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Test
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22.11.2016

RME UFX+ Test

Thunderbolt/USB3-Audiointerface mit MADI

Das Plus für 20 Jahre RME

Zur letzten Musikmesse zeigte RME vor allem eine Neuerung: Thunderbolt und MADI – und das in möglichst vielen Produkten des deutschen Traditionsherstellers für hochwertige Audiointerfaces. 

Nachdem RME mit dem Fireface 802 quasi das RME UFX des kleinen Mannes vorgestellt hat, erfolgt mit der nun hier vorgestellten Interface-Lösung die Portfolio-Erweiterung nach oben hin und das passende Geschenk zum 20jährigen Firmenjubiläum. Und was wäre da passender als der Zusatz Plus? Eben, hier ist also das RME UFX+:

Dieses bietet neben den üblichen „Fireface“ Features vor allem MADI, was die Kanalanzahl gehörig nach oben katapultiert, sodass in Richtung Computer auch zwangsweise Thunderbolt und USB3 von Nöten wird. Aber keine Angst, das neue RME UFX+ kann auch „altes“ USB2. 

Wer hingegen nur MADI benötigt, sollte sich das MADIface USB zu Gemüte führen. Werden noch ein paar Features mehr gebraucht, ist das MADIface XT empfehlenswert. Eine MADI-freie, günstigere Interface-Lösung von RME bieten das Babyface Pro sowie RME UC und RME UCX.

Details

Mach mal mit mehr!

Plus ist immer gut, nicht nur auf dem Konto. „Erstmal haben“ macht indes mit Hinblick auf eine eventuellen Studioerweiterung immer Sinn! Das hat man sich auch bei RME gedacht und zum zwanzigjährigen Firmenjubiläum das UFX+ konzipiert. Dank MADI ist es dabei nicht nur im Studio gern gesehen, sondern dürfte auch bei Live-Tontechnikern äußerst beliebt werden.

82 digitale I/Os

Das RME UFX+ ist ein 94-In/94-Out, 24 Bit und 192 kHz Audiointerface mit hotplug-fähigen USB3- und Thunderbolt-Anschlüssen. Auf 19-Zoll Rackbreite und einer Höheneinheit bietet es neben zwei ADAT I/Os (16 Kanäle) und einmal optischen MADI (64 Kanäle) auch noch ein AES XLR I/O (2 Kanäle). Das macht bei 48 kHz gleich 82 digitale Kanäle in jede Richtung bzw. 42 bei 96 kHz, usw. 

Unterstützt wird dabei Win 7/8/10 sowie Mac OS X ab Version 10.6. Sogar unter Windows ist Thunderbolt möglich. Aber auch iOS wird unterstützt.

Analog hat sich indes nicht viel geändert und das RME UFX+ hat wie das UFX zwölf analoge I/Os in jede Richtung zu bieten. Diese teilen sich wie folgt auf: die Rückseite beherbergt acht analoge TRS Eingänge, die unterschiedliche Bezugspegel bedienen, genau wie die acht analogen Ausgänge, wobei von denen nur sechs mit TRS versehen sind. Der Main-Out 1/2 indes ist komfortabler Weise mit XLR ausgestattet. Alles symmetrisch und für -10 dBV, +4 dBu und Hi/Lo-Gain ausgelegt, versteht sich. Interne Verbesserungen und neue AD/DA Wandler optimieren den Rauschabstand und den Klirrfaktor.

 

Frontmeldung: Vier 75 dB Preamps und zwei Kopfhörerausgänge

Die restlichen vier analogen I/Os entfallen auf die beiden getrennt adressier- und regelbaren Stereo-Kopfhörerausgänge sowie auf die vier Preamp-Eingänge auf der Front. Die Preamps kommen nun ohne PAD aus und vertragen bis zu +18dBu. Der Gainbereich umfasst üppige 75 dB und die gewohnten Combo-Buchsen mit dem XLR für die Mics und T(R)S für Instrumente (bis zu 42 dB Gain) sorgen für flexible Konnektivität. Umgeschaltet wird in der Software oder am Gerät selbst.

