Test
8
17.07.2017

Praxis

Klang

Die QSC K.2-Serie klingt hervorragend: pfundig in den Bässen, aufgeräumt in den Mitten und seidig in den Höhen. Keine nervenden Spitzen oder rasiermesserscharfen Frequenzen stören den Hörgenuss. Laut wie leise eine runde, toll klingende Sache ohne störende Geräusche selbst auf dem unsymmetrischen Kanal. Im Leerlauf rauschen die Boxen kaum, auch wenn die Potis voll aufgedreht sind. Liegt längere Zeit kein Signal an, schalten sich Boxen ab und sind prompt wieder einsatzbereit, sobald die erste Wellenform die Vorstufen erreicht.

Die K10.2 bietet den ausgewogensten Klang. Die K8.2 klingt naturgemäß etwas dünner im unteren Bass, dagegen neigt die K12.2 zu einem bulligen Sound, der die Höhen etwas übertönt. Ein Effekt des Nahfelds, für den die K12.2 nicht konzipiert wurde.

Monitor

Alle Kabinette eignen sich dank der 45-Grad-Schräge als Floormonitore. QSC empfiehlt, speziell die K8.2 als Wedge zu nutzen. Das liegt an der kompakten Größe, dem enormen Abstrahlwinkel von 105 Grad und natürlich auch der Bassbegrenzung durch den Acht-Zoll-Woofer. Auch ohne die Monitor-Presets lassen sich alle Boxen bis 50% Gain (0 dB) im Mikrofoneingang ohne Feedback auspegeln. Die kritische Phase beginnt etwas darüber. Dann muss vorsichtig mit dem Mikrofon hantiert oder mit den EQ-Presets beziehungsweise dem Vierband-EQ gearbeitet werden. Allerdings sind die Boxen jetzt schon ordentlich laut!

Zu beachten ist, dass der Eingang von Kanal C bei der Monitoranwendung nur mit einem gewinkelten Klinkenstecker zu beschicken ist, da gerade Stecker am Boden plattgedrückt werden. Das kann zu Knacken und Aussetzern führen.

Vocals

Vokalanwendungen speziell mit der K8.2 und K10.2 sind ein reines Vergnügen. Das Shure SM58 kommt auch ohne DSP-Stütze druckvoll und brillant über die Boxen. Mit dem einfach zu bedienenden Master-EQ können kritische Frequenzen gefischt und abgeschwächt werden.

Instrumente

Dank des Hi-Z-Eingangs lassen sich an der K.2-Serie Instrumente direkt einschleifen. Die K12.2 wird sogar als eigenständiger Bass-Combo angepriesen. Also schließe ich den E-Bass an und es bricht ein Donnerwetter los. Alles außer der Box ist in Bewegung, die Nachbarn grooven mit und ich habe noch nicht mal das E-Bass Preset aktiviert, das noch mehr Wärme und Spaß ins Spiel bringt. Ähnliche Ergebnisse erreiche ich auch mit den kleinen Geschwistern, wobei Stifte, Besteck und Kabel dann doch an Ort und Stelle verweilen.

Der Hi-Z-Eingang ist darüber hinaus sehr sauber und bietet ausreichende Verstärkung für diverse Pickups. Für alles außer Bass bieten sich somit die K8.2 und besonders die K10.2 an. Beim Slappen mit brachialer Verstärkung konnte ich die Limiter-Schutzschaltung auslösen. Angenehm ist, dass der Limiter den Sound nur langsam zurücknimmt, also einen frühen Schwellenwert verwendet. Der ist aber immer noch so hoch, dass ich ihn mit normalen Line-Signalen nicht auslösen kann!

Party

Als nächstes hieß es: auf zur Party, genauer gesagt auf´s Boot. Dort habe ich mit zwei K12.2 gearbeitet. Unter meinem DJ-Tisch hatte ich eine K10.2 liegen, auf dem Tisch auch Plattenspieler, mit denen ich den größten Teil der Party gerockt habe. Von AC/DC über Chic bis Ziggy Marley lief alles bunt zusammen und klang einfach gut, ohne dass ich ein Preset benutzen musste. Der Monitor hat meine Plattennadeln nicht zum Hüpfen gebracht, dafür die PA die Partygäste. Zur Peaktime hätte ich mir mehr Bass gewünscht, sprich einen extra Subwoofer. Dennoch war die Stimmung groß und trotz 6 Stunden Dauerbeschallung litt niemand unter Tinnitus. Die Boxen funktionieren dank Lüfter auch bei hohen Temperaturen ohne Aussetzer und bei leisen Passagen, wie beim Dinner, sind die Ventilatoren nicht zu hören.

Da die Verstärkung für alle Boxen der K.2-Serie gleich ist, lässt sich sagen: Eine Box erreicht bis zu 170 Personen. Im Stereobetrieb mit zwei Boxen können bis zu 350 Leute bespaßt werden. Die Boxen lassen sich dank des Direct- und Mix-Outs miteinander verketten, wodurch sich die "Reichweite" erhöhen lässt. Eventuelle Laufzeitunterschiede kompensiert man per Delay.

Wer braucht was?

Grob über den Daumen gepeilt gilt: Für vokale Anwendungen, Vorträge, Singer/Songwriter Bars/Bistros, kleine Produktionen und Monitoring reicht eine K8.2. Duos, kleine Combos, kleine Clubs und kleine Bühnen kommen mit der K10.2 gut zurecht, bei Bedarf mit Subwoofer-Unterstützung. Mittelgroße Clubs und Bühnen, Bands, Bassisten, mobile DJs nehmen am besten zwei K12.2, auch hier bei Bedarf mit Subwoofer. Die Kombination der Modelle als PA und Monitore funktioniert hervorragend, da vor und auf der Bühne nahezu der identische Sound zu hören ist. Und all das klingt nicht nur prima, sondern ist auch noch günstig und sehr mobil: Zwei K12.2 für die PA, drei K8.2 als Monitore – und Ständer plus Anschlusstechnik passen immer noch in einen VW Golf, Mikrokoffer und Beifahrer inklusive!

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