination aus Mikrofonvorverstärker, Mini-Mixer, FX-Sektion, Touchscreen, programmierbaren Pads und SD-Karten-Slot, USB-Anschluss, Monitorausgang und Vierfach(!)-Kopfhörerverstärker/-ausgang zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Auf dem Papier sieht das Gerät jedenfalls fantastisch aus. Kann es auch in der Praxis überzeugen?

Details

Überraschender Lieferumfang

Öffnet man den Rodecaster-Karton, erlebt man sofort die erste Überraschung. Statt direkt auf den Hauptakteur zu blicken, erscheint eine Karton-Abdeckung, die das Gerät im Maßstab 1:1 abbildet. Dahinter finden sich weitere ebenso groß dimensionierte Pappen, die anstelle einer handlichen kleinen Bedienungsanleitung Auskunft über den Aufbau, den Anschluss und den Einsatz des Rodecaster Pro geben. Das ist schick, ohne Frage, aber auch recht unhandlich. Unter einer dicken Schaumgummi-Schutzschicht schlummern dann neben dem Podcast-Studio sein externes Netzteil nebst Kabel mit Kaltegerätestecker und ein Micro-USB-Kabel.

Gehäuse & Features

Das immerhin 35 cm x 27,5 cm messende Rode Rodecaster Pro besitzt eine metallene schwarze Frontplatte und ein ebenfalls schwarzes Metall-Chassis. Die Aufteilung der Bedienoberfläche ist nachvollziehbar strukturiert und ermöglicht einen schnellen Einstieg in die praktische Anwendung des Geräts. Was mir nicht so gut gefällt, ist die Fertigungsqualität, mit der das Rodecaster Pro ausgeliefert wurde. Sicher habe ich das Pech, für den Test an ein „Montagsgerät“ geraten zu sein. Jedenfalls fehlt dem mir vorliegenden Podcast-Studio im rechten unteren Bereich der Bedienoberfläche eine Inbus-Schraube (wie auf den Fotos zu sehen). Außerdem ist die Touchscreen-Scheibe nicht sauber eingesetzt. Sie steht an der rechten Seite deutlich über. Auch mit sanftem Druck kann ich sie nicht in ihre angedachte Position bringen.

Das Rodecaster Pro kann bis zu acht Audioquellen verarbeiten. Dazu gehören vier Mikrofoneingänge. Für sie sind XLR-Buchsen vorhanden, die mit ihrer Phantomspeisung sowohl für dynamische als auch für Kondensatormikrofone geeignet sind. Die Eingangspegel sollen dabei automatisch vorgenommen werden. Die Aufnahmen legt der Rodecaster Pro dann auf einer (nicht mitgelieferten) microSD-Karte bei, die im Speicherkarten-Steckplatz des Geräts platziert werden muss. Die Mixer-Einheit besticht durch Fader mit 10 cm Regelweg. Mute- und Solo-Funktionen für jeden Kanal. Die zugehörigen Tasten sind außerdem verschiedenfarbig beleuchtet.

Ein Highlight des Rodecaster sind seine acht Pads im rechten Bereich der Bedienoberfläche. Die Taster leuchten beim Betätigen jeweils in unterschiedlichen Farben auf und rufen ab, was immer der Anwender für sie im internen Speicher hinterlegt. Hier können also Jingles, Kommentare, Musiken oder auch einfach nur Sound-FX (wie etwa Applaus) abgelegt und aufgerufen werden. Auf diese Weise müssen die Soundeffekte später nicht mehr in mühsamer Kleinarbeit in einer DAW eingebaut werden. Stattdessen soll mit dem Rodecaster Pro eine gesamte Podcast-Episode am Stück aufgezeichnet werden können.

Als Monitorausgänge stehen zwei symmetrische Buchsen für TRS-Mono-Klinken zur Verfügung. Die Kopfhörerausgänge bilden gleich vier unsymmetrische TRS-Stereo-Klinkenbuchsen. Ein USB-C-Anschluss sorgt für die Verbindung des Podcast-Studios mit einem PC oder Mac. Und nicht zuletzt hält der Rodecaster Pro auch eine Bluetooth-Verbindung für die Aufnahme von Telefonanrufen bereit. Außerdem ist in jedem Kanal eine digitale FX-Sektion integriert, die für optimalen (Stimm-)Klang sorgen soll.

Rode Rodecaster Pro unter der Haube

Die vom Hersteller angegebenen technischen Werte sind durch die Bank weg in Ordnung. Alle vier Mikrofon-Vorverstärker bieten die standardmäßige Phantomspeisung von 48 V und arbeiten mit der gesamten hörbaren Frequenzbandbreite von 20 Hz bis 20 kHz. Mit 100 dB ist der Dynamikumfang der Mikrofon-Preamps vergleichsweise eingeschränkt. Der Regelbereich der Vorverstärkung reicht von 0 bis 55 dB und wird somit für die meisten Podcast-Situationen ausreichen. Das Eingangsrauschen des Rodecaster ist mit niedrigen -125 dB(A) angegeben. Die Mikrofon-Vorverstärker arbeiten mit einer Eingangs-Impedanz von 600 Ohm. Wenn man von einer fünffachen Überanpassung beim Mikrofon-Match ausgeht, können hier also durchaus Mikrofone mit Impedanzen von 120 Ohm zum Einsatz kommen.

Auch der Monitorausgang deckt die Bandbreite von 20 Hz bis 20 kHz und liefert einen maximalen Ausgangspegel von +3 dBu. Der Kopfhörerausgang kommt auf eine Leistung von 220 mW an 32 Ohm beziehungsweise immerhin noch 31 mW an 300 Ohm und ist damit gut aufgestellt. Die Wandler des Rodecaster Pro arbeiten übrigens mit einer Audioqualität von 24 Bit/48 kHz. Für die Belegung der programmierbaren Pads stehen 512 MB für den internen Speicher zur Verfügung. Erkannt wird das Podcast-Studio unter den Betriebssystemen macOS 10.11 und Windows 10.

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