Standalone-Betrieb, Routing-Matrix und DSP-Effekte

Wie fast alle RME Interfaces kann natürlich auch das UFX+ Standalone arbeiten und damit als äußerst mächtiger und flexibler Formatchanger, Multiplexer, Splitter und Mischer gebraucht werden.

Dank der flexiblen Routing-Matrix kann jeder Input auf jeden Output gerouted bzw. auch gemischt werden. Hinzu kommen umfangreiche DSP-Effekte wie EQ und Compressor in jedem Kanal. Sogar ein Reverb im Send/Return ist am Start. Eigentlich ist das RME auch ein vollwertiges Mischpult - nur eben ohne Fader. Aber selbst die kann man sich über das Mackie Control Protokoll ins Haus holen. 

Am besten bedient sich das UFX+ aber dennoch am Computer über TotalMix FX mit der Maus. Die gesamte Rechenleistung wird selbstverständlich vom Interface bewerkstelligt, DSP sei Dank. Fast überflüssig zu sagen: Man kann mit dem RME auch einfach nur sehr komfortable Monitormixe latenzfrei erstellen.

Monitor-Controller mit schicken Display

Auch am Gerät selbst ist diese Vielfalt bedienbar. Das geht mit dem Display, den beiden kleineren sowie dem etwas grösseren Push-Encoder und den vier Tastern. Aber wie gesagt, mit der Software ist es leichter, sodass man mit dem großen Encoder überwiegend das Main-Volume und mit den beiden Kleineren die Kopfhörerlautstärken festlegt.

Das Interface ist somit auch Monitor-Controller, der dank optionaler ARC Pro Fernbedienung auch so einiges mehr kann. Das Display wiederum ist allein dazu ideal, um alle I\O-Streams im Auge zu behalten und um so souverän eventuelle Clippings auszuschliessen. 

Ein paar weitere Status LEDs, auch an den Preamps, runden den Informationsbedarf ab. Ein frontseitiger MIDI-I/O ermöglicht selbst im eingebauten Zustand den komfortabel Anschluss von Synths und Controllern.

Direct-USB Recording

DURec nennt sich das RME Feature, das es ermöglicht auch direkt und ohne Software aufzunehmen. Das Interface erstellt dabei Timestamps und kann bis zu 76 Kanäle gleichzeitig aufnehmen, also alle zwölf Analogen plus einen kompletten MADI-Stream. Dazu ist die frontseitig platzierte USB-Buchse gedacht, in die man im einfachsten Fall einfach einen USB-Stick steckt. Allein für Back-Up Recordings eine gute Sache, was Live-Tontechniker freuen dürfte.

Die Betrachtung der Frontseite hätten wir damit abgeschlossen. Es bleibt noch zu sagen, dass diese  hochwertig verarbeitet ist und dank einiger blauer Applikationen das Interface immer noch als RME Gerät identifiziert, trotz des nun moderneren und dezenteren Alu Looks.

Im selben Atemzug möchte ich die Rundfahrt auf der Rückseite zu Abschluss bringen. Alle analogen und digitalen Anschlüsse haben wir bereits abgehandelt, es bleiben noch der zusätzliche MIDI-I/O zu nennen, sowie die USB-Buchse für die neue ARC Pro Remote und die Wordclock I/Os. Der IEC "Kaltgeräteanschluss" versteht sich mit 100 bis 240 Volt. 

Schick ist auch, dass bei RME auch immer noch ein paar hochwertige Kabel in der Box sind. In diesem Fall also Stromkabel, USB und einmal Lightpipe. Das Handbuch hat traditionell die Ausmaße eines Kleinstadt-Telefonbuchs und die Treiber-CD liefert auch Tools wie DigiCheck mit.

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