Gitarre Hersteller_PRS
Test
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17.10.2020

Praxis

Trocken angespielt wirkt unser Testmodell recht brillant und nicht so holzig, wie man es vielleicht vorab annehmen könnte. Das Wide Fat-Halsprofil trägt seinen Namen zu Recht und wirkt bei diesem Modell für meine Begriffe zunächst etwas klobig. Das ist insofern interessant, als dass die SE-Modelle, von denen ich in letzter Zeit einige anspielen konnte, häufig mit diesem Profil ausgestattet werden. Andere Modelle spielten sich aber dennoch im ersten Moment bequemer. Ich hatte kürzlich im Test zur Hollowbody II meinen Eindruck vermerkt, dass die Gitarre sich insgesamt etwas leichtgängiger hätte spielen können. In der Tendenz ist dieser Eindruck hier ebenfalls vorhanden, aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Insofern schafft an dieser Stelle nur ein eigener Test Klarheit. Ansonsten hängt das 2,8 kg leichte Modell angenehm am Gurt und sorgt nur für eine minimale Gewichtsverlagerung in Richtung Hals. Für die Aufnahmen steht heute ein PRS Sonzera 20 Combo bereit, dessen Signal an eine Universal Audio OX Box geschickt und anschließend aufgezeichnet wird. Das Piezo-Signal greife ich außerdem separat ab und zeichne es über den DI-Eingang meines Universal Audio Apollo-Interfaces auf.

Beginnend mit dem Hals-Pickup starten wir mit einer schlichten Bestandsaufnahme der drei Humbucker-Einstellungen. Anschließend hören wir die Humbucker im Mischverhältnis und zu guter Letzt den Piezo-Pickup alleine.

Die Humbucker offenbaren eine gewisse Drahtigkeit, ohne aber die Höhen zu sehr zu betonen. Der Piezo glänzt zudem mit einem straffen Signal und gibt alle Saiten sehr gleichmäßig wieder. Die Möglichkeit, beide Klangquellen zu paaren, funktioniert ebenfalls gut, wobei mir die Kombination mit einem etwas wärmeren Humbucker-Sound wie in der Hals-Einstellung am meisten zusagt.

Wenden wir uns zunächst genauer dem Piezo-Pickup und damit dem besonderen Feature dieser Gitarre zu. Es folgen dafür ein paar Praxisbeispiele in verschiedenen Spielweisen, bei denen ich den Piezo-Pickup alleine und auch im Mischverhältnis mit den Humbuckern spiele. Dabei bestätigt sich mein Eindruck, dass das Piezo-Signal wirklich gut funktioniert und dabei sehr präsent und angenehm komprimiert wirkt.

Bevor wir einen Gang höher schalten gibt es noch ein Beispiel mit beiden Humbuckern. Insgesamt könnte der Sound der Pickups bei diesem Modelltyp für mich etwas wärmer klingen.

Vor dem Amp hängt jetzt ein Wampler Tumnus Overdrive-Pedal. Wir hören zunächst ein paar Melodielinien in allen drei Pickup-Einstellungen. Anschließend gebe ich ein bluesiges Akkordriff mit dem Steg-Pickup zum Besten. Für die Zerrbeispiele bleibt der Piezo außen vor.

Im Zerrbetrieb offenbaren die Tonabnehmer eine etwas quäkende Mittenbetonung, die mir weniger zusagt. Mit mehr Zerre wirkt der Sound dann insgesamt ein wenig platt und könnte im Vergleich mit anderen Humbucker-Modellen, die ich in meinem Studio zum Vergleich heranziehe, auch etwas mehr Präsenz im Low End vertragen.
Hier kommen abschließend noch zwei Beispiele mit unterschiedlichen Drive-Pedalen.

